Lantsch/Lenz: Kirchen, Dorfkultur und Naturwege

File:Lantsch-Lenz as seen from Lenzer Horn.jpg File:Lantsch-Lenz as seen from Lenzer Horn.jpg Foto: Capricorn4049 via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Lantsch/Lenz ist eine politische Gemeinde in der Region Albula im Kanton Graubünden in der Schweiz. Die Marienkirche wurde erstmals im Jahr 831 urkundlich erwähnt; zu ihrem Bestand gehören ein gotischer Altar und gut erhaltene Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert.

Der Schlüssel zur Marienkirche ist bei der Mesmerin Hilaria Simeon unter der Telefonnummer 081 681 21 56 erhältlich; eine telefonische Voranmeldung wird empfohlen.

Weitere Ziele in der Region Albula: Cunter, Alvaschein, Tinizong-Rona, Bergün, Marmorera, Bivio, Schmitten und Brienz/Brinzauls.

Kultur

Die St.-Cassian-Kapelle stammt aus dem 14. Jahrhundert. Der Überlieferung zufolge wurde sie von Bergleuten aus Plurs erbaut, die am Parpaner Rothorn Bergbau betrieben, und diente als Ersatz für die aufgegebene Stefanskirche.

Die Pfarrkirche St. Antonius von Padua wurde Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut, etwa 200 Jahre später vergrößert und 1985 renoviert. Ihre Orgel stammt aus dem Jahr 1863; ihr Gehäuse und neun Register sind aus dieser Zeit erhalten.

Die beiden letzten Pastroins, historische Wasch- und Backhäuser, geben Einblick in die vergangene Dorfkultur und können über den Verein Pro Pastroins besichtigt werden. Das Haus «La Tor» ist eine mittelalterliche Zollstation und erinnert an die historische Bedeutung von Lantsch/Lenz als Portenstation am Septimerweg.

Bei einem Spaziergang entlang der Hauptstraße durch den alten Dorfkern lässt sich das historische Haus Amilcar bewundern. Ebenfalls entlang der Hauptstraße befinden sich an den Häusern Voia Principala 20 und Voia Principala 16 die Fresken von Hans Ardüser.

Der zur Marienkirche gehörende Friedhof ist für seine schmiedeeisernen Grabkreuze bekannt und gilt als einer der schönsten Friedhöfe Europas. Auf Anfrage können private Kulturführungen zu den Wasch- und Backhäusern, zu St. Cassian und Tschividains, durch das Dorf, zu den Bildstöcken sowie zur Kirche St. Maria und ihrem Friedhof gebucht werden.

Das Antoniusfest um den 13. Juni ist zugleich Kirchweihfest und wird in Lantsch groß gefeiert. Archäologische Funde in und um die eisenzeitliche Siedlung Bot da Loz belegen die Anwesenheit der Römer und deuten auf eine Besiedlung des Ortes bereits in der Bronzezeit und der mittleren La-Tène-Zeit (2200–800 v. Chr.) hin.

Natur

Das Landschaftsschutzgebiet «Bot da Loz» liegt in der Gemeinde Lantsch. Im Insekten-Schaugarten Don Bosco ist täglich geöffnet; einheimische Pflanzen, Totholz, Kies, Sand und Steinhaufen schaffen dort Lebensräume und Nistgelegenheiten für Insekten.

Der Naturlehrpfad im Gebiet Bual–Rofna bietet eine abwechslungsreiche Wanderung mit vielen Informationen über die einheimische Fauna und Flora. Die Rundwanderung zum Aussichtspunkt Crap La Tretscha führt teilweise über einen Naturlehrpfad durch ein Forstgebiet; am Aussichtspunkt steht eine Grillstelle zur Verfügung.

Die Gemeinde Lantsch/Lenz unterhält zahlreiche Wanderwege durch eine intakte Landschaft, entlang derer es verschiedene Grillplätze gibt. Die Wanderung zur Hängebrücke Val Meltger bietet einen Panoramablick auf Lantsch/Lenz und die umliegenden Berge. Verschiedene ausgeschilderte Bike-Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden ergänzen das Wegenetz.

Wege

Die 12,38 Kilometer lange ViaSett-Wanderetappe von Lenzerheide nach Tiefencastel führt bis nach Lantsch/Lenz. Die zweite Etappe der ViaSett durchquert den Ort, führt an den Maiensäss-Hütten von Tschividains vorbei und weiter zur Kapelle Son Cassian. Auf der ViaSett-Wanderroute kommt der Weg an der Baselgia Viglia und der alten Pfarrkirche St. Maria vorbei, bevor er in Richtung Alvaschein absteigt.

Die Besteigung des Lenzerhorns oder des benachbarten Piz Linard gilt für erfahrene Berggänger als anspruchsvolle Herausforderung. Die unterschiedlichen Wegverläufe, Streckenlängen und Schwierigkeitsgrade lassen sich bei der persönlichen Tagesplanung getrennt betrachten.

Kulinarik

Savurando Parc Ela ist eine Rätselwanderung, die beim Restaurant St. Cassian in Lantsch/Lenz startet. Nach den einzelnen Etappen warten kulinarische Belohnungen in Form regional hergestellter Produkte.

Winter

Viele Wanderwege in Lantsch/Lenz werden auch im Winter präpariert, und die Region verfügt über ein sehr gut ausgebautes Winterwandernetz. Das Langlaufnetz, dessen Loipe in Lantsch/Lenz beginnt, umfasst 56 Kilometer frisch gespurte Loipen für klassisches Langlaufen und Skating in verschiedenen Schwierigkeitsstufen.

Der Natureisplatz Lantsch/Lenz ist ein Natureisfeld, auf dem kostenloses Eislaufen und Eishockeyspielen möglich sind. Neben dem Eisfeld befinden sich ein Umkleideunterstand sowie WCs.

Die Roland Arena bietet Biathlonangebote für jedermann, darunter einen Schnupperkurs, eine Familien-Challenge und einen Gruppenhit. Sie ist zugleich Treffpunkt für Elite- und Nachwuchssportler, Freizeitsportler, Vereine und Sportverbände. Die Führung «Blick hinter die Kulissen in der Roland Arena» erläutert die Entwicklung der Biathlonanlage, des Nordic House und der ersten Wettkämpfe bis zur Biathlon-WM 2025.

Das kleine, überschaubare Skigebiet in Lantsch/Lenz ist ideal für Kinder und Anfänger.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Albula.

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