Sta. Maria Val Müstair – Kultur, Handwerk und Wege
File:Weihnachtsstimmung in Sta. Maria, Val Müstair - panoramio.jpg
Foto: gertrudis2010 via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
In Sta. Maria Val Müstair stehen alpine Geschichte, Handwerk und Wege durch das Tal nebeneinander. Das Museum Stelvio-Umbrail 14/18 dokumentiert die Geschichte des Ersten Weltkriegs in der alpinen Gebirgsregion des Stilfserjochs und des Umbrailpasses. Die Tessanda ist die grösste Handweberei der Schweiz und verfügt über 30 Webstühle, von denen einige mehr als 100 Jahre alt sind.
Kultur
Das Museum 14/18 ist im Gewölbekeller der Chasa Plaz in Sta. Maria untergebracht. Grossformatige Panoramen aus der Weltkriegszeit vermitteln anhand sichtbarer Gletscherstände zusätzlich naturhistorische Informationen. Militärbauten werden dort mit Reliefs und Modellen vorgestellt; auch ihre Decknamen werden erklärt. Ein Besuch ist ausserhalb der regulären Öffnungszeiten nach telefonischer Anfrage möglich.
Die Führung der Tessanda erklärt die Textilherstellung vom ersten bis zum letzten Arbeitsschritt und die Geschichte der 1928 gegründeten Weberei. In den Produktionsräumen werden Besuchende durch eine Anlage mit knapp 30 traditionellen, teilweise über hundert Jahre alten Webstühlen geführt. Dafür bietet die Handweberei individuell buchbare Führungen von 60 Minuten an; einige der historischen Webstühle sind mehr als 100 Jahre alt. Die Schau-Weberei ergänzt das Angebot mit einem zwölfminütigen Video über das Handweben auf traditionellen Webstühlen und ist rollstuhlgängig.
Ein weiterer historischer Ort ist Muglin Mall. Die aus dem 17. Jahrhundert stammende Mühle wurde 2004 restauriert und für Besuchende geöffnet. Muglin Mall gilt als sorgfältig restaurierte Mühle und zählt zu den ältesten funktionstüchtigen Mühlen der Schweiz. Ihre beiden tiefschlächtigen Strauberräder treiben sowohl die Mühle als auch die Stampfe an. Führungen geben Einblick in ein altes bäuerliches Handwerk und zeigen den Weg vom Korn bis zum Brot. Auch eine Whisky-Tour mit Verkostung führt in Sta. Maria in die Destillerie der HighGlen AG und ins Whisky Museum; dabei werden fünf ausgewählte Single-Malt-Whiskys verkostet.
Die Dorfführung in Sta. Maria vermittelt persönliche Einblicke in das Leben sowie in die Kultur und Sprache des Bergtals. Zugleich erklärt sie die reich mit Sgraffito geschmückten Häuser der Ortschaft. Das Tourismusprogramm führt auf Anfrage geführte Dorfführungen in Sta. Maria auf.
Im Jahr 1228 erwarb der Priester Johannes de Grava aus Müstair an dieser Stelle ein Grundstück, um dort eine Kapelle und ein Hospiz zur Aufnahme von Reisenden, Kranken und Armen zu errichten. Bei Ausgrabungen in Santa Maria Val Müstair wurde ein etwa 10 × 6 Meter grosser, einschiffiger mittelalterlicher Kapellenbau mit erhaltenem Altar freigelegt.
Über die Ortsgrenzen hinaus führen passende Verweise zu Brail, Guarda, Tschierv, Scuol, Lü, Lavin, Susch und Samnaun.
Wege
Der Pilgerweg Via Son Giachen ist teilweise alpin und nur in den warmen Jahreszeiten durchgehend begehbar. Kürzer und zeitlich klarer gefasst ist der Winter-Panoramaweg „Sta. Maria Posta – Müstair Somvih“: Der leichte Spaziergang ist 3,2 Kilometer lang, dauert etwa 50 Minuten und weist 99 Meter Abstieg auf. Beim Winterweg gibt es gegenüber der Dorfkirche in Sta. Maria kostenlose Parkplätze.
Der Auals-Weg führt als Rundweg von und nach Sta. Maria. Er ist ungefähr 4,5 Kilometer lang und dauert etwa 2 bis 2,5 Stunden. „Auals“ ist die romanische Bezeichnung für historische Bewässerungskanäle und -gräben im Val Müstair. Ausgewählte Auals-Bewässerungskanäle wurden durch eine Initiative der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, der Gemeinde Val Müstair und des Naturparks saniert und im Gelände wieder sichtbar gemacht.
Für eine längere Bergtour beginnt die Route „Sta. Maria, Prà da Vau – Lai da Rims – Alp Sot – Prà da Vau“ an der PostAuto-Haltestelle in Sta. Maria und führt in Richtung Val Vau. Die Wanderung ab Sta. Maria führt zum Lai da Rims, einem Bergsee auf 2396 Metern über Meer mit kristallklarem Wasser. Die geführte Wanderung „Auf den Spuren der Gebirgssoldaten“ folgt im Grenzgebiet den Spuren der Gebirgssoldaten aus dem Ersten Weltkrieg.
Die Flower-Walks-App verbindet einen Wanderführer mit einem Pflanzenbestimmungsbuch. Die Route „A la riva dal Rom – von der Romquelle bis nach Sta. Maria“ führt von Tschierv nach Sta. Maria und vermittelt Wissenswertes zu artenreichen Flachmooren, Auenwäldern, Blumenwiesen und Halbtrockenrasen. Unterschiedliche Weglängen, Gehzeiten und Themen helfen Ihnen, das Tagesprogramm nach gewünschtem Aufwand zu ordnen.
Unterwegs
Die beschriebene Wanderroute ist mit dem PostAuto erreichbar. Ab Zernez oder Mals fährt das PostAuto stündlich bis zur Haltestelle Sta. Maria Val Müstair, scoula. Auch die Touren des Nationalpark-Panoramawegs lassen sich teilweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln vereinfachen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Inn.
Preise, Verfügbarkeit und Ausstattung für Ihren Reisetermin direkt bei Booking.com prüfen.
Unterkünfte und Angebote ansehenAnzeige · Partnerlink zu Booking.com