Busslingen entdecken: Kulturweg, Mühle und Landschaft

File:Remetschwil 082.jpg File:Remetschwil 082.jpg Foto: DidiWeidmann via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Busslingen ist Teil der Wanderung «Von der Reuss über den Heitersberg»: Die Route führt durch den Weiler und nach einem Wald- und Tobelabschnitt zum Dorf Remetschwil. Remetschwil liegt im Kanton Aargau zwischen Baden und dem Mutschellen oberhalb des Reusstals. Die Verbindung aus Weg, Landschaft und Ortsgeschichte zeigt sich hier an einzelnen Stationen ebenso wie in den weiteren Wegen des Umfelds.

Kultur und Geschichte

Der Kulturweg Remetschwil vermittelt Ortsgeschichte anhand von Skulpturen und Informationstafeln beziehungsweise Informationspunkten. Er verbindet auf zwei unterschiedlichen Routen Kunst und Natur; einige Punkte bieten zudem Aussicht. Die beiden Rundwege umfassen zehn Standorte mit Skulpturen. An den Standorten können Informationen per QR-Code abgerufen werden. Die Künstlerin Beatrix Motsch bietet private Führungen auf dem Kulturweg Remetschwil für Vereine, Gruppen und Kulturinteressierte an.

Ein eigenständiger historischer Bezug liegt in der Mühle Busslingen. Sie ist eine 1868 errichtete Getreidemühle und hat Teile ihrer historischen Ausstattung sowie der Mühleneinrichtung bewahrt. Spuren des früheren oberschlächtigen Mühlenrads sind noch im Mauerwerk erkennbar. Das Wegkreuz Sennhof von 1860 besteht aus Muschelkalk und besitzt kleeblattförmige Balkenenden. Im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) wird es mit regionaler Bedeutung erwähnt.

Archäologische Spuren

In der Nähe des Gebiets Grosshau wurden Bruchstücke einer tönernen Amphore gefunden, die zur Aufbewahrung von Wein diente. In Remetschwil reichen die archäologischen Funde von der Hallstattzeit bis in die römische Zeit. Im Gebiet Grosshau wurde 1948 ein Brandgrab mit Waffen und Keramikbeigaben gefunden und archäologisch untersucht; offenbar handelt es sich um das Grab eines helvetischen Kriegers aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. Die Landwirtschaft in Remetschwil umfasste früher neben Ackerbau und Viehwirtschaft auch Weinbau.

Landschaft und Wege

Der im Kulturweg behandelte Wald in Remetschwil beherbergt Rehe, Füchse, Dachse, Eichhörnchen und viele verschiedene Vogelarten. Der Heitersberg ist eine alteiszeitliche Mittelmoräne des Reussgletschers, die während der Risseiszeit vor 350000 bis 120000 Jahren entstand. Von der Lichtung am Kulturweg führen viele Wege über den Heitersberg; er kann von dort zu Fuss oder mit dem Velo erkundet werden.

Der Kulturweg führt am Fuchstobelbach entlang bis zum Ende eines kleinen Buchenwaldes. Auf der anderen Bachseite verläuft ein kleiner Wanderweg. Für die eigene Planung lassen sich die unterschiedlichen Wegformen – zwei Rundwege, die Wanderung über den Heitersberg und die Wanderung zum Egelsee – nach ihren Landschafts- und Kulturbezügen nebeneinander betrachten.

Im weiteren Umfeld gibt es Wandermöglichkeiten rund um den Heitersberg sowie den Lägerngrat Ridge Trail. Ebenfalls im weiteren Umfeld von Remetschwil liegen der Höhenzug Heitersberg, Flusstäler und bewaldete Bergrücken. In der näheren Umgebung liegen der Höhenzug Heitersberg, der Egelsee sowie die Reusslandschaft rund um den Dominiloch-Steg. Eine Wanderung zum Egelsee führt im ersten Wegstück durch Remetschwil und endet an einem Moorsee in einem Naturschutzgebiet.

Geologische Zeugnisse

Der sichtbare Teil des Findlings misst 6 x 1 Meter. Der Findling wurde während des Rückzugs des Reussgletschers in einer mittelpleistozänen Eiszeit in diesem Gebiet zurückgelassen, die früher als Risseiszeit bezeichnet wurde.

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