Corbeyrier – Wanderwege, Natur und Kultur
Corbeyrier liegt im Bezirk Aigle und überblickt das Dorf Yvorne. Die Berglandschaften der Umgebung eröffnen Ausblicke über die Rhoneebene und den oberen Genfersee. Landschaft, Wege, überlieferte Ortsgeschichte und lokale Veranstaltungen liegen hier eng beieinander, ohne dass die einzelnen Facetten ineinander verschwimmen.
Geografische Einordnung
Die Almen der Agittes bieten entlang der Straße zwischen Corbeyrier und La Lécherette einen Aussichtspunkt auf den Genfersee. Das Vallon de l’Eau Froide erstreckt sich über die Gemeinden Corbeyrier, Villeneuve und Roche und liegt im national klassierten Landschaftsgebiet IFP 1515 Tour d’Aï – Dent de Corjon. Der größte Teil des Joux-Verte-Waldes ist als Waldreservat Joux-Verte ausgewiesen.
Seit 2022 ist die Gemeinde wegen ihrer landschaftlichen Besonderheiten in den Perimeter des Regionalen Naturparks Gruyère Pays-d’En-Haut integriert. Eine Buslinie bedient die Strecke Aigle–Yvorne–Corbeyrier–Luan. Die Route de l’Hongrin verbindet Corbeyrier mit La Lécherette und durchquert den Schießplatz Petit Hongrin im Zentrum einer Militärzone.
An der Kreuzung von Route des Agittes und Chemin de la Grosse Pierre steht neben einem Granittisch mit Granitbänken eine nahegelegene Orientierungstafel.
Seit 1952 nimmt die Cabane de Luan Schulen, Gruppen und Familien für Bergaufenthalte auf. Weitere Reiseziele sind Villars-Sur-Ollon, Lavey-Les-Bains, Lavey-Morcles, Bex, Gryon, Ormont-Dessus, Roche Vd und Ollon Vd.
Wege
Wanderwege rund um Corbeyrier führen durch die umliegenden Berge und eignen sich für Tageswanderungen. Der Sentier de la Joux-Verte führt zu den Überresten eines Wehr-Schleusenbauwerks von 1965, die von einer modernen Fußgängerbrücke aus sichtbar sind. Die Joux-Verte ist von Corbeyrier aus zu Fuß über den Sentier des quatre mélèzes erreichbar, der zum Plateau des Agittes führt.
Im Sommer sind in Corbeyrier zahlreiche Wege zu Fuß und mit dem Fahrrad möglich: Sie reichen vom unteren Gemeindeteil und den Weinbergen von Yvorne bis zum höchsten Punkt nahe Leysin und dem Kuklos. Auf dem Plateau von Luan sowie auf den Almen La Praille und Gros Bois sind Schneeschuhwanderungen möglich; die dort genannten Wege sind nicht markiert. Die Fondation de Béthusy hat mehrere Lehrpfade eingerichtet, die auf ihrer Website vorgestellt werden.
Der Rundweg Tour de Champillon / Sentier des Songes ist 2,7 km lang, mit 58 Minuten angegeben und weist 175 m Aufstieg sowie 175 m Abstieg auf. Der einfache Weg Corbeyrier–Luan ist 2,6 km lang, mit 68 Minuten angegeben und weist 330 m Aufstieg sowie 65 m Abstieg auf.
Der Rundweg Corbeyrier–Boveau–Champ Riond–Vers-Cort–Corbeyrier ist 5,1 km lang, mit 104 Minuten angegeben und weist 326 m Aufstieg sowie 326 m Abstieg auf. Der Rundweg Sentier découverte de la Joux Verte ist 9 km lang, mit 180 Minuten angegeben und weist 523 m Aufstieg sowie 523 m Abstieg auf. Die unterschiedlichen Längen, Gehzeiten sowie Auf- und Abstiege helfen Ihnen, den Umfang der Wege vorab miteinander zu vergleichen.
Kultur
Das von der Confrérie du Loup organisierte Festival Celtique de Corbeyrier findet alle zwei Jahre statt. Dort wird das schottische Ceilidh als Tanztradition mit Gesang und Tanz vermittelt; die Schritte und Figuren werden erklärt und sind für alle zugänglich. Zu Beginn des Sommers werden beim Festival Met getrunken, gesungen und getanzt.
Im Dezember erklingt im Temple de Corbeyrier ein traditionelles Adventskonzert, das gemeinsam von der Confrérie du Loup und der Gemeinde organisiert wird. Die Einwohner von Corbeyrier tragen lokal die Spitznamen "Voleurs-de-Loup" und "Les Robaleux"; letzterer wird im Waadtländer Patois als "lè Robâ-Lâo" bezeichnet.
Das Café de Luan bezieht Fleisch und Wurstwaren von lokalen Produzenten, darunter aus Corbeyrier; Käse und Fondue stammen von Tompey und Bulle.
Geschichte
Das Dorf ist unter historischen Namen wie Curbiriaco aus dem Jahr 1261 und Curbirie vom Ende des 13. Jahrhunderts belegt. Ab 1577 erscheint der Name Corberier, aus dem sich Corbeyrier entwickelte.
Das Wehr-Schleusenbauwerk an der Eau Froide bei Le Folliau wurde genutzt, um ein Rückhaltebecken von 17.000 m³ auf 1.300 m Höhe zu schaffen und Holz durch Flößen über die Kaskaden bis nach Roche zu transportieren. Eine lokale Wolfserzählung berichtet, dass ein verletzter, von Jägern aus Leysin verfolgter Wolf auf dem Gemeindegebiet von Corbeyrier getötet wurde; die Einwohner gaben den Kadaver nicht an die benachbarten Jäger heraus.
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