Cunter an der Julierroute: Dorfgeschichte und Wege ins Albulatal

File:Cunterstrasse Brücke über die Julia, Cunter GR 20190828-jag9889.jpg File:Cunterstrasse Brücke über die Julia, Cunter GR 20190828-jag9889.jpg Foto: Jag9889 via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Cunter ist eine Ortschaft in der Gemeinde Surses, in der Region Albula, im Kanton Graubünden in der Schweiz. Als historische Siedlung liegt der Ort entlang der Julierroute, die zwischen 1834 und 1840 vollständig ausgebaut wurde. Cunter liegt am rechten Ufer der Julia. Das frühere Gemeindegebiet umfasste 355 ha Wald und Gehölz, 230 ha landwirtschaftlich nutzbare Flächen, überwiegend Alpwirtschaften, 108 ha unproduktive, meist gebirgige Flächen und 18 ha Siedlungsfläche.

Weitere Ortsseiten: Schmitten, Alvaneu, Alvaschein, Stierva, Salouf, Bergün, Riom-Parsonz und Brienz/Brinzauls.

Kultur und Geschichte

Im nördlichen Ortsteil befindet sich eine Baugruppe, deren Gebäude um einen Platz mit einem großen Brunnen angeordnet sind. Die große Anzahl von Stallscheunen prägt den historischen Dorfcharakter und kennzeichnet Cunter deutlich als Bauerndorf. Besonders markant ist die Stallscheunengruppe aus drei gleichartigen Stallscheunen des 19. Jahrhunderts. Sie bildet ein räumlich gestaffeltes Ensemble, das von der Talseite her deutlich hervortritt.

Die Kirche S. Carlo Borromeo, auch St. Karl Borromeo genannt, wurde 1677 als barocke Kirchenanlage neu erbaut. Ihr Langhaus besitzt zwei Seitenkapellen und einen dreiseitigen, nach Osten gerichteten Chor; die Ausstattung ist weitgehend ursprünglich erhalten. Am südlichen Ortseingang steht das Haus Scarpatetti, ein spätklassizistisches herrschaftliches Wohnhaus, das früher eine Wirtschaft war. Das Untere Haus Scarpatetti wurde 1622 als „feudales Engadinerhaus“ erbaut und nach einem Brandschaden 1824 erweitert. Im Haus Zur Taube ist eine Stube mit einer aus neun Feldern bestehenden Felderdecke aus der Zeit um 1759 erhalten.

Auch die ehemalige Poststation gehört zur historischen Überlieferung des Ortes. Sie besteht aus einem kleinen Stationsgebäude an der Straße und einer großen, etwas zurückversetzten Stallscheune. Beide Gebäudeteile sind außen gut erhalten und gelten als wichtige historische Zeugen der Passroute und des aufkommenden Fremdenverkehrs im späten 19. Jahrhundert. Oberhalb von Cunter liegt in Caschligns eine bronzezeitliche Siedlung aus dem 12. Jahrhundert v. Chr., die vermutlich die früheste Wegverbindung zum Albulatal war. Der Schatzfund von 1786 in Burvagn befindet sich teilweise im Rätischen Museum in Chur und im Landesmuseum in Zürich.

Wege und Landschaft

Der Themenweg Bergwald-Wundertüte startet in Cunter, endet dort und ist ganzjährig begehbar. Er enthält 19 Wald-Spielideen für Kinder von 7 bis 12 Jahren. Route 1 führt durch den vorwiegend aus Lärchen bestehenden Wald von Lareschs bei Cunter und Savognin. Eine weitere Verbindung ist der leichte, 1,8 km lange Spaziergang Cunter–Badogna–Lareschs–Savognin: Er beginnt in Cunter, führt durch einen Lärchenwald zum Spielplatz Lareschs und weiter nach Savognin.

Der Spielplatz Lareschs am Weg zwischen Cunter und Savognin bietet Holzelemente zum Balancieren und Klettern, Rutschbahnen, Schaukeln sowie eine Grillstelle mit Brennholz. Die Route Cunter–Badogna–Lareschs–Savognin führt durch einen Lärchenwald zu diesem Spielplatz. Für eine winterliche Wegführung steht die Wanderung „Arvenduft und Suppentopf“ zur Verfügung, die als Rundweg von Cunter über Muntschect, Promastgel und Caschligns zurück nach Cunter führt.

Die Wanderroute Plang la Curvanera–Motta Palousa–Promastgel–Cunter führt durch das Naturwaldreservat La Niva und weiter nach Cunter. Motta Palousa ist ein Aussichtspunkt an der Route nach Cunter mit einem besonderen Blick in das benachbarte Albulatal. Auf dieser Route führt der Abstieg über Promastgel nach Cunter. Unterschiedliche Weglängen, Wegarten und Jahreszeiten lassen sich so unmittelbar miteinander vergleichen.

Lokales und Anreise

Im Hofladen Kaninchen Paradies gibt es Kaninchenfleisch und Kaninchen-Wurstwaren, Ziegenfleisch- und Geflügelprodukte sowie Weihnachtsgänse. Der Hofladen Nalonder bietet Capuns, Linzertorte, Fleisch, Käse, Sirup, Konfitüren und natürliche Dekorationen. Cunter ist mit der Rhätischen Bahn oder mit dem PostAuto bis Tiefencastel erreichbar; von dort geht es mit dem PostAuto weiter nach Cunter.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Albula.

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