Ardez zwischen rätoromanischer Wohnkultur und Engadiner Bergwelt

File:Castle ruin Steinsberg Ardez.jpg File:Castle ruin Steinsberg Ardez.jpg Foto: Patrick Couzens via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Ardez gilt als Musterdorf der rätoromanischen Wohnkultur. Viele stattliche Bauernhäuser haben geschützte, typisch bemalte und mit Sgraffito verzierte Fassaden.

Kultur und Ortsbild

Die heutige reformierte Kirche entstand 1576/77 auf den Grundmauern eines älteren Gotteshauses. Sie gilt als erste reformierte Emporenkirche der Schweiz und zugleich als eines der seltenen Renaissancebauwerke.

Das Planta-Haus in Ardez ist ein Patrizierhaus aus dem Jahr 1642 und seit 2006 Sitz der Fundaziun Not Vital. Die Schlossruine Steinsberg mit den Überresten der St.-Luzius-Kapelle ist das Wahrzeichen von Ardez. Die Burg Steinsberg ist urkundlich bis ins Jahr 1209 zurückverfolgbar. Auf einem Felshügel am Dorfrand dient die Ruine als Aussichtspunkt.

In Ardez sind die Bezüge zwischen Burg, Siedlung und Kulturlandschaft besonders klar erkennbar. Tuor Vonzun, auch La Praschun genannt, ist ein ritterlicher Wohnturm am südwestlichen Rand von Ardez. Von dem ursprünglich fünfgeschossigen Bau aus der Mitte des 13. Jahrhunderts sind noch vier Geschosse erhalten. Tuor Vonzun befindet sich in Privatbesitz und kann nur von aussen besichtigt werden.

Bei Bos-cha und Chanoua wurden prähistorische Funde dokumentiert; die Fundstelle Suotchastè war von der späten Bronzezeit bis in die jüngere Eisenzeit besiedelt. Auch die jüngere Kulturgeschichte ist mit dem Ort verbunden: Im Film «Schellen-Ursli» wurden in Sur En d'Ardez alle Szenen aus dem Heimatdorf von Uorsin sowie jene von seiner Familie und seinen Freunden gedreht.

Landschaft

Ardez liegt im Unterengadin im Kanton Graubünden auf einer Terrasse über dem Inntal, auf etwa 1.460 m Höhe. Die Höhe des Ortes liegt bei etwa 1.467 m ü. M.; das Gebiet reicht von 1.234 bis 3.162 m ü. M. Die Landschaft von Ardez liegt zwischen den kristallinen Gebirgsmassiven der Silvretta und den Unterengadiner Dolomiten.

Eine Rundwanderung von und nach Ardez führt vom Bahnhof durch den Dorfkern und erreicht einen höchsten Punkt von 2.482 Metern. Sie bietet Ausblicke auf die Dreitausender der gegenüberliegenden Talseite und die Unterengadiner Seitentäler. Ab höher gelegenen Abschnitten sind auch einige der rund 20 Bergseen von Macun im Nationalpark zu sehen.

Wandern und Radfahren

Der Forscherpfad Smaragdgebiet Ardez ist ein Erlebnisweg für die ganze Familie. Der Höhepunkt des Forscherpfads bietet Ausblicke auf die Ruine Steinsberg und die Engadiner Bergwelt.

Die Höhenwanderung von Lavin nach Ardez führt über Guarda entlang der Via Engiadina. Eine weitere Verbindung verläuft über den Innradweg: Die Etappe Guarda–Pfunds führt nach der Durchquerung des Weilers Bos-cha bergab nach Ardez bis an den Fuss der Burgruine Steinsberg. Von Ardez führt sie auf der alten Hauptstrasse weiter und bietet Ausblicke auf die Unterengadiner Dolomiten und das Schloss Tarasp.

Der Wanderweg vom Bahnhof Ardez führt auf einer Fahrstrasse hinunter zum Inn und hinauf nach Sur En d'Ardez. Sur En d'Ardez lässt sich in ruhiger Atmosphäre zu Fuss entdecken.

Anreise und Winter

Ardez wird stündlich von der Rhätischen Bahn angefahren; der Bahnhof wird aus Chur, Landquart/Prättigau, Scuol und dem Oberengadin bedient. Ardez liegt direkt an der Engadinerstrasse H27 und ist etwa 15 Fahrminuten vom Südportal des Vereinatunnels entfernt.

Das Natureisfeld Ardez liegt unmittelbar beim Schulhaus und steht während der Wintersaison bei passenden Temperaturen kostenlos zum Schlittschuhlaufen und Eishockeyspielen zur Verfügung.

Weitere Reiseziele: Sta. Maria Val Müstair, , Tarasp, Tschierv, Zernez, Fuldera, Brail, Valcava

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Inn.

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