Grengiols – Dorfkultur, Tulpenwege und historische Wege
Kultur und Ortsbild
Grengiols weist ein Ortsbild von ausgeprägter Eigenart auf und ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung verzeichnet. Der Dorfkern wurde nach dem Brand von 1799 planmässig wieder aufgebaut. Zur Gemeinde gehören die Hauptsiedlung und die Weiler Zenhäusern, Bädel, Bächerhäusern, Viertel, Hockmatte, Deisch und Nussbaum.
Die Pfarrkirche von Grengiols ist eine mächtige Basilika aus den Jahren 1913–1915 in historisierendem Stil mit einem eleganten mittelalterlichen Turm und einem ummauerten Friedhof. Eine Kapelle aus dem 17. Jahrhundert wurde untersucht; sie war innerhalb eines Turms errichtet worden, der in das 12. oder 13. Jahrhundert datiert wird. Auf dem Hügel wurden mehrere bronzezeitliche Siedlungen nachgewiesen.
In Grengiols besteht eine Glockenspieltradition mit fünf Kirchenglocken; die grösste, die Christkönigsglocke, wiegt 2062 kg. Dort übt zudem einer der letzten Carilloneure der Schweiz das Glockenspiel aus. Die Kulturkommission Grengiols organisiert über das ganze Jahr verteilt immer wieder kulturelle Veranstaltungen im Dorfkern. Die Veranstaltungen der Reihe „Kultur im Freien“ finden auf der Terrasse am Dorfplatz statt und werden bei schlechtem Wetter in die renovierte Alte Turnhalle verlegt. Beim Brauch „Santigläis Trichjie“ ziehen am Abend des 6. Dezembers ab 20 Uhr rund 40 Männer mit grossen Treicheln durch das ganze Dorf. Seit 1999 findet in Grengiols alle drei Jahre ein Ritual statt, bei dem die Sonne in Form eines grossen Rads die steile Dorfgasse hinuntergerollt wird.
Natur
Die Grängjer Tulpe („Tulipa grengiolensis“) blüht nur im Dorf Grengiols und in dessen Umgebung; jeweils in der zweiten Maihälfte können Sie sie auf der Chalberweid bestaunen. Der ausgeschilderte und kostenlose Rundweg „Tulpenring“ beginnt und endet in Grengiols, ist 2,20 km lang und weist eine Höhendifferenz von 120 m auf. Er folgt teilweise der alten Wasserleitung „Afteri“; zu ihm gehört ein Biotop in der Nähe des Milibachs.
Wege und Rundgänge
Der Kulturweg in und um Grengiols beginnt am Dorfplatz und führt über die steile Dorfstrasse und die Toteblatta zum Tulpenhügel; er ist 2,20 km lang und dauert etwa 45 Minuten. Der Kulturweg Grengiols–Bister verläuft als 6,20 km langer Rundweg von Grengiols nach Bister und zurück durch eine vielfältige Kulturlandschaft und dauert etwa zwei Stunden.
Der Rundweg Grengiols–Zenhäusern–Bister–Grengiols führt an der alten Suone „Milleri“ entlang und verläuft auf dem Rückweg über den historischen Römerweg beziehungsweise die Heerstraße. Dabei führt er an der Kirche von Grengiols vorbei, die nicht wie die meisten Kirchen von Osten nach Westen, sondern von Süden nach Norden ausgerichtet ist. Der Baumspaziergang Grengiols–Bister beginnt im historischen Dorfkern von Grengiols, führt über Bister zurück nach Grengiols, verläuft durch eine einmalige Birkenallee und vermittelt entlang der Strecke Wissenswertes über die Bäume.
Die Route durch die Twingischlucht ist als leicht eingestuft, 12,97 km lang und dauert etwa 3 Stunden und 45 Minuten. Die Wanderung verläuft auf einem historischen Weg vom unberührten Binntal ins Rhonetal und erschliesst dabei das Dörfchen Grengiols. Die verschiedenen Streckenlängen und Zeitangaben geben Ihnen eine sachliche Grundlage, Wege nach verfügbarem Zeitfenster und Gehaufwand zu vergleichen.
Geografische Einordnung und Anreise
Grengiols liegt auf der Südseite des oberen Rhonetals an einem durch Geländeterrassen gegliederten Hang und gehört geografisch zum Goms und zum Aletschgebiet. Der Ort liegt zwischen Mörel, Fiesch und Ernen, etwa 13 km von Brig entfernt und vier Stationen der Matterhorn-Gotthard-Bahn von Brig entfernt. Die Anreise nach Grengiols erfolgt über einen Umstieg in Brig auf die Matterhorn Gotthard Bahn; der Bahnhof liegt zehn Gehminuten vom Dorfzentrum entfernt.
Lokale Produkte
Die Sennerei Grengiols stellte die Produktion auf Raclette-Käse um; 2010 erhielt der Betrieb das AOC-Raclette-Label. Daneben werden „Grängjerli“ und weitere Milchprodukte angeboten. „Gomser 55“ gilt als geschützter regionaler Markenname, der seit Jahrzehnten in der Dorfsennerei hergestellt wird.
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