Ganterschwil zwischen Thur, Necker und Dorfgeschichte
File:Drahtsteg über die Thur, Bütschwil-Ganterschwil SG 20190726-jag9889.jpg
Foto: Jag9889 via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Landschaft und Einordnung
Ganterschwil ist eine Ortschaft in der Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil im Schweizer Kanton St. Gallen und gehört zum Wahlkreis Toggenburg. Die Ortschaft liegt auf einer Hochfläche zwischen den Flüssen Thur und Necker. Zu Ganterschwil gehören zahlreiche Einzelhöfe sowie die Weiler Äwil, Anzenwil, Bleiken, Ötschwil und Tobel.
Für Ganterschwil wird eine Höhe von etwa 606 Metern über Meer angegeben; der ungefähre Höhenbereich der Ortschaft reicht von 547 bis 880 Metern über Meer. Die Thur und der Necker bildeten auf drei Seiten die frühere Grenze von Ganterschwil. Von Süden aus war der Ort erreichbar, ohne eine Brücke überqueren zu müssen.
Urkundlich erwähnt wurde Ganterschwil erstmals 778/779. Der Ortsname wird als Verbindung des althochdeutschen Personennamens Gandrîch mit „wil“ für „Gehöft“ erklärt und bedeutete ursprünglich „das Gehöft des Gandrîch“.
Weitere Orte im Toggenburg: Lütisburg, Oberhelfenschwil, Mogelsberg, Wildhaus, Wattwil, Stein, Mosnang und Krinau.
Wandern und Natur
In der Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil gibt es ein weitläufiges Netz aus Wald-, Wiesen- und Feldwegen zum Wandern und Biken. An den Landschaften von Thur und Necker finden sich schöne Orte zum Verweilen und Geniessen.
Als konkrete Runde führt der Abenteuerweg „Bruedertöbeli“ von der Alten Post über die Toggenburgerstrasse, die Abzweigung Richtung Ötschwil, das Bruedertöbeli, Äwil, Berg und Stocken zurück zur Alten Post in Ganterschwil.
Auf dem Weg durch das Bruedertöbeli liegen eine kleine Kapelle, ein tosender Wasserfall, eine Höhle und eine Feuerstelle. Die Maria-Magdalena-Kapelle im Bruedertöbeli wurde 1995 zu Ehren der einstigen Einsiedler erbaut.
Der Abenteuerweg „Bruedertöbeli“ ist nicht speziell ausgeschildert. Wenn Sie ihn planen, folgen Sie den allgemeinen gelben Wanderwegweisern. Als ÖV-Anschluss sind die Postauto-Haltestellen „Alte Post“, „Hirschen“ und „Oetschwilerstrasse“ angegeben; bei der Alten Post bestehen Parkiermöglichkeiten.
Kultur und Geschichte
Zum historischen Ortskern und bäuerlichen Oberdorf von Ganterschwil gehören Bauten aus dem 17. bis frühen 20. Jahrhundert. Zentral in diesem historischen Dorfkern steht die alte Pfarrkirche. Ihr gut sichtbarer Turm mit Spitzhelm bildet den baulichen Schwerpunkt des Dorfes.
Die Holzbrücke Anzenwil aus dem Jahr 1862 ist ein regional bedeutendes Kulturgut in Ganterschwil. Die Lochermoosbrücke in Ganterschwil wurde 1991 erstellt; ihre breite Geh- und Radwegbahn ist ausserhalb der Bögen angebracht.
Im Ortsmuseum Bütschwil ist das Wohnen vor über 200 Jahren zu sehen. Eine Einsiedelei im Bruedertöbeli wird erstmals 1369 erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten wurden die offenen Höhlen von einzelnen Klausnern und armen Menschen bewohnt, bis der erneute Versuch, dort 1851/52 eine Einsiedelei zu gründen, scheiterte.
Der Abenteuerweg verbindet mehrere Wegpunkte in einer Runde, während Ortsmuseum, Dorfkern, Pfarrkirche und Brücken jeweils eigene historische Bezugspunkte bilden. Dadurch stehen Wegverlauf, Bauwerke und Ortsgeschichte als unterschiedliche Themen nebeneinander.
Der Weihnachtsmarkt Ganterschwil ist für den 25. November 2026 angesetzt.
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