Delsberg entdecken: Kulturerbe, Altstadt und Jurawege

File:Delsberg von Nordosten.jpg File:Delsberg von Nordosten.jpg Foto: Patrick Kurmann via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Delsberg (Delémont) erstreckt sich beidseits der Sorne, kurz vor deren Mündung in die Birs, am Nordrand des Delsberger Beckens im Jura. Die Stadt verfügt über ein reiches Kulturerbe und eine charmante Altstadt. Delémont und seine Umgebung lassen sich zu Fuß beziehungsweise mit dem Fahrrad erkunden und verbinden Kulturerbe und Natur.

Kultur und Geschichte

Delémont wurde 1289 durch einen von Pierre Reich de Reichenstein verliehenen Freiheitsbrief gegründet. Das Château de Delémont ist ein barockes Gebäude am Standort eines mittelalterlichen Herrenhauses an der südwestlichen Ecke der Altstadt. Es wurde zwischen 1716 und 1721 unter der Leitung des Jurassiers Pierre Racine errichtet.

Im Herzen von Delémont liegt das Musée jurassien d’art et d’histoire auf der Stadtmauer der Altstadt; seine Gebäude gehören zu einem architektonischen Ensemble des 18. und 19. Jahrhunderts. Das Museum befindet sich seit 1909 in Delémont und zeigt die Geschichte des Juras von der römischen und merowingischen Zeit bis zur jüngeren Vergangenheit. Die Altstadt bewahrt zahlreiche restaurierte historische Gebäude.

Die Synagoge von Delémont wurde 1911 von Arthur Roos, einem Architekten aus Mulhouse, für die kleine jüdische Gemeinde der Stadt errichtet und im Jahr 2000 restauriert. Sie gilt als eine der letzten noch intakten Landsynagogen Westeuropas und kann nach Vereinbarung besichtigt werden.

Die Rotonde CFF ist ein 1889 errichtetes ehemaliges Lokomotivdepot mit einer halbkreisförmigen Halle und 13 Toren, die radial um eine zentrale Drehscheibe angeordnet sind. In der Halle werden historische Dampflokomotiven aufbewahrt; eine Besichtigung kann über den CFF-Bahnhof vereinbart werden.

Die Tête de puits des Rondez enthält die Winde und den Aufzug des Bergwerks und wurde um 1900 errichtet. Das Gebäude am Eingang von Delémont erinnert als letztes sichtbares Element daran, dass sich die Region durch Eisen entwickelte.

Natur und Wege

Östlich von Delémont liegt die Réserve du Colliard dort, wo die Sorne in die Birs mündet. Das Gebiet wird besonders zur Vogelbeobachtung genutzt und ist ein Ausgangspunkt für Spaziergänge und Fahrradtouren entlang der Birse in Richtung Soyhières sowie auf dem Weg in Richtung Courroux.

Der Point de vue du Béridier bietet einen Blick von oben auf Delémont und sein Tal. Er ist zu Fuß und mit dem Auto leicht erreichbar und verfügt über einen Rast- und Feuerplatz sowie einen Beobachtungstisch.

Die Chapelle du Vorbourg steht mit der darüber aufragenden Donjonruine auf einem markanten Felsgrat. Der Standort von Vorbourg bietet einen Aussichtspunkt über die Birs-Kluse zwischen Delémont und Soyhières. In der Kapelle wird weiterhin jedes Wochenende ein Gottesdienst gefeiert. Die Semaine du Vorbourg findet jedes Jahr Mitte September statt und bringt zahlreiche Pilger zusammen.

Der Parc des Boulaines, auch parc aux biches genannt, beherbergt etwa zehn Damhirsche in einem Gehege, das in einen Wiesen- und einen Waldteil gegliedert ist. Ein für Kinderwagen geeigneter Weg führt rund um das Gehege; in der Nähe gibt es einen Spielplatz. Südlich des Château de Delémont liegen die Jardins du château nahe der Altstadt. Sie bieten einen Erholungsort mit Brunnen und Spielplatz für Kinder.

Der Chemin du Jura durchquert hügelige, bewaldete Landschaften des Juras, verläuft größtenteils auf Kämmen und endet am Étang de Lucelle nahe der französischen Grenze. Der Drei-Seen-Weg verbindet die Regio Basiliensis mit der Romandie und umfasst Etappen zwischen Delémont und Mont Raimeux.

Unterwegs

Die MOBIJU-Buslinie 1 verbindet die Altstadt von Delémont und das Spital mit dem Bahnhof und verkehrt regelmäßig alle 20 Minuten. Vom CFF-Bahnhof Delémont fahren stündlich Züge nach Biel, Porrentruy, Basel, Olten und Delle/Méroux TGV; über die CJ-Verbindung in Glovelier besteht Zugang zu den Freibergen.

Die Veloroute Autour de Delémont verläuft zwischen Delémont und umliegenden Ortschaften überwiegend über Radwege. Eine Abkürzung führt über den Radweg zwischen Courtételle und Delémont.

Die zweitägige Route durch Delémont beginnt mit dem Circuit Secret und verbindet die Besichtigung der Altstadt mit Spaziergängen und Fahrradtouren in der näheren Umgebung. Der Circuit Secret Delémont ermöglicht mit einem digitalen Schlüssel den Zugang zu sieben Orten der Stadt, darunter der Glockenturm der Kirche St-Marcel, das alte Corps de Garde beim Schloss und die Villa Vermeille.

Die geführte Tour Visite guidée, Delémont führt durch die Altstadt, ihre farbenfrohen historischen Gassen und Plätze sowie zum Sommerschloss der Fürstbischöfe. Die Führung Jura, plus jeune canton. Toute une histoire! behandelt in der Altstadt von Delémont den Weg zur Souveränität des Kantons Jura und ermöglicht den Besuch des Saals des Kantonsparlaments.

Die Tour Sur les traces des gueules rouges beginnt an der Tête de puits des Rondez an der Route de Courroux in Delémont und endet am Bahnhof von Delémont. Die gleichnamige geführte Tour behandelt das industrielle Erbe des Eisenerzabbaus in Delémont; bis in die 1920er-Jahre wurde das Erz dort abgebaut und anschließend in Hochöfen und Gießereien verarbeitet.

Märkte

Die Altstadt von Delémont beherbergt einen Wochenmarkt am Mittwoch- und Samstagvormittag sowie eine monatliche Messe. Der Markt von Delémont bietet traditionelle Produkte wie Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Käse und Brot an.

Zum Delsberger Raum gehören außerdem Undervelier, Courroux, Bourrignon, Saulcy, Delsberg, Soyhières, Courfaivre, Rebeuvelier, Glovelier und Vermes.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Jura.

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