Chur
Chur verbindet eine gewachsene Altstadt mit dem Alltag einer Bündner Kantonshauptstadt und dem Zugang zu den Alpen. Die Stadt liegt im Churer Rheintal, wo Wege aus dem Norden, aus dem Oberland und aus mehreren Bündner Tälern zusammenkommen. Wer einen Aufenthalt plant, kann Kultur und Stadtbummel mit einem Ausflug in die Berglandschaft verbinden, mit der Stadt als eigenständigem Reiseziel. Für den Vergleich mit anderen Orten eignet sich der Überblick zu Städten in der Schweiz; den regionalen Rahmen bildet Graubünden.
Chur im Sommer
Foto: MySwitzerland.com
Kurzfakten zu Chur
- Chur liegt im Rheintal am Kreuzungspunkt von Wegen in Bündner Täler und über Alpenpässe.
- Archäologische Spuren reichen auf dem heutigen Stadtgebiet bis in die Altsteinzeit zurück.
- Die verkehrsfreie Altstadt bewahrt mittelalterliche Gassen, den Bischöflichen Hof und die Kathedrale St. Mariä Himmelfahrt.
- Das Rätische Museum zeigt Bündner Geschichte in einem 1675 erbauten Patrizierhaus.
- Die Bergbahn verbindet Chur mit Brambrüesch oberhalb der Stadt.
Altstadt und lange Siedlungsgeschichte
Archäologische Funde reichen auf dem heutigen Stadtgebiet bis in die Altsteinzeit zurück. Chur wird als älteste Stadt der Schweiz bezeichnet; die Lage an Wegen durch das Rheintal und über Alpenpässe trug früh zu seiner Bedeutung bei. Römer, Bischöfe, Zünfte und später die Bündner Kantonsverwaltung prägten unterschiedliche Abschnitte der Stadtgeschichte. Diese Schichten lassen sich beim Rundgang zwischen Altstadt, Bischöflichem Hof und den Spuren römischer Besiedlung nachvollziehen.
Die Gassen der Altstadt sind weitgehend verkehrsfrei. Rund um Plätze wie den Arcas wechseln sich historische Häuser, Läden, Cafés und Restaurants ab. Rote Wegweiser helfen, die wichtigsten Gassen und Sehenswürdigkeiten zu finden; für vertiefte Einblicke lässt sich der Spaziergang mit einer Stadtführung verbinden. Das Obertor gehört zu den erhaltenen Türmen der mittelalterlichen Stadtbefestigung. An der Martinskirche fallen die Glasfenster von Augusto Giacometti auf, die 1919 eingesetzt wurden.
Oberhalb der Altstadt liegt der Bischöfliche Hof mit der Kathedrale St. Mariä Himmelfahrt. Das heutige Bauwerk entstand im Mittelalter zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert. Im Innern ist der spätgotische Hochaltar von Jakob Russ aus dem späten 15. Jahrhundert ein markantes Werk. Die Höhenlage des Hofs und die Nähe zu den Gassen machen Kathedrale, Obertor und Martinskirche zu gut kombinierbaren Stationen eines Spaziergangs.
Museen und Bündner Kultur
Das Rätische Museum in der Altstadt widmet sich der Geschichte Graubündens von den frühen Siedlungen bis in die Gegenwart. Archäologische, kulturgeschichtliche und volkskundliche Sammlungen geben dabei Einblick in den Kanton als Ganzes, nicht nur in die Stadt. Das Bündner Kunstmuseum setzt einen anderen Schwerpunkt: Die Sammlung umfasst Kunst aus Graubünden und der Schweiz vom 18. Jahrhundert bis heute. Die historische Villa Planta und der moderne Erweiterungsbau bilden gemeinsam den Museumsstandort.
Wer Naturgeschichte statt Stadtgeschichte sucht, kann das Bündner Naturmuseum einplanen. Es behandelt unter anderem die Tier- und Pflanzenwelt sowie die Geologie des Kantons. So lässt sich ein Regentag kulturell gestalten oder ein Altstadtbesuch um ein Thema ergänzen, das beim anschliessenden Blick in die Berge wiederkehrt: die Entstehung und Veränderung der Alpenlandschaft.
Vom Stadtzentrum auf den Brambrüesch
Churs Hausberg Brambrüesch ist direkt aus der Stadt mit einer Bergbahn erreichbar. Oben stehen je nach Saison Wanderwege, Mountainbike-Strecken und Wintersportmöglichkeiten im Vordergrund. Damit unterscheidet sich dieser Ausflug von einer längeren Fahrt in ein entferntes Tal: Stadtbesuch und Naturerlebnis können am selben Aufenthaltstag Platz finden. Bedingungen, Bahnbetrieb und verfügbare Angebote richten sich nach Saison und Wetter; die aktuelle Übersicht veröffentlicht Chur Tourismus zu Brambrüesch.
Chur als Ausgangspunkt für Graubünden
Der Bahnhof verbindet Chur mit dem überregionalen Bahnverkehr und ist zugleich ein wichtiger Startpunkt für Fahrten mit der Rhätischen Bahn. Die Albula- und Berninalinien gehören zum UNESCO-Welterbe. Eine bekannte Bahnreise führt von Chur durch das Albulatal und über den Berninapass bis nach Tirano in Italien. Für solche Fahrten ist Chur sowohl als Start- als auch als Abschlussort interessant; die Strecke verbindet den Bündner Hauptort mit dem Albulatal, dem Berninapass und dem italienischen Tirano.
Im Kanton liegen die Ziele weit auseinander und die Täler unterscheiden sich deutlich in Höhenlage und Charakter. Die Übersicht Orte und Regionen in Graubünden erleichtert die Auswahl einer passenden Weiterreise. Als Kontrast zur städtischen Basis lässt sich etwa Davos mit seinem alpinen Ortsbild betrachten. Für einen Aufenthalt mit Übernachtung gibt es zudem Informationen zu Unterkünften in Chur und zu Unterkünften in Graubünden.
Häufige Fragen zu Chur
Warum gilt Chur als älteste Stadt der Schweiz?
Archäologische Funde auf dem Stadtgebiet reichen bis in die Altsteinzeit zurück; erste dauerhafte Siedlungen sind auch aus Bronze- und Eisenzeit belegt. Churs Lage an den Routen durchs Rheintal und über mehrere Alpenpässe trug früh zur Bedeutung des Orts bei.
Welche Museen erklären Stadt und Kanton?
Das Rätische Museum erzählt die Geschichte Graubündens von der Ur- und Frühgeschichte bis zur Gegenwart. Das Bündner Kunstmuseum widmet sich Kunst in und aus Graubünden, während das Naturmuseum Tiere, Pflanzen und Gesteine des Kantons zeigt.
Wie nah liegt Brambrüesch am Stadtbesuch?
Die Bergbahn führt direkt aus Chur in das Gebiet oberhalb der Stadt. Damit lassen sich Altstadt und Berglandschaft während eines Aufenthalts kombinieren; Wander-, Bike- und Wintersportmöglichkeiten unterscheiden sich nach Saison und Bedingungen.