Zwischbergen: Wanderwege, Goldminen und Geschichte
Zwischbergen liegt südlich des Simplonpasses und direkt an der Grenze zu Italien. Der Ort ist eine mittelalterliche Walsergründung und eine deutschsprachige Gemeinde an der Südseite der Alpen. Weitere Orte derselben Destination sind Termen, Birgisch, Ried-Brig, Eggerberg, Simplon Hospiz, Simplon, Brig und Mund.
Landschaft und Wege
Das Zwischbergental gilt als wild und ist 16 Kilometer lang. Berggipfel umgeben das Tal und erreichen Höhen von bis zu 4.000 Metern. Eine Radroute ins Zwischbergental führt durch ausgedehnte Wälder, blumenreiche Alpweiden und an Bergseen vorbei. Im Tal verlaufen alte Schmugglerpfade; außerdem sind grenzüberschreitende Tageswanderungen nach Italien und zurück möglich.
Die Wanderung Zwischbergen–Tschawinersee–Monscerapass beginnt an der Postbushaltestelle Gondo, ist 13,03 Kilometer lang, als Rundweg angelegt und als schwierig eingestuft. Ihr alter Schmugglerpfad führt über zwei Alpweiden zum klaren Tschawinersee und weiter zum Monscerapass. Auf der Wanderung zum Tschawinersee liegen sieben Bergseen; je nach Saison lässt sich dort auch die Herstellung des Alpkäses Waira beobachten.
Der markierte Wanderweg der ViaStockalper von Zwischbergen zum Monscerapass führt über zahlreiche natürliche Stufen bergauf. Die Furggu-Variante der ViaStockalper durchquert das Zwischbergental und verläuft am rechten Talhang an den Goldminen vorbei. Anschließend führt diese Variante durch einen Buchenwald und auf dem ursprünglichen Saumpfad bergab nach Gondo. Auch der Stockalperweg führt durch das Zwischbergental an den Goldminen vorbei und durch die ehemalige geheime Festungsanlage in der Gondoschlucht, die strategische Bedeutung hatte; ihre Räume können unter Führung besichtigt werden.
Geschichte und Kultur
Die Goldminen am Eingang des Zwischbergentals sind seit der Römerzeit bekannt und heute als Besucherbergwerk ausgebaut. Die Geschichte des Goldbergbaus in Gondo-Zwischbergen reicht bis etwa 1550 zurück. Die historische Goldbergbauära von Gondo-Zwischbergen endete am 17. Mai 1896 mit dem Konkurs der Société des Mines d’Or de Gondo.
Im Stockalperturm Gondo zeigt eine Ausstellung zeitgenössische und aktuelle Fotos, Dokumente und Pläne der Mine sowie Gesteinsproben. Sie kann durch ein Zusatzprogramm mit Goldwaschen und Führungen durch die Goldminen ergänzt werden. Goldwaschen in Zwischbergen ist individuell oder in Gruppen möglich. Beim Gondo Goldrush führt der Weg von Gondo zum Zwischbergen Hof und von dort zu Fuß durch den Auenwald weiter zu den Goldclaims. Ein Goldwaschinstruktor zeigt dabei, wie man Gold findet; die Teilnehmenden schöpfen erstmals Kies in ihre Goldwaschpfanne.
Gsteihuis liegt auf Privatgrund und kann nur von außen besichtigt werden. Das Gebäude war ursprünglich ein Wohnturm oder Festes Haus und gehörte der Familie Laquenessa, einem lokalen Adelsgeschlecht. Laquenessa am Gstein war seit 1291 Sitz der Gerichtsstätte der Kastlanei Zwischbergen.
Die Kapelle am Bord wurde um 1642 an der Stelle eines kleinen Bildstocks errichtet. Sie liegt im Zwischbergental an der Straße nach Furggi beim Restaurant Bord. Der Rundweg Maria Bru folgt von dort zunächst dem Stockalperweg bis zu den Chatzhalte und zweigt anschließend zur Kapelle Maria Bru ab; vom Restaurant Bord ist sie über den Jordiweg in etwa 30 Minuten erreichbar. Die Entstehung der Kapelle auf den Alpjen reicht ins 16. Jahrhundert zurück. Damals war sie Kirche und Mittelpunkt der „Bergstatt uff den Alpjen“. Ein 1715 erbautes Kapellchen wurde bald zu einem Wallfahrtsort. Bord war einst der Mittelpunkt des Zwischbergentals und stark bewohnt.
Aktive Erlebnisse
Das Canyoning in der Zwischbergenschlucht umfasst Rutschen, Springen und Abseilen. Die Canyoning-Abfahrt durch die Schlucht erreicht mit einem Canyoning-Guide in etwa drei Stunden den Ausgangsort Gondo im Wallis. Die Zwischbergenschlucht sollte nicht ohne ausgebildeten Canyoning-Guide begangen werden, da bei steigendem Wasserstand Lebensgefahr besteht. Die 500 Meter hohe Volluzwand in der Gondoschlucht bietet anspruchsvolle Kletterei.
Von Brig über den Simplon nach Gondo führt ein viertägiges geführtes Trekkingprogramm; optional verläuft es von Gondo über den Passo di Monscera bis nach Domodossola.
Praktische Wege
PubliCar Zwischbergen ist ein flexibler Rufbus, der im Sommer innerhalb des festgelegten Bedienungsgebiets frei wählbare Abfahrts- und Zielhaltestellen bedient. Der PubliCar-Sommerdienst im Gebiet Gondo–Zwischbergen fährt nur nach vorheriger Reservierung. In den Sommermonaten verbindet ein PostAuto-PubliCar Gondo und Bord im Zwischbergental und verkehrt nach telefonischer Vorreservation gemäß Fahrplan.
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