Bonfol – Töpfereigeschichte, Wallfahrt und Feuchtgebiete
Bonfol verbindet Naturbeobachtung, Keramikgeschichte, religiöse Traditionen und Wege durch Wald und Feuchtgebiete. Die unterschiedlichen Themen machen den Ort auf mehreren Ebenen zugänglich, von kurzen Rundwegen bis zu kulturhistorischen Stationen und längeren Strecken.
Natur und Wege
Die Étangs de Bonfol sind ein Naturschutzgebiet und beherbergen zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Sie sind im Schweizer Bundesinventar der Flachmoore von nationaler Bedeutung sowie im Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung verzeichnet. Im Herbst 2015 wurden dort zwei Beobachtungshütten aus lokalen Materialien errichtet; die natürlichen Lebensräume verfügen über zahlreiche Schutzstatus. Drei markierte Wanderwege führen durch dieses Gebiet, ergänzt durch mehrere Informationstafeln zu Wäldern, Teichen, Flora und Fauna.
Die Balade des étangs ist ein 800 Meter langer Rundweg mit zwölf Informationstafeln über die Fauna und Flora dieses Feuchtbiotops. Seit mehreren Jahren machen Hunderte Weißstörche auf ihrem Zug in Bonfol Halt. Wer verschiedene Wegtypen miteinander vergleichen möchte, findet hier kurze Rundwege ebenso wie thematisch ausgerichtete Strecken.
Bewegung und regionale Wege
Die Piste finlandaise ist eine 500 Meter lange Waldschleife mit einer dicken Schicht aus Holzschnitzeln, die sich zum Laufen eignet. Als Sportstrecke umfasst sie zehn spielerische Installationen und eignet sich für Familien. Am Ortseingang von Bonfol liegt neben einem großen Sportplatz ein Sentier d'argile, der auch als Barfuß- oder Kneippweg bezeichnet wird. Auf diesem Weg geht man über Kieselsteine und kann bei vorherigem Regen schließlich durch flüssigen Lehm waten.
Der 7,5 Kilometer lange Sentier du Km 0, auch Km 0 Trail genannt, führt durch überwiegend flaches, bewaldetes Gelände. Entlang der Strecke liegen Überreste der französischen, schweizerischen und deutschen Fronten des Ersten Weltkriegs. Bonfol liegt außerdem an den Francovélosuisse-Radschleifen Nr. 645 «Entre Alsace et Jura Suisse» und Nr. 646 «Boucle de l’Ajoie».
Keramik und Ortsgeschichte
Das Musée de la poterie de Bonfol präsentiert die handwerklichen und industriellen Tätigkeiten rund um die vielfarbige Tonerde von Bonfol, die über mehrere Jahrhunderte für Keramik verwendet wurde. Die Dauerausstellung im Bonfol Pottery Museum zeigt die Herstellungsschritte von der in der Gemeinde vorkommenden Tonerde über das Formen und Dekorieren bis zum Brennen. Die Sammlung umfasst mehrere hundert Objekte aus dem 18. bis 20. Jahrhundert. Zum Museum gehört zudem eine rekonstruierte Keramikfabrik des 20. Jahrhunderts, in der zwei alte Töpferscheiben teilweise wieder in Betrieb genommen werden können.
Im März 2014 wurde das Musée de la poterie um einen interaktiven Raum erweitert. Er veranschaulicht Maschinen und Techniken des Übergangs von der handwerklichen zur industriellen Keramikherstellung und ist für Kurse und Workshops vorgesehen. Die Bedeutung dieses Handwerks für den Ort zeigt sich auch in einem historischen Detail: Im Jahr 1830 war die Hälfte der Bevölkerung des Dorfes Bonfol in der Töpferei tätig. Zu den archäologischen Funden von Cras Chalet gehören zwei eiserne Gürtelschnallen aus dem Beginn des 7. Jahrhunderts.
Wallfahrt und Dorfentdeckung
Die Chapelle de Saint-Fromont in Bonfol wurde 1866 von der Pfarrei Bonfol erbaut und ist dem heiligen Fromond geweiht. Der heilige Fromond wird seit Beginn des 17. Jahrhunderts verehrt; bedeutende Wallfahrten erstreckten sich vom Doubs bis ins Elsass. Am Tag nach Christi Himmelfahrt findet eine offizielle Wallfahrt mit Prozession statt. Sie führt von der Kirche über die von einer Statue gekrönte Quelle durch Felder und Wälder zur Chapelle de Saint-Fromont.
Der Rundgang «Découverte du village» ist ein kulturhistorischer Lehrpfad mit Stationen zu Fresken, Gravuren und einem Geruchsspiel. Ein Begleitheft enthält historische, poetische und anekdotische Texte.
Weitere Reiseziele im regionalen Zusammenhang sind Coeuve, Courchavon, Courgenay Ju, Chevenez, Saint-Ursanne, Ocourt, Rocourt Ju und Beurnevésin.
Anreise und lokaler Geschmack
Bonfol wird von einer SBB-Bahnlinie ab Porrentruy sowie von Postautos in Richtung Beurnevésin und bis Porrentruy bedient. Die lokale Tourismusseite bezeichnet die Karpfenfrittüre im Restaurant du Grütli als in der ganzen Region bekannt.
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