Aquila im Valle di Blenio – Kultur und Wanderwege
File:Römerbrücke bei Aquila im Bleniotal.jpg
Foto: Barbara Steinemann via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Geschichte
In Aquila ist die Pfarrkirche San Vittore Mauro in Dokumenten von 1213 und 1230 belegt; ihr heutiger spätbarocker Bau wurde zwischen 1728 und 1730 auf den alten Mauern des Vorgängerbaus errichtet. Aquila wurde erstmals 1196 urkundlich erwähnt.
Von der früheren romanischen Kirche bewahrt San Vittore Mauro drei außen sichtbare Bögen und eine Lünette aus dem Jahr 1502. Die Hauptfassade gestaltete 1732 der lokale Maler Carlo Biucchi mit Fresken.
Landschaft
Aquila liegt auf etwa 789 Metern über dem Meeresspiegel im Valle di Blenio, am Westhang der Colma und am linken Ufer des Flusses Brenno. Die Ortschaft liegt an der Straße von Biasca nach Olivone und gilt als 19 Kilometer nördlich des Bahnhofs Biasca an der Gotthardbahn gelegen.
Zum patrizischen Territorium von Aquila gehört ein Teil des Greina-Hochplateaus, das auf nationaler Ebene für seine außergewöhnlichen Natur- und Landschaftswerte bekannt ist. Die Alpweide Gorda in Aquila ist weiterhin aktiv. Zum historischen Gebiet von Aquila gehörten zwei Exklaven; in der größeren lag ein Teil des Lago di Luzzone.
Zum selben Gemeindezusammenhang gehören außerdem die Orte Dangio, Anzano, Campo und Torre.
Kultur
Historische Häuser in Aquila bewahren Fresken aus dem 15. bis 18. Jahrhundert; in den Weilern und Siedlungskernen befinden sich Oratorien mit Ausstattungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Das Oratorio di S. Antonio in Pinadee ist als Kulturgut von kantonalem Interesse eingestuft. Auch das Fresko im Casa Giamboni in Aquila ist als Kulturgut von kantonalem Interesse eingestuft.
Der kreisförmige Kalkofen an der Straße nach Olivone ist in Aquila als Kulturgut von lokalem Interesse eingestuft. In Grumarone wurde die Ponte Romano 1461 erbaut; sie gehört zu den ältesten erhaltenen Steinbogenbrücken dieser Art in der Schweiz.
Die Milizia della Madonna del Rosario entstand im 19. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Entstehung der Helvetischen Republik sowie mit den Napoleonischen Kriegen und tritt in Aquila an jedem ersten Sonntag im Juli auf. Federico Bruni bezeichnete Aquila 1946 als „Wiege der Blenieser Chocolatiers“. Zunächst waren diese Handwerker auf die Verarbeitung von Kakao mit der Prea, einem Mahlstein, spezialisiert; später entwickelten sie sich zu Industriellen der Schokoladenbranche.
Das Oratorio S. Maria delle Grazie, auch della Beata Vergine al Riale genannt, liegt erhöht über dem Dorf Aquila. Es bewahrt ein Marienfresko aus dem 16. Jahrhundert; das Deckenfresko der Himmelfahrt wird Giovanni Degiorgi aus Aquila zugeschrieben.
Caterina in Ponto Aquilesco wurde erstmals 1567 erwähnt und 1613 erweitert. Sein Schiff enthält rustikale Fresken aus dem Jahr 1615, während die Chorfresken aus dem Jahr 1578 den Tarilli aus Cureglia zugeschrieben werden.
Wege
Der Sentiero storico numero 4, der historische Weg des mittleren und oberen Valle di Blenio, führt von Acquarossa nach Olivone und verläuft überwiegend auf dem unteren Weg am linken Ufer des Flusses Brenno.
Die Capanna Gorda liegt auf 1800 Metern über dem Meeresspiegel auf einer weiten Weide oberhalb der Häuser von Monti di Gorda. Sie ist über eine befahrbare Straße erreichbar und Ausgangspunkt für mehrere Wanderungen.
Die Capanna Adula Utoe liegt am Fuß der Cima della Negra und ist ein Zugangspunkt zum Ghiacciaio di Bresciana; der weitere Weg führt zu einem Gipfel in 3402 Metern Höhe. Die unterschiedlichen Wegcharaktere und Höhenlagen lassen sich für Ihre Planung getrennt vergleichen.
Die Via Francisca del Lucomagno führt über Ponto Aquilesco und Aquila weiter zur ehemaligen Fabrik der Cima Norma in Dangio.
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