Jura entdecken: Geschichte, Natur und regionale Kultur

Swiss-French border between Territoire-de-Belfort and the Canton of Jura Swiss-French border between Territoire-de-Belfort and the Canton of Jura Foto: Thomas Bresson via Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Jura zwischen Kultur und Landschaft

Der Jura ist überwiegend französischsprachig und katholisch geprägt; zugleich gilt er als Sommerlandschaft zwischen Teichen, Wäldern und Weiden. Als regionale Veranstaltungen werden Festivals, Märkte, Konzerte und Traditionen hervorgehoben. Museen bieten im Jura Möglichkeiten, seine Geschichte und Kultur zu erkunden.

Die Dauerausstellung des Musée jurassien d’art et d’histoire stellt Ereignisse vor, die die Region Jura und ihre Bewohner geprägt haben. Das Museum besitzt historische, künstlerische, archäologische und ethnografische Sammlungen. Es steht auf der Stadtmauer der Delémontaner Altstadt; seine Gebäude gehören zu einem architektonischen Ensemble des 18. und 19. Jahrhunderts.

Das Château de Delémont ist ein barockes Gebäude, das an der Stelle eines mittelalterlichen Herrenhauses zwischen 1716 und 1721 errichtet wurde. Das Musée de l’Hôtel-Dieu befindet sich in einem ehemaligen Krankenhaus von Porrentruy, das von 1765 bis 1956 die Kranken der Stadt und der gesamten Region versorgte. Das Château de Porrentruy war von 1524 bis 1792 die Residenz der Fürstbischöfe von Basel; sein Burghof und die Tour Réfous sind täglich von 8:00 bis 18:00 Uhr frei öffentlich zugänglich.

Saint-Ursanne ist eine mittelalterliche Stadt in einem bewaldeten Tal am Doubs. Die Saint-Jean-Brücke überquert den Fluss auf vier massiven steinernen Bögen und führt in das mittelalterliche Zentrum. Zur regionalen Einordnung gehören die Teilregionen Boncourt, Franches-Montagnes, Delsberg und Porrentruy.

Natur und Spuren der Urzeit

DINOTEC in Porrentruy zeigt mehr als hundert geschützte Dinosaurierspuren in einem öffentlich zugänglichen Außenbereich, die auch nachts besichtigt werden können. Der Lehrpfad „Sur les traces des géants“ in Courtedoux ist ein etwa einstündiger Rundweg mit nur geringem Höhenunterschied und führt zu sichtbaren Spuren pflanzenfressender Sauropoden, die 152 Millionen Jahre alt sind.

Das Jurassica Museum in Porrentruy ist wegen eines umfangreichen Renovierungs- und Umgestaltungsprojekts derzeit geschlossen; die Schließung ist von September 2025 bis voraussichtlich 2027 vorgesehen. Der Botanische Garten JURASSICA hat die Aufgabe, Pflanzenarten zu erhalten, und umfasst mehr als 3.000 erfasste Pflanzentaxa. Zu seinen Sammlungen gehören Iris-Sorten, Kakteen, Tillandsien, Orchideen und fleischfressende Pflanzen.

In den Schluchten von Pichoux wurde 2002 die seltene Eintagsfliegenart Baetis nubecularis entdeckt, die nur in kalten, sauerstoffreichen Gewässern des Jurabogens vorkommt. Die Schluchten sind im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler eingetragen und beherbergen Quellen von besonders bemerkenswerter Qualität. Durch die Revitalisierung der Teiche von Les Coeudres wurden zahlreiche Pflanzen-, Insekten-, Amphibien-, Vogel- und Säugetierarten geschützt; auf dem Gebiet stehen zwei Beobachtungshütten mit Informationstafeln.

Bei den Fouilles du Banné können Familien und Studierende in einem Informationspavillon und einem Grabungsbereich den Beruf des Paläontologen praktisch kennenlernen.

Wege durch den Jura

Die Chemins de fer du Jura verfügen über 74 Kilometer Schmalspurbahn in den Freibergen und im Berner Jura und erschließen Wanderern, Radfahrern und im Winter Langläufern weitläufige Erholungsgebiete. Das Netz bedient hauptsächlich das Plateau der Freiberge sowie die Strecke Porrentruy–Bonfol in der Ajoie.

Eine sportliche 56-Kilometer-Radtour durch die Landschaften der Ajoie verbindet Geschichte und Urgeschichte. In der Nähe von Saint-Ursanne am Doubs verläuft die Mountainbike-Route Nr. 3 Jura Bike. Die Wanderrunde La Randoline beginnt in Saignelégier und führt zum Étang des Royes und nach Les Cerlatez. Der Ermitage de St-Ursanne ist über etwa 200 Stufen erreichbar; dort hatte sich einst der irische Mönch niedergelassen. Die unterschiedlichen Streckenlängen und Bewegungsformen lassen sich unmittelbar miteinander vergleichen.

Pferde, Käse und regionale Feste

Das Pferd der Freiberge ist die einzige Pferderasse schweizerischen Ursprungs. Das Marché-Concours national de chevaux findet seit seinen Ursprüngen regelmäßig jedes Jahr statt, mit Ausnahme von drei Jahren während des Ersten Weltkriegs. Besucher können dort Pferdewettbewerbe, Reitvorführungen und ländliche Rennen verfolgen.

Die Fromagerie des Franches-Montagnes vermittelt die traditionelle Käseherstellung mit interaktiven Spielen im Produktionsbereich und bietet Käse sowie weitere regionale Produkte zur Verkostung im Außenbereich an. Mit dem Jura werden Tête de Moine, Damassine und weitere regionale Produkte sowie Restaurants verbunden. Agrotouristische Unterkünfte werden als Übernachtungsmöglichkeit für einen Aufenthalt im Jura angeboten.

Das St.-Martins-Fest findet am zweiten Novemberwochenende statt; das „Revira“ folgt am dritten Novemberwochenende. In Restaurants der Region werden traditionelle St.-Martins-Gerichte angeboten.

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