Binn im Binntal: Mineralien, Wege und alpine Kultur
Binn ist eine Gemeinde im Bezirk Goms im Kanton Wallis in der Schweiz und zugleich ein Dorf in den Schweizer Alpen auf 1400 Metern Höhe. Zum Gemeindegebiet gehören das Dorf Schmidigehischere, die Weiler Ze Binne, Wilere, Giesse und Fäld sowie ein Teil des Wallfahrtsorts Heiligkreuz im Lengtal.
Natur
Das Binntal ist für seine reichen Mineralvorkommen bekannt. Darunter befinden sich Mineralienarten, die für das Gebiet als einzigartig gelten; die Mineraliengrube Lengenbach liegt in Binn. Im Binntal und an direkt angrenzenden Fundstellen auf der Alpe Devero und der Alpe Veglia wurden bis heute mehr als 300 verschiedene Mineralienarten gefunden. Rund 150 davon stammen aus der Mineraliengrube Lengenbach hinter Fäld, und 56 Mineralien haben das Binntal als Typ-Lokalität.
Die Mineraliengrube Lengenbach gehört zu den bedeutendsten Mineralienfundstellen der Erde. Mehr als 40 der dort bisher entdeckten Mineralarten wurden erstmals an diesem Ort gefunden. Im Binntal können Besucher an einer geführten Mineralienexkursion mit einem Strahler teilnehmen.
Wandern und Wege
Das Binntal verfügt über rund 150 Kilometer gut erhaltener Wander- und Bergwege. Eine markante Bergwanderung führt von Binn über das 2503 Meter hohe Eggerhorn nach Ausserbinn. Das Eggerhorn gilt als einer der aussichtsreichsten Punkte im Landschaftspark Binntal.
Der Pilger- und Besinnungsweg Binn–Heiligkreuz–Binn ist ein 2018 wieder instand gesetzter Rundweg, der Binn, Ze Binne, Heiligkreuz und Wilere verbindet. Der Weg Binn–Heiligkreuz–Binn ist 6,8 Kilometer lang, dauert etwa 2 Stunden und 15 Minuten und beginnt und endet in Binn auf 1400 Metern Höhe.
Der Spazierweg Ze Binne–Wilere–Schmidigehischere verbindet den Hauptteil von Binn mit der alten Kirche im Weiler Wilere. Unterwegs bietet er Ausblicke auf das Dorf sowie auf den Stausee bei Ze Binne. Der Gesteinserlebnisweg Fäld umfasst Klanglöcher, ein Lithophon, eine Lupenstation, einen Boulderquergang und einen Steinmannli-Spielplatz.
Die Wanderung zur Twingi-Schlucht beginnt in Binn und führt durch die Twingi-Schlucht. Der alte Weg durch die Schlucht war Teil einer historischen Handelsroute durch das Binntal. Als historische Besucherroute für Velofahrer und Fussgänger bildet dieser Weg mit seinen Tunnels sowie Stütz- und Begrenzungsmauern ein eindrückliches Baudenkmal.
Kultur
Die Pfarrkirche des heiligen Erzengels Michael im Weiler Wilere wurde vermutlich zwischen 1561 und 1565 erbaut. Ein um 1300 entstandenes, fragmentarisch erhaltenes Fresko mit einer Darstellung der Nikopoia weist dort auf Teile des früheren Gotteshauses hin.
Die Kapelle des heiligen Sebastian in Ze Binne wurde 1725 erbaut. Ihr 1675 geschaffener und mehrfach veränderter barocker Rosenkranzaltar stand ursprünglich in der Pfarrkirche von Wilere und wurde 1963 in die Kapelle nach Ze Binne versetzt. Die dem heiligen Martin geweihte Kapelle in Fäld wurde vermutlich 1660 erbaut.
Die Ortsbilder von Schmidigehischere und Wilere, beides Ortsteile von Binn, sind von nationaler Bedeutung. Imfeld gehört zu den homogensten Siedlungen des Goms. Das Hotel Ofenhorn in Binn wurde 1883 eröffnet und 1897 erweitert.
Die Bergbrauerei Binn bietet eine Bierdegustation mit Präsentation des Brauprozesses an, bei der Biertypen, Rohstoffe und das Projekt der Bergbrauerei Binn erläutert werden.
Das Regionalmuseum Binntal in Binn präsentierte bis zum Sommer 2023 archäologische Fundstücke und Mineralien aus dem Binntal sowie Teile der volkskundlichen Sammlung von Gerd Graeser. Die Dorfführung Binn findet von Juli bis Mitte September jeden Montag um 15:45 Uhr mit anschliessendem Apéro statt; eine Anmeldung ist erforderlich.
Winter
In Binn gibt es oberhalb der Kirche im Weiler Wilere einen kleinen Schlepplift. Vom Parkplatz Binn-Dorf ist der Schlepplift Wilere über den Kirchweg in fünf Minuten zu Fuss erreichbar. Der Schneeschuh-Natura-Trail beginnt in Fäld, führt durch Wald und offenes Gelände zur Alp Brunnebiel und steigt anschliessend durch Pulverschnee direkt nach Fäld ab.
Unterwegs im Binntal
Im Sommer bringt der Bus alpin Ausflügler und Wanderer von Binn nach Fäld und weiter bis Brunnebiel im hinteren Binntal. Touristische Informationen zu Binn, Ernen und Grengiols bietet die Website der Gemeinde Binn.
Zum Goms gehören ausserdem Ulrichen, Ernen, Reckingen, Oberwald, Münster-Geschinen, Obergesteln, Grafschaft und Fieschertal.
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