Ehrendingen zwischen Limmattal und Surbtal – Kapellen, Geschichte und Natur
Ehrendingen liegt auf einer Anhöhe zwischen Limmattal und Surbtal am Nordwestabhang der Lägern. Die Gipsgrube ermöglicht einen direkten Einblick in das Innere der Faltung der Lägern. Im Wald ist der selten gewordene Mittelspecht wieder heimisch geworden.
Landschaft und Wege
Die drei ausgeschilderten Ehrendinger-Runden führen zu bekannten und weniger bekannten Orten im Dorf Ehrendingen. Ihre Informationstafeln behandeln Geschichte, Geologie, Natur- und Heimatkunde. Die Wanderung über den Lägernkamm ist Teil des Jurahöhenwegs und weist einige sehr schmale Stellen auf, die Trittsicherheit erfordern. Die Höhle vor dem Heidewiibliloch ist eine beliebte Grillstelle für Erwachsene und Kinder. Der Spielplatz Spassigo wurde im November 2000 den Kindern zur Nutzung übergeben.
Das Aargauer Nachtnetz umfasst die Linie N73 zwischen Baden und Ehrendingen. Die Freizeitregion Baden verbindet vielfältige Ausflugsziele, Thermalwasser, eindrucksvolle Zeitzeugen und grüne Uferwege.
Weitere Ortsseiten: Baden, Remetschwil, Würenlos, Spreitenbach, Mellingen, Künten, Wettingen, Busslingen.
Kultur und Sakralbauten
Das Gebiet nördlich der Lägern war bereits in der Jungsteinzeit und der Bronzezeit besiedelt. Ehrendingen wurde im Jahr 1040 erstmals urkundlich unter dem Namen «Aradingin» erwähnt. Eine Kapelle am Standort des Ökumenischen Zentrums wurde 1370 erstmals schriftlich erwähnt. Um 1530 wurde an der Stelle der früheren Kapelle die Kirche St. Blasius gebaut.
Maueruntersuchungen aus dem Jahr 1994 ergaben, dass die Agatha Kapelle ins 11. oder 12. Jahrhundert zurückreicht. Sie bewahrt zwei romanische Rundbogenöffnungen mit schrägen Leibungen, die noch aus ihrer Bauzeit stammen: eine auf der Nord- und eine auf der Südseite. Im Inneren der Agatha Kapelle befinden sich drei spätgotische Holzplastiken, die die heilige Agatha, Margaretha und Verena darstellen. Das Altarbild ist eine auf das Jahr 1627 datierte Kreuzigungsgruppe mit einer geschnitzten Christusfigur sowie gemalten Darstellungen von Maria und Johannes. Seit 1966 steht die Agatha Kapelle unter Denkmalschutz.
Die Pfarrkirche St. Blasius und Franz Xaver wurde im Kern 1620 errichtet, 1828 auf ihre heutige Länge erweitert und erhielt 1837 den bestehenden Polygonalchor. Der heute als Nebenkapelle genutzte Chor bewahrt einen klassizistischen Stuckmarmoraltar der Gebrüder Huttle von 1838/39 sowie einen Taufstein von 1587. Der Chor samt Ausstattung und Turm der Pfarrkirche St. Blasius und Franz Xaver steht unter kantonalem Denkmalschutz.
Geschichte und Technik
Die Gipsmühle an der Tiefenwaag 4 ist erstmals für das Jahr 1278 nachgewiesen. Sie steht kantonal unter Schutz; der Schutz umfasst das Äussere und technische Einrichtungen wie Kanal, Wasserrad und Mahlgänge. Zur Anlage gehört ein getreu nachgebildetes unterschlächtiges Mühlrad aus Eichenholz mit acht Speichen und 32 Schaufeln. Die Wasserzufuhr durch einen künstlichen Erdkanal lässt sich mit einer Schleuse regulieren.
In Ehrendingen wurde zwischen 1892 und 1902 im grossen Stil Zement produziert. In der ehemaligen Zementfabrik arbeiteten 400 Menschen.
Dorfleben und Landwirtschaft
Ehrendingen verfügt über ein virtuelles Dorfmuseum mit digitalisierten historischen Fotos, Filmen und Schriftstücken zu lokalen Geschichten, Orten und Personen. Das virtuelle Dorfmuseum bietet vier erste Online-Ausstellungen. «Ehrendingen von oben» zeigt Luftbilder aus den vergangenen 100 Jahren, während «So war es einmal …» historische Ansichten des Dorfes Ehrendingen behandelt. Die Ausstellung «Kühe, Kirschen und Kartoffeln» befasst sich mit der Landwirtschaft von Ehrendingen.
Auf der Obstplantage in Ehrendingen werden Äpfel, Birnen, Kirschen und Zwetschgen vorwiegend für den Direktverkauf produziert. Der Hofladen der Obstplantage ist ganzjährig geöffnet und bietet weitere landwirtschaftliche Produkte an. Auf dem Erdbeerfeld von Frei's Hoflädeli in Ehrendingen können ab etwa Anfang Juni Erdbeeren selbst gepflückt werden. Kirschen aus dem Obstgarten von Frei's Hoflädeli in Ehrendingen sind etwa ab Mitte Juni erhältlich.
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