Giubiasco im Tessin: Kirchen, Nekropole und Wege

S. Biagio bei Bellinzona (Giubiasco), window on the southern side aisle S. Biagio bei Bellinzona (Giubiasco), window on the southern side aisle Foto: Johann Rudolf Rahn via Source, Public domain

Giubiasco liegt in der Magadinoebene zwischen Sant’Antonino und Bellinzona und ist ein Ortsteil der Gemeinde Bellinzona im Schweizer Kanton Tessin. Bis zum 1. April 2017 war Giubiasco eine selbstständige politische Gemeinde und zugleich Hauptort des damaligen Kreises Giubiasco.

Verkehr und Ortsbezug

Durch Giubiasco führt die Gotthardbahnstrecke zwischen Bellinzona und Lugano. Der Bahnhof Giubiasco ist außerdem Ausgangspunkt der Bahnstrecke nach Locarno; von dieser zweigt eine Zweigstrecke nach Luino ab. Weitere Orte: Monte Carasso, Pianezzo, Camorino, Lumino Ti, Isone, Gnosca, Gorduno und Gudo Ti.

Kultur und Geschichte

Die Hauptkirche von Giubiasco ist bereits 929 unter dem Namen S. Maria di Plumasca oder Primasca urkundlich erwähnt. Der heutige Bau stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde im 15. und 17. Jahrhundert umgestaltet und erweitert. In der Hauptkirche befinden sich fragmentarische spätgotische Fresken aus dem 15. und 16. Jahrhundert, darunter ein dem Lombardus aus Lugano zugeschriebenes Letztes Abendmahl.

Die Chiesa di S. Giobbe ist eine Kirche von 1627 beim Friedhof und gilt als historisches Gebäude von kantonaler Bedeutung. Ihre reiche Stuckdekoration umfasst Fresken mit Episoden aus dem Leben der Jungfrau Maria sowie ein Altarbild von Alessandro Gorla aus dem 17. Jahrhundert. Die Nekropole von Giubiasco zählt zu den bedeutendsten archäologischen Fundstätten der Region der südlichen Alpen; sie umfasst Funde aus der späten Latènezeit und der römischen Epoche. Im Jahr 1186 erließ Friedrich Barbarossa in Giubiasco das Freiheitsprivileg für die Landschaft Locarno.

Oberhalb des Borgo von Giubiasco liegt die Kapelle Madonna degli Angeli auf einer kleinen, von einigen Häusern umgebenen Terrasse und wird von einem rustikalen Portikus erschlossen. Sie wurde wahrscheinlich in romanischer Zeit errichtet und im 15. Jahrhundert neu gebaut. Zur Ausstattung gehören eine Renaissance-Stuckdekoration des 16. Jahrhunderts mit Putten, Festons und einer zentralen Rosette sowie ein kleiner Stuckaltar.

Wein und Veranstaltungen

Cagi – Cantina Giubiasco SA bietet in Giubiasco nach Voranmeldung geführte Kellerbesichtigungen an. Die Besichtigung endet mit einer Weinverkostung, die mit lokalem Aufschnitt und lokalen Käsesorten kombiniert wird.

Das Mercato Coperto Giubiasco liegt 500 m vom Bahnhof Giubiasco entfernt; in der Nähe gibt es eine Bushaltestelle und einen großen Parkplatz. Im Mercato Coperto finden Veranstaltungen unterschiedlichster Art statt, darunter Gewerbe- und Industriemessen, kulturelle Veranstaltungen, Kunstausstellungen, Kongresse, Tagungen, Ausbildungskurse sowie Angebote für Freizeit und Sport.

Landschaft und Wege

Die Hügel von Giubiasco bieten zahlreiche Wege für Wanderungen und Mountainbike-Touren. Die Route MTB & E-BIKE Tours beginnt in Giubiasco, führt weiter durch das Morobbia-Tal bis nach Carena auf 958 m Höhe und endet dort. Die Route bietet Ausblicke auf die umliegenden Berge und die Magadinoebene.

Im weiteren regionalen Umfeld von Giubiasco liegt der Lehrpfad Via dell'Acqua im Morobbia-Tal. Er beginnt bei Vellano, einem Ortsteil von S. Antonio, ist etwa 8 km lang und mit 9 Informationstafeln und Fotografien ausgestattet. Die Tafeln erklären die Energieerzeugung sowie die Geschichte der Wassernutzung; erreichbar ist der Weg von der Bahnstation Giubiasco oder der Piazza Grande Giubiasco mit dem Postauto Giubiasco–Carena.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bellinzona.

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