Stierva entdecken: Kirche, Moorlandschaft und Winterwege

Stierva/Stürvis liegt im Parc Ela; das Dorfbild wurde als Ortsbild von nationaler Bedeutung ausgezeichnet. Kulturgeschichte, eine Moorlandschaft von nationaler Bedeutung und unterschiedlich angelegte Wege liegen hier eng beieinander.

Kultur und Geschichte

Die spätgotische Pfarrkirche St. Maria Magdalena zeichnet sich durch ein sehenswertes Netzrippengewölbe und einen ebenfalls spätgotischen Flügelaltar aus. Der heutige spätgotische Bau wurde im Dezember 1521 vollendet. Der Flügelaltar ist auf das Jahr 1504 datiert und stammt aus der Werkstatt von Augustin Henckel. Bei Renovierungsarbeiten an der Kirche wurden 1980–1981 drei Vorgängerbauten nachgewiesen, darunter eine vermutlich karolingische Saalkirche, die um 840 erwähnt wurde. Zum historischen Ortsbild gehört auch der mittelalterliche Wohnturm La Tour, ein Kulturgut von regionaler Bedeutung.

Landschaft

Die Moorlandschaft Alp da Stierva erstreckt sich auf einer Hangterrasse bei Stierva/Stürvis und bietet Weitblick ins Albulatal sowie auf die Schutthalden des Piz Toissa. Auf der Alp ist eine traditionelle Siedlung aus Maiensässen und Feldscheunen in Blockhüttenbauweise erhalten; eine kleine Alpkapelle ergänzt die Siedlung. Damit stehen Landschaftsform, historische Bewirtschaftung und erhaltene Bauten unmittelbar nebeneinander, ohne dass sie zu einer einheitlichen Sehenswürdigkeit zusammengefasst werden müssen.

Wege und Winter

Die Veia digl Pader ist ein zwölf Kilometer langer Erlebnispfad von Stierva/Stürvis nach Savognin. Auf dem Weg finden sich Gedichte von Pater Alexander Lozza (1880–1953), die über die Parc Ela-App abgerufen werden können. Der Spazierweg senda meir, auch Mäuseweg genannt, in Stierva wurde mit vielen Mäusesteinen und Kurven angelegt. Für den Winter ist die Wanderung Mon–Stierva sowohl hinsichtlich der Technik als auch der Kondition als leicht eingestuft. Der 130 Meter lange Kleinskilift Sumvei verfügt über eine flache, kinderfreundliche Piste, auf der Anfänger ihre ersten Schwünge üben können. Die unterschiedlichen Streckenlängen, Wegarten und Aktivitätsformen machen die Angebote gut vergleichbar.

Handwerk und Dorfleben

Das Tgesa rasteler museum dokumentiert das Rechenmacherhandwerk mit Foto- und Filmmaterial. Hans Friberg gibt dort Führungen und erzählt vom Leben im 20. Jahrhundert im Bündner Bergdorf Stierva/Stürvis. Zum Besucherangebot zählen Marenda auf Holzbrettli und Getränke. Das Rechenmacherhaus steht der Öffentlichkeit als B&B und Museum offen und vermittelt die Geschichte des Hauses.

Anreise und Sprache

Stierva liegt nicht an einer Durchgangsstraße und ist von Tiefencastel aus über die Gemeinde Mon erreichbar. Die PostAuto-Verbindung zwischen Tiefencastel und Stierva ist reservierungspflichtig. In Stierva spricht die Mehrheit der rund 140 Einwohner Rumantsch Surmiran; außerdem wird Deutsch gesprochen.

Bei der Wahl eines Hotels in Stierva können Sie Reisedaten, Zimmerkategorie und Stornierungsbedingungen neben Ihrem Interesse an der spätgotischen Kirche berücksichtigen. Diese Angaben eröffnen einen praktischen Blick auf den Aufenthalt, ohne die kulturellen und landschaftlichen Themen des Ortes zu vermischen.

Weitere Ziele auf derselben regionalen Ebene sind Wiesen, Savognin, Alvaschein, Bergün, Marmorera, Alvaneu, Sur und Lantsch/Lenz.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Albula.

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