Scuol – Mineralquellen, Kultur und Wintersport
File:Scuol, Unterengadin, 11-10-2024. (actm.) 02.jpg
Foto: Agnes Monkelbaan via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Rund um Scuol entspringen mehr als 20 Mineralquellen; viele davon sind mit Informationstafeln ausgestattet, und das Mineralwasser kann getrunken werden. Im Römisch-Irischen Bad des Bogn Engiadina verbinden sich wohltuende Wirkungen der römischen Badekultur mit der irischen Badetradition. Bogn Engiadina verfügt über sechs Innen- und zwei Außenbäder.
Geografische Einordnung
Scuol ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Graubünden und gehört zur Region Engiadina Bassa/Val Müstair. Das Unterengadin gilt als sonnig und als eine der trockensten Regionen der Schweiz und der Alpen; die besondere Orographie von Scuol gilt dabei als Mitursache für das besonders sonnige und trockene Klima. Die Region um Scuol ist durch überwiegend trocken-kalte Winter, einen Niederschlagsschwerpunkt im Sommer und sehr seltene Nebelbildung gekennzeichnet.
Im selben regionalen Zusammenhang finden Sie außerdem Fuldera, Schleins, Tschierv, Remüs, Sent und Lavin.
Natur
Die wilde und romantische Clemgia-Schlucht lässt sich auf einer Wanderung von Scuol über Avrona zum Lai Nair erleben. Eine Rundwanderung führt an ehemaligen Trinkhallen und Hotels aus der Belle Époque vorbei.
Winter
Das Wintersportgebiet Scuol Motta Naluns verfügt über 26 Pisten mit insgesamt 70 Pistenkilometern und 13 Skiliften. Dort gibt es auch Möglichkeiten zum Rodeln, aussichtsreiche Winterwanderwege und eine Höhen-Panoramaloipe. Die verschiedenen Strecken- und Aktivitätsformen lassen sich nach Jahreszeit und gewünschtem Tagesrhythmus miteinander vergleichen.
Orientierung
Bogn Engiadina ist mit der Rhätischen Bahn stündlich von Chur, dem Prättigau oder dem Oberengadin bis Scuol-Tarasp erreichbar; von Scuol, staziun fahren mehrmals täglich PostAuto-Verbindungen bis Scuol, Bogn Engiadina.
Kultur
Im Dorfteil Scuol Sot liegt abseits der Hauptstraße Stradun ein Dorfkern im typischen Engadiner Stil. Das Museum d'Engiadina Bassa befindet sich im geschichtsträchtigen Haus Chà Gronda im historischen Unterdorf Scuol Sot. Das um 1700 errichtete Gebäude vermittelt Einblicke in ein authentisches Engadinerhaus und in die ursprüngliche einfache Engadiner Lebensweise.
Die Dauerausstellung des Museums d'Engiadina Bassa umfasst eine etwa aus dem Jahr 1550 stammende Engadinerstube, die als älteste noch erhaltene Engadinerstube gilt. Außerdem zeigt das Museum eine Ausstellung prähistorischer Funde aus dem Unterengadin sowie eine wertvolle Bibliothek mit Werken romanischer Literatur von den ersten Bibelübersetzungen bis zur Gegenwart. Ganzjährig gibt es dort montagnachmittags um 14:30 Uhr einen Apéro in einer alten Arvenstube.
Geschichte
Die Kirche San Geer wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts erbaut und 1516 geweiht. Der Kirchhügel von Scuol war nachweislich bereits in urgeschichtlicher Zeit bewohnt. Das Erlebnis „Zeitlos“ umfasst eine Führung in der Kirche und einen Apéro.
Scuol hieß bis 1943 offiziell Schuls, von 1943 bis 1970 Scuol/Schuls und seither Scuol. Der Ortsname Scuol wird mit dem lateinischen Wort „scopulus“ für „Klippe“ und mit dem Standort der Kirche San Geer in Verbindung gebracht.
Hom Strom, auch Strohmann genannt, ist ein alter Brauch, den die Scuoler Schülerinnen und Schüler jeweils am ersten Samstag im Februar zelebrieren. Gäste können am Nachmittag den Vorbereitungen für Hom Strom und am Abend seiner Verbrennung zuschauen.
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