Ludiano – Kirchen, Weinlese und historische Wege
Ludiano liegt im unteren Bleniotal am westlichen Ufer des Brenno. Im Bereich von Ludiano im Gemeindegebiet von Serravalle steigen westwärts bewaldete Hänge sanft zum 2172 Meter hohen Matro und zum 2417 Meter hohen Pizzo Erra an. Im Nordosten erreichen die Gipfel Cima di Piancabella und Cima di Gana Bianca 2671 beziehungsweise 2842 Meter über dem Meer.
Kultur und Geschichte
Die Chiesa di San Secondo in Ludiano ist ein barocker Bau aus dem Jahr 1780 und über eine Treppe zugänglich. Im Inneren befinden sich Gemälde von Lorenzo Peretti di Buttogno aus dem Val Vigezzo, darunter Szenen aus dem Leben des Schutzpatrons.
Die Chiesa di San Pietro in Motto di Dongio wurde erstmals 1424 erwähnt, liegt auf dem Gebiet von Ludiano und gehört zur Pfarrei Dongio. Die heutige Chiesa di San Pietro ist ein ausgerichteter romanischer Bau des 13. Jahrhunderts mit halbrunder Apsis und durchgehendem Zahnfries.
Das Oratorio di San Giacomo in Selvapiana, auch Sa’ Jàcum genannt, wurde auf den Überresten eines früheren Oratoriums errichtet, das mindestens auf die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts zurückgeht. Selvapiana war im Mittelalter eines der bedeutendsten bewohnten Zentren des Tals. Die antiken Fußwege Grotti–Selvapiana–Valè–Navone–Scarp sind als historische Verkehrswege von regionaler und lokaler Bedeutung im Kataster erfasst.
Weinlese und lokale Traditionen
Die im Besitz des Patriziato di Ludiano befindliche Presse Cat’Mutal hat einen etwa zehn Meter langen Hebel und gehört zu den größten Pressen im Kanton Tessin. Sie trägt die eingravierte Jahreszahl 1756 und ist eine der wenigen noch im Kanton Tessin betriebenen Pressen. Jährlich während der Weinlese wird sie verwendet. In ihrer Nähe findet in Ludiano ebenfalls jährlich die Festa del Torchio statt, die die Weinlese feiert.
Wege und Grotti
Der Giro del Castello di Serravalle überquert zunächst den Fluss Brenno und führt danach durch das Dorf Ludiano. Der Weg führt durch einen Kastanienwald hinauf zur Ruinensiedlung Selvapiana. Entlang des Giro del Castello di Serravalle liegen typische, rustikale Grotti an abgelegenen und schattigen Orten. Früher dienten sie zur kühlen Lagerung von Käse, Fleisch und Wein; heute fungieren sie als Restaurants mit lokalen Produkten und Wein.
Die Schatzsuche Salamandra Vagabonda führt über einen markierten Rundweg von 5,4 Kilometern mit etwa 393 Höhenmetern und dauert ungefähr zwei Stunden. Für die Teilnahme muss die App heruntergeladen werden. Die konkrete Angabe von Streckenlänge, Höhenmetern und Dauer hilft, diesen Rundweg neben den historischen Fußwegen und dem Giro del Castello einzuordnen.
Weitere Ortsseiten dieser Übersicht sind Semione, Marolta, Malvaglia, Olivone, Prugiasco, Lottigna, Acquarossa und Dongio.
Landschaft und Bergwald
Der ursprüngliche Bergwald am westlichen Berghang besteht zu etwa 69 Prozent aus Rottannen, zu etwa 22 Prozent aus Lärchen und zu etwa 9 Prozent aus Kastanien, Buchen und Birken. Bis etwa 1000 Meter über Meer dominieren Laubwälder, zwischen 1000 und 1300 Metern folgen Mischwälder, und ab 1300 Metern herrschen Nadelwälder vor.
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