Cuarnens – Baugeschichte und Venoge-Aue am Fuß des Jura

File:Village de Cuarnens (VD).jpg File:Village de Cuarnens (VD).jpg Foto: Jérémy Toma via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Kultur und Geschichte

Die Maison paysanne in der Rue du Temple 12 besitzt zwei Fenstergewände aus dem 15. Jahrhundert, die als historische Denkmäler geschützt sind. Die Maison de maître in der Rue du Château 4 ist als Ganzes geschützt. In der Rue du Temple 6 steht die Eglise reformee (ancien Saint-Didier), die ebenfalls als Ganzes geschützt ist. Beim Cure in der Rue du Temple 9 ist das Äußere geschützt; seine nicht klassifizierten Teile sind inventarisiert.

Das Portail de l'ancien château de la Grange ist auf 1637 datiert und als Ganzes geschützt. Als erhaltener Überrest der früheren Anlage steht das Portal mitten in den Wiesen. Der heutige Tempel in Cuarnens wurde zwischen 1733 und 1737 errichtet. Am Nebenarm der Venoge umfasste der vorindustrielle Komplex Moulin-Dessus vom 17. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts eine Mühle und ein Sägewerk.

Die Geschichte von La Grange reicht bis nach 1126 zurück: Prämonstratenser ließen dort ein mit umfangreichen Rechten und Ländereien ausgestattetes Gut errichten. Eine 1141 erwähnte Mühle verpflichtete die Einwohner von La Coudre, Cuarnens und der Vallée, ihr Getreide dort mahlen zu lassen. Die Noble Abbaye des Mousquetaires wurde am 14. Juni 1612 in Cuarnens gegründet. In der Nähe der Kirche ist das Château von einem großen, von einer Steinmauer umgebenen Park umgeben, der einen französischen Garten umfasst.

Ortsbild, Fluss und lokale Prägung

Die stattlichen Häuser beiderseits der Venoge verleihen Cuarnens den malerischen Charakter eines typischen Bauerndorfs. Zugleich prägte die Venoge die Entwicklung des Ortes: Entlang des Flusses trieben bis zu vier Wasserräder verschiedene Sägewerke, Schmieden oder Mühlen an. Die durch eine Biegung geprägte Venoge-Aue spielt eine entscheidende Rolle für die Struktur des Ortsbilds.

Auch die Landwirtschaft gehört zur örtlichen Geschichte. Die landwirtschaftliche Produktion prägt seit jeher die lokale Wirtschaft von Cuarnens. Die Käseherstellung begann in einem zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichteten Gebäude, das kurz nach 1900 erweitert wurde.

Zu den besonderen Landschafts- und Geschichtsspuren zählt die Pierre Pendue. Die Pierre Pendue gilt in Cuarnens als eiszeitlicher Findling des Pied du Jura. Einer lokalen Legende zufolge dreht sich die Pierre Pendue in der Weihnachtsnacht um Mitternacht um sich selbst.

Lage und regionale Wege

Cuarnens liegt am Fuß des Jura an der Straße von Cossonay zur Vallée de Joux. Die Gemeinde führt die MBC-Linie 750 zwischen Cossonay-Penthalaz und Mont-la-Ville mit einer Weiterführung nach Le Pont.

In Cuarnens bieten sich Spaziergänge durch das Dorf und die umliegenden Wälder an. Die Wanderroute L'Isle - Cossonay-gare ist als Wanderung ausgewiesen. Die E-Bike-Runde «Boucle au départ de Cossonay – Entre terroir et histoire» startet in Cossonay. Außerdem führt die Route Du Pied du Jura au Léman über lokale Wegweiser nach Cuarnens. Die ausgewiesene Wanderung, die E-Bike-Runde und die Wegführung über lokale Zeichen eröffnen unterschiedliche Arten, die Region zu erkunden.

In der Vallée de Joux gibt es mehrere hundert Kilometer markierter Wanderwege. Dort führen zahlreiche Wanderungen durch eine äußerst vielfältige Landschaft. Die Ufer der Seen Joux und Brenet mit Stränden und Wäldern laden zu Erholung und Familienwanderungen ein.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Morges.

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