Reigoldswil: Sagenweg, Ruine Rifenstein und Kulturgeschichte
Reigoldswil im Tal der Hinteren Frenke
Reigoldswil ist eine politische Gemeinde im Bezirk Waldenburg des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz und liegt am hinteren Ende des Tals der Hinteren Frenke. Das Gemeindegebiet umfasst Tal- und Berglandschaften in Höhenlagen von 470 bis 1161 Metern. Der Schattberg im Passwangmassiv steht dabei für den oberen Bereich. Die älteste schriftliche Erwähnung von Reigoldswil stammt aus dem Jahr 1152. Ab 1529 traten die Bewohner des Frenkentals zum reformierten Glauben über, und 1832 wurde Reigoldswil Teil des Kantons Basel-Landschaft.
Wenn Sie den Ort mit weiteren Zielen im regionalen Umfeld vergleichen möchten, finden Sie außerdem Verweise auf Diegten, Waldenburg, Hölstein, Langenbruck, Eptingen, Lampenberg und Niederdorf.
Kultur und Geschichte
Das 1765 erbaute Bauernhaus «Im Feld» gilt als wertvoller historischer Zeuge der bäuerlichen Baukultur im Kanton Basel-Landschaft und soll in das Kantonale Inventar der geschützten Kulturdenkmäler aufgenommen werden. In seinem Erdgeschoss befindet sich das Heimatmuseum «Im Feld», dessen Dauerausstellung das bäuerliche Leben vom 18. bis ins 20. Jahrhundert vergegenwärtigt.
Das Gebäude Im Chilchli war ursprünglich eine Hilariuskapelle, diente von 1536 bis 1562 dem reformierten Gottesdienst und wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts in ein Wohnhaus umgewandelt. Die Dorfkirche von Reigoldswil wurde 1562 am Fuss des Hoggenhübels eingeweiht. In ihrem Inneren befinden sich der Taufstein «Mutter und Kind» und das Gipsrelief «Ikarus», Werke des einheimischen Bildhauers Jakob Probst. Zu den Sehenswürdigkeiten von Reigoldswil gehören außerdem mehrere Skulpturen dieses Bildhauers.
Natur und Wege
Der Rifenstein-Sagenweg macht Sagen aus Reigoldswil als lokales Kulturgut mit Skulpturen und Informationstafeln auf einem ganzjährig begehbaren Rundwanderweg zugänglich. Der Weg beginnt beim Dorfmuseum an der Schmidtengasse in Reigoldswil. Sein oberer Abschnitt, die Abschnitte 6 bis 9, verläuft über Treppen; ansonsten ist der Weg mit einem Kinderwagen begehbar. Die Angaben zu Startpunkt, Wegform und Treppenabschnitt machen die Streckenplanung auch dann konkret, wenn Sie den Rundweg mit unterschiedlichem Gehaufwand verbinden möchten.
Der Waldseilpark Wasserfallen liegt auf der Jurakette oberhalb von Reigoldswil (BL), direkt bei der Bergstation der Luftseilbahn Reigoldswil–Wasserfallen. Bei der Luftseilbahn können Besucherinnen und Besucher ein Trottinett mieten und damit ins Tal hinunterfahren. Für die Nutzung eines Trottinetts gilt ein Mindestalter von 10 Jahren und eine Mindestgrösse von 135 cm; jüngere oder kleinere Kinder müssen mit einer erwachsenen Person mitfahren.
Die Talstation der Luftseilbahn Reigoldswil–Wasserfallen ist mit dem Bus Nr. 70 von Liestal bis zur Haltestelle «Reigoldswil Dorfplatz» erreichbar; der weitere Weg zur Talstation ist gut ausgeschildert. Im weiteren Bezirk Waldenburg verläuft eine Trailrunningstrecke, die an der Talstation beginnt und endet; im Gebiet Wasserfallen führt sie an Bächen, Wasserfällen und Felsformationen vorbei.
Ruine und Winterlandschaft
Die gut erhaltene Burganlage Ruine Rifenstein gehört zur Gemeinde Reigoldswil. Sie besteht aus einem Wohnturm und zwei Höfen, von denen noch viele Mauerreste erhalten sind. Die Ruine liegt auf einer steilen Felsnase zwischen Reigoldswil und Titterten und bietet einen Ausblick ins Tal.
Im Winter lässt sich die weiss glitzernde Hügellandschaft bei Wasserfallen mit Schneeschuhen oder auf Winterwanderwegen erkunden. Unterschiedliche Wegformen und Jahreszeiten stehen damit nebeneinander: Der Sagenweg ist ganzjährig begehbar, während bei Wasserfallen winterliche Routen mit Schneeschuhen oder auf Winterwanderwegen beschrieben sind.
Bräuche und Dorftermine
Am Sonntag nach Ostern findet in Reigoldswil das Eierlesen statt. In verschiedenen Gruppen und Varianten werden Eier über den Primarschulhausplatz transportiert, anschließend sind alle zu einem geselligen «Eierdätsch» eingeladen.
Der Banntag in Reigoldswil wird weiterhin von den Reigoldswilerinnen und Reigoldswilern sowie von auswärtigen Gästen gefeiert, allerdings nicht mehr in seinem ursprünglichen Kontext. Beim Banntag wechseln sich jährlich die beiden Rotten Wasserfallen und Widentäli ab; nach zwei Jahren ist der gesamte Reigoldswiler Bann abgelaufen.
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