Sagens entdecken: Kultur- und Wanderwege bei Sagogn
Sagens: Platta Pussenta ist eine naturnahe, wesentlich vom Menschen beeinflusste und geformte Kulturlandschaft mit Weiden, Steinhaufen, Borden und Terrassen, kleinen Eichenwäldern, Erlen, Äckern, Trockenmauern, historischen Wegen und alten Mühlen. Hinzu kommt eine äusserst vielfältige, teilweise sehr seltene Flora und Fauna. Auf dem Gebiet der Gemeinde Sagogn wachsen 27 der insgesamt 73 verschiedenen wild wachsenden Orchideenarten der Schweiz. Sagogn liegt oberhalb des Rheins am Rand der Ruinaulta.
Ergänzend stehen Ihnen die Ortsseiten Igels, Siat, Valendas, Medels Im Oberland, Suraua, Schnaus, Castrisch und Andiast zur Verfügung.
Wege und Aussicht
Die Senda da Sagogn ist ein 3,5 Kilometer langer Wanderweg durch historisch-kulturelle Orte in der Nähe des Dorfes. Die Senda d’orchideas da Sagogn besteht aus zwei Wanderrundwegen mit einer Gesamtlänge von 7 Kilometern und endet an der Aussichtsplattform Crap Signina. Von Sagogn aus ist Crap Signina zu Fuss in etwa 30 Minuten erreichbar; von der Plattform reichen die Ausblicke auf Sagogn, in die Val Mulin, auf die Ruinaulta und in Richtung Ilanz.
Die Senda Sagogn führt auf die erhöhte Ebene Bregl am Ostrand von Sagogn. Dort stehen zwei Liegebänke zum Ausruhen, zugleich öffnen sich Ausblicke in die Umgebung. Neun Informationstafeln vermitteln auf der Senda Sagogn Wissenswertes über das Dorf. In den Wäldern von Sagogn führt ein dichtes Wanderwegnetz sowie verschiedene Bike-Touren zu Waldseen, Aussichtspunkten und weiteren Sehenswürdigkeiten.
Die Senda d’orchideas besteht aus einer westlichen und einer östlichen Rundstrecke, die auch einzeln begangen werden können; jede Strecke verfügt über eine Feuerstelle. Die unterschiedlichen Streckenlängen und Rundkursformen lassen sich bei der Tagesplanung unmittelbar miteinander vergleichen. Auf der Senda d’orchideas blühen von Mitte Mai bis Anfang August wiederholt verschiedene Orchideenarten; ungefähr alle zwei Wochen blühen andere Arten. Der Buna Vista Golf Sagogn verfügt über 18 Löcher, Par 72, in der Qualität eines Champion Course.
Kultur und Geschichte
Die Platta Pussenta weist künstlich geschaffene Schalen auf, die vermutlich von einem vorrömischen heidnischen Volk, möglicherweise den Rätern, angelegt wurden. Neben der Platta Pussenta kreuzen sich zwei historische Wege: die alte Landstrasse durch die Surselva von Laax nach Schluein, die bis ins 9. Jahrhundert genutzt wurde, und der Verbindungsweg von Sagogn über Plaun Larisch, Runcal und Gonda nach Falera.
Das Mühlenareal von Mulin dokumentiert die Bedeutung der einstigen land- und forstwirtschaftlichen Ökonomie sowie die vorindustriellen Prozesse des Kornmahlens und Holzsägens. Die Decken- und Wandmalereien von Giovanni Battista Macolino aus dem Val San Giacomo in der katholischen Kirche von Sagogn bilden im Kanton Graubünden den umfassendsten originalen Bestand hochbarocker Malerei.
Casti Aspermont verfügte bereits im 13. Jahrhundert über einen mächtigen Turm. Das elegante Saalhaus wurde 1672 durch die Castelli an den Turm angebaut. Casti Aspermont prägt das Ortsbild von Vitg dado massgeblich und ist mit seinen Besitzern bedeutend für die Dorfgeschichte Sagogns; der gegen Westen angebaute Hauptflügel stammt im Kern aus der Zeit vor 1400.
Die reformierte Kirche von Sagogn wurde im Jahr 1743 erbaut und besitzt eine zwiebelförmige Kirchturmspitze. Die älteste Vorgängerkirche am heutigen Ort der Marienkirche in Sagogn stammt aus dem 4. oder 5. Jahrhundert. Die Grundfläche der katholischen Kirche in Sagogn ist seit über 1500 Jahren unverändert geblieben.
Die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt gehört zu den besterhaltenen vollständig ausgezierten Kirchenbauten des frühen Hochbarocks nördlich der Alpen. Die heutige Kirche geht auf einen vollständigen Umbau von 1634 bis 1640 durch einen Tessiner oder Misoxer Baumeister zurück. Sie besitzt qualitätvolle Decken- und Wandmalereien von Giovanni Battista Macholino aus dem Jahr 1639. Unter der Empore an der südlichen Schiffswand ist ein Fragment zweier hochgotischer Heiligenfiguren aus der Zeit um 1370 bis 1390 zu sehen.
Auf dem Burghügel Schiedberg östlich von Sagogn belegen archäologische Befunde eine kontinuierliche Besiedlung von der Bronzezeit bis ins Hochmittelalter. Dort befinden sich eine hochmittelalterliche Burgruine und Reste einer umlaufenden Wehranlage mit Umfassungsmauer. Bei Bregl da Heida befinden sich Reste einer frühmittelalterlichen Kirche. In dieser Flur dürfte sich das zivile und ökonomische Zentrum des historischen Siedlungsgefüges befunden haben. Bei Bregl da Heida befindet sich ausserdem eine karolingische Saalkirche mit hufeisenförmiger Apsis, die als die im Tello-Testament von 765 erwähnte S.-Columbanskirche identifiziert wird.
Winter
Bei guten Schneeverhältnissen stehen in Sagogn etwa 15,5 Kilometer präparierte Langlaufloipen für den klassischen Stil und Skating zur Verfügung. Auf dem sonnigen Plaun da Sagogn verlaufen entlang der Loipen Winterwanderwege über die Ebene bis nach Schluein.
Anreise
Die Senda da Sagogn beginnt an der PostAuto-Haltestelle Vitg dado beim Schulhaus von Sagogn. Der Rheinschlucht/Ruinaulta-Bus fährt von Laax über Sagogn in die Rheinschlucht bis nach Valendas. Neben dem Bahnhof Valendas-Sagogn stehen Parkplätze der Rhätischen Bahn zur Verfügung.
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