Mammern am Untersee: Wege, Kirchen und Geschichte
File:Dr. A. O. Fleisch-Strasse 1 in Mammern.jpg
Foto: JoachimKohler-HB via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Mammern liegt am Südufer des Untersees. Durch den See verläuft die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz; Stein am Rhein liegt 4 Kilometer westlich von Mammern. Der Ort ist über die Hauptstrasse Schaffhausen–Rorschach erschlossen und verfügt über einen Bahnhof an der Seelinie. Die planmässigen Schiffe der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) verkehren täglich von April bis Oktober zwischen Kreuzlingen und Schaffhausen und legen in Mammern an. Im Tourismusinformationszentrum in Mammern finden Gäste Anregungen und praktische Informationen zur Region.
Für den Blick auf weitere Orte können Sie Pfyn, Berlingen, Eschenz, Müllheim Dorf, Wagenhausen, Homburg, Steckborn und Hüttwilen heranziehen.
Natur
Der Wanderweg «Auf dem Höhenweg» beginnt am Bahnhof Mammern und führt zunächst durch die Weinreben hinauf in den Wald. Er ist 9,6 km lang und dauert etwa 2 Stunden und 40 Minuten; im Verlauf öffnen sich immer wieder Blicke auf den Untersee. Der Rundwanderweg Klingenzell-Hochwacht führt von Mammern hinauf nach Klingenzell, weiter zum Grillplatz Hochwacht und anschliessend zurück nach Mammern. Dabei reichen die Ausblicke nach Norden über den Untersee und den Rhein bis nach Süddeutschland; bei guter Sicht reicht das Panorama im Süden bis zu den Alpen. Entlang des Rundwanderwegs gibt es viele Sitzgelegenheiten sowie einen öffentlichen Feuerplatz nahe der Hochwacht.
Die mittelalterliche Ruine Neuburg oberhalb von Mammern ist die bedeutendste und grösste Burganlage am südlichen Unterseeufer und zugleich die am besten erhaltene. Bei der Ruine gibt es eine Grillstelle und Spielgelegenheiten. Sie ist nur zu Fuss erreichbar; zwei Schautafeln erläutern ihre Geschichte. Die Wallfahrtskirche «Sieben Schmerzen Mariä» in Klingenzell wurde nach einem Brand 1704/05 von Baumeister Johann Dobler erbaut und bietet herrliche Aussichten über den Untersee. Die Badi Mammern ist im Sommer ein Treffpunkt zum Schwimmen und Sonnenbaden; vom Badebereich bietet sich bei Sonnenuntergang eine besonders schöne Aussicht.
Kultur
Beim Neuen Schloss in Mammern ist das Hauptgebäude im Kern bis heute erhalten. Die katholische Kirche St. Blasius in Mammern ist rechtskräftig geschützt und als besonders wertvoll eingestuft; sie wurde 1915 eingeweiht und besitzt einen Innenraum mit zierlichen neugotischen Stilelementen und Figuren. Das Blasius-Fenster in der Kirche wurde 1913 von Carl Elmpt geschaffen und zeigt den heiligen Blasius mit zwei gekreuzten Kerzen. Das Anna-und-Maria-Fenster zeigt die heilige Anna, wie sie Maria unterweist; Anna hält dabei ein Buch und legt ihre linke Hand auf Marias Schulter.
Die Schlosskapelle Mammern wurde 1749–50 im Auftrag des Klosters Rheinau von Michael Beer von Bildstein erbaut. Die evangelische Kirche von Mammern entstand 1910/11 nach dem Brand der alten paritätischen Kirche und der Auflösung des paritätischen Verhältnisses; Gustav Bühler und Friedrich Gilg aus Amriswil erbauten sie im Heimatstil. Sie enthält Glasgemälde mit den Standfiguren Martin Luthers und Ulrich Zwinglis sowie Ornamentfenster nach Entwürfen von Carl Roesch aus dem Jahr 1911. Tagsüber ist die evangelische Kirche immer geöffnet; dort liegen Gesangbücher, Bibeln und ein Gästebuch bereit.
Geschichte
Im Gewann «Langhorn» in Mammern wurden prähistorische Pfahlbauten gefunden; die Fundstelle ist seit 2011 Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen». In Mammern finden sich ausserdem Siedlungsspuren, die den Kelten zugeschrieben werden. Mammern und das Eschenzer Becken sind im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgeführt.
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