Ergisch – Wandern, Suonen und Walliser Dorfkultur
Ergisch verbindet alte Walliser Häuser, Ställe und Scheunen mit Neubauten, ohne das Dorfbild zu beeinträchtigen. Der Ort hat seinen ursprünglichen lokalen Charakter und vielfältige Traditionen bewahrt. Zufallsfunde und bei archäologischen Untersuchungen freigelegte Hinterlassenschaften belegen in der Gemeinde Ergisch Besiedlungen der Eisenzeit und der Römerzeit.
Kultur und Geschichte
Ergisch hatte bereits vor 1548 eine Kapelle. 1860 wurde der Ort zu einer eigenen Pfarrei erhoben; 1861 trennte er sich endgültig von der Pfarrei Turtmann. In der Alten Säge Ergisch können Sie Besichtigungen mit Vorführungen des Sägens verbinden. Im regionalen Zusammenhang mit Ergisch steht außerdem der traditionsreiche Ringkuhkampf auf der Alpe Tschorr, der gemeinsam mit Eischoll verortet ist.
Zur bäuerlich geprägten Umgebung gehören Schafe, Ziegen, Simmentaler Rinder und Eringer Rinder. Das Wandergebiet Turtmanntal–Augstbordregion steht mit Ergisch in Verbindung und ist im Sommer beliebt. Das Turtmanntal gilt als eine der ursprünglichsten Landschaften der Schweiz und ist Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen, darunter die Besteigung des Barrhorns.
Landschaft
Von Ergisch aus sehen Besucher zahlreiche Bergketten, das Rhonetal und die gegenüberliegenden Bergdörfer. Die Route R 22 eröffnet von offenen Wiesen aus Ausblicke auf das Rhonetal und die umliegenden Gipfel. Nördlich von Ergisch steigt sie wieder an und führt durch die gut erhaltenen Weiler Bränner und Lunggi.
Der Spaziergang entlang der Suone von Ergisch führt durch idyllische Landschaften und grüne Bergwiesen weiter in die Wälder des Turtmanntals. Die Suone wurde 1920 in die Felsen gehauen. Die Wasserleite von Ergisch und Riederu bezieht ihr Wasser aus der Turtmänna auf 1.300 Metern.
Wanderrouten
Die Route R 34 Ergisch–Alpetjini–Wängerstäg–Töibuwald–Wasserleite–Ergisch ist als geführte Wanderung ausgewiesen. Sie umfasst 12,5 Kilometer, eine Gehzeit von 4 Stunden 15 Minuten, 755 Meter Aufstieg und 760 Meter Abstieg. Als Rundroute führt R 34 über den Studentenweg hinauf nach Alpetjini, steigt anschließend zur Turtmänna ab und verläuft über die Ergischer Wasserleite zum Ausgangspunkt zurück. Unterwegs informieren Tafeln über Adler und einen Adlerhorst.
Die Route R 22 Turtmann–Unterems–Ergisch–Gampel-Steg ist als mittelschwere Wanderung über 10,2 Kilometer mit 3 Stunden 40 Minuten Gehzeit sowie jeweils 695 Metern Aufstieg und Abstieg ausgewiesen. Ergisch ist zudem Ausgangspunkt für zahlreiche Wander- und Bike-Möglichkeiten. Die unterschiedlichen Distanzen, Gehzeiten und Höhenmeter machen die Wege untereinander vergleichbar.
Bei der geführten Tour „Suonen und Gletschersicht im Turtmanntal“ führt der erste Wandertag nach gemeinsamer Bahn-/Busreise nach Ergisch entlang einer abwechslungsreichen Suone durch den Lärchenwald bis Hübschweidji. Der erste Abschnitt verläuft meist auf einem breiten, wildromantischen Weg, weist aber auch einige ausgesetzte Stellen auf.
Der markierte Wolfspfad verbindet Eischoll und Ergisch. Er führt an typischen Walliser Stadeln vorbei, überquert einen idyllischen Bach und verläuft durch eine artenreiche Bergflora.
Praktische Orientierung
Die Route der Wasserleite von Ergisch und Riederu beginnt in Ergisch auf 1.086 Metern über dem Meeresspiegel und endet in Gampel-Steg auf 631 Metern. Acht Wanderrunden beginnen und enden am Bahnsteig Ergisch, Dorf; einen Anschlussbus gibt es nicht, ebenso wenig eine Rückkehr zum Auto.
Weitere Orte derselben übergeordneten Ebene sind Gampel-Bratsch, Leukerbad, Inden, Oberems, Albinen, Varen, Leuk und Gampel.
Ergisch verfügt über einen eigenen Dorfladen, der von der Bevölkerung und von Feriengästen geschätzt wird.
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