Waldstatt zwischen Holzweg, Kunst und Appenzeller Bräuchen
Waldstatt ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Appenzell Ausserrhoden und gehört zum Hinterland. Der Panoramaweg Waldstatt führt als Rundweg in etwa zweieinhalb Stunden um Waldstatt herum; immer wieder gibt es freie Sicht auf das Säntismassiv.
Landschaft und Wege
Die Umgebung von Waldstatt ist durch eine hügelige Landschaft geprägt. In diese Landschaft führt der Holzweg Waldstatt als 6,5 Kilometer langer thematischer Wanderweg mit 16 Stationen zum Erkunden, Lernen und Spielen. Der Weg ist für alle Altersgruppen geeignet, jedoch nicht für Kinderwagen oder Rollstühle. Für die Planung eines Tages unterscheiden sich die Angaben klar: Der Panoramaweg steht für einen Rundweg mit ungefähr zweieinhalb Stunden, der Holzweg für eine 6,5 Kilometer lange Strecke mit festgelegten Stationen. Weglänge, ungefähre Dauer und die genannte Einschränkung bei Kinderwagen und Rollstühlen liefern dabei unterschiedliche praktische Informationen.
Ein weiterer Weg führt vom Dorfbrunnen bis zum idyllisch gelegenen Weiher im Bad Säntisblick: Der Emma Kunz Pfad präsentiert an fünf Stationen das Wirken von Emma Kunz. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, die Bilder entlang des Weges auf sich wirken zu lassen.
An der Feuerstelle am Waldrand bietet sich eine schöne Aussicht auf den Säntis. Dort stehen Brennholz und Löffelrohlinge bereit; mit einer Anleitung vor Ort können Besucherinnen und Besucher mit ihrem Sackmesser einen eigenen Holzlöffel schnitzen. Die Feuerstelle ist in rund 45 Minuten erreichbar. Das Schwimmbad Waldstatt verfügt über ein Planschbecken für Kleinkinder.
Kunst und Brauchtum
Das Otto Bruderer Haus bewahrt im Wohnhaus des Künstlers Otto Bruderers Werk auf. Im Haus befindet sich ein umfangreicher Bestand an Aquarellen, Skizzen sowie Bildern auf Papier, Leinwand und hartem Malgrund. Die Otto Bruderer Gesellschaft organisiert regelmässig Ausstellungen mit aktuellen Künstlerinnen und Künstlern im Zusammenhang mit dem Otto Bruderer Haus.
Zum örtlichen Brauchtum gehört der Gidioumzug, der alljährlich am Aschermittwoch stattfindet. Die fasnächtlich gekleidete Schuljugend zieht mit thematischen Motivwagen und als Fussvolk mit. Entlang der Route beschenken Geschäftsinhaberinnen und Geschäftsinhaber die Trauergemeinde mit essbaren Gaben.
Auch der Alte Silvester wird in Waldstatt sichtbar: Die Urnäscher und Waldstätter Silvesterkläuse treten dabei noch heute auch am 13. Januar auf. Die Schuppel ziehen von Hof zu Hof und heute auch von Haus zu Haus.
Geschichte des Ortes
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Waldstatt von der Hungersnot im Appenzellerland stark betroffen, besonders 1817; ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann sich die Gemeinde von den Krisenjahren zu erholen. Die erste Freischule in Waldstatt wurde 1727 eröffnet, zuvor wurde in einer Schulstube im Pfarrhaus unterrichtet.
In der Umgebung von Waldstatt liegt unterhalb des Kronbergs die historische religiöse Kapelle Chapel of St. James, die bereits 1464 erwähnt wurde.
Weitere Orte im Appenzeller Hinterland
Weitere Orte im Appenzeller Hinterland sind Schwellbrunn, Herisau, Schönengrund, Stein, Urnäsch und Hundwil.
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