Beurnevésin: Dorf, Grenzsteine und Kirche Saint-Jacques
Beurnevésin liegt auf 422 Metern über dem Meeresspiegel, etwa 10 Kilometer Luftlinie nordnordöstlich von Porrentruy, im Talgrund des Bachs Vendline im Norden der Ajoie.
Natur und Landschaft
Das Gemeindegebiet gehört zur welligen Tafeljuralandschaft der Ajoie und wird vom Tal der Vendline durchzogen. Im Norden liegen die bewaldeten Höhen Les Toyers mit 512 Metern und Le Mont mit 530 Metern. Le Mont ist damit die höchste Erhebung der Gemeinde; über beide Höhen verläuft die Landesgrenze zwischen der Schweiz und Frankreich.
Die Wiesen von Beurnevésin sind von einzelnen Bäumen oder Baumgruppen geprägt. Diese Naturnähe verleiht dem Ort einen sehr harmonischen, ländlichen Charakter. Die Waldhütte von Beurnevésin kann für Picknicks und zur Erholung genutzt werden.
Für weitere Ortsseiten stehen Ihnen Saint-Ursanne, Vendlincourt, Pruntrut, Seleute, Bonfol, Rocourt Ju, Coeuve und Lugnez zur Verfügung.
Wege und Grenzraum
Der Parcours 1 verbindet Bonfol, Beurnevésin und Lugnez. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad kann die Strecke in 2 Stunden und 40 Minuten zurückgelegt werden. Die Karte des Parcours 1 empfiehlt außerdem einen Abstecher zur Kirche Saint-Jacques in Beurnevésin.
Im Wald von Beurnevésin beginnen bei der Borne des 3 Puissances zahlreiche grenzüberschreitende Wanderwege zwischen der Schweiz und Frankreich. Der markante Grenzstein erinnert zugleich an eine klar umrissene historische Grenzsituation: Von 1870 bis 1918 markierte die Borne des 3 Puissances den genauen Punkt, an dem die Grenzen Frankreichs, Deutschlands und der Schweiz zusammentrafen.
Kirche und historische Zeugnisse
In Beurnevésin steht die Kirche Saint-Jacques, die auf Deutsch auch als Kirche St. Jakob bezeichnet wird. In ihrem Inneren wurden Wandmalereien aus der Bauzeit freigelegt und 1966/67 restauriert. Am Triumphbogen ist der heilige Georg im Kampf mit dem Drachen dargestellt; auf den Gewölbekappen befinden sich Symbole der Evangelisten mit Spruchbändern und Sternendekor.
Auch die Borne des 3 Puissances selbst weist besondere Einzelheiten auf. Sie ist fünfeckig, und auf ihren Seiten sind die eingetieften Länderkennzeichen F für Frankreich, DR für das Deutsche Reich und CS für die Schweizerische Eidgenossenschaft zu sehen. Zusammen mit den beiden älteren Grenzsteinen stehen dort heute drei Grenzsteine.
Archäologie und Dorfensemble
Eine damaszierte Gürtelschnalle mit Gegenplatte, die dem archäologischen Fundplatz Beurnevésin zugeschrieben wird, stammt aus der Merowingerzeit des 7. Jahrhunderts. Sie besteht aus Eisen, Silber und Messing; die Gegenplatte ist 14,5 Zentimeter lang.
Weitere archäologische Spuren wurden nördlich von Beurnevésin an der neuen Straße nach Réchésy entdeckt. Bei Straßenarbeiten kamen 1858 und 1864 am Fundplatz En face du „Faira“ Bestattungen zutage. Etwa zwölf Jahre vor der ausführlicheren Untersuchung von 1865 waren dort keltische Bestattungen gefunden worden, die an bronzenen Armreifen oder großen bronzenen Haarnadeln erkannt wurden.
Das Dorfensemble besitzt bemerkenswerte historisch-architektonische Qualitäten durch klassizistisch wirkende Einzelhäuser und typische Bauernhöfe, auch wenn deren Zustand teilweise schlecht ist.
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