Leytron im Wallis – Wein, Kultur und Ovronnaz

Leytron liegt im Wallis in der Schweiz und wird wegen seiner Weine als «Village de l’Humagne» bezeichnet. Der Weinberg umfasst 268,8 Hektar und rangiert nach der Gemeindebeschreibung auf dem siebten Rang.

Wein

Humagne rouge gilt als emblematische Rebsorte von Leytron. 1946 wurde hier die erste unter dem Namen «Humagne rouge» vermarktete Flasche hergestellt beziehungsweise auf den Markt gebracht. Humagne blanc wird ausschließlich im Wallis angebaut, insbesondere in Leytron, wo die Rebsorte etwa drei Hektar umfasst. Humagne Blanche de Leytron wird als regionale Spezialität präsentiert.

Der Weinberg liegt auf unterschiedlichen geologischen Untergründen: auf Rhône-Alluvionen, den Schwemmfächern von Lozentse und Chenal, einem tonhaltigen Erdrutsch, dem Felssturz der Ardévaz und einer glazialen Moräne aus aalénischen Schiefern. Er reicht von 470 Metern bei Ravaney bis 840 Metern bei Champ du Seigle.

Das Domaine du Grand Brûlé befindet sich im Dorf Leytron, also in der Gemeinde Leytron, umfasst 12 Hektar und 22 Rebsorten, darunter Petite Arvine und Cornalin, und ist seit 1918 im Besitz des Kantons Wallis. Seit 2021 beherbergt Leytron zudem eine nationale Versuchsstation für Weinbau und Önologie. In der L’Œnothèque können mehr als 250 Weine aus Kellereien zwischen Martigny und Salgesch verkostet werden; 85 Prozent der angebotenen Weine gelten als selten, und die Verkostungen werden von Walliser Spezialitäten begleitet. Im Café des Vergers im Zentrum von Leytron werden Walliser Produkte serviert, darunter Fondues, Fleischgerichte und Schnecken mit hausgemachter Butter.

Kultur

Die Ancienne Église Saint-Martin in Leytron wurde um 1250 auf einer früheren gallorömischen Stätte gegründet. Ihr Glockenturm stammt aus dem 10. oder 11. Jahrhundert und ist als historisches Denkmal klassifiziert. Die im April 2024 neu geschaffene Kulturkommission der Gemeinde Leytron entwickelt ein Kulturprogramm und nutzt die Ancienne Église wieder als Ort der Begegnung und Geselligkeit.

Gefundene Münzdepots und frühere Entdeckungen in der Gemeinde scheinen auf die Präsenz eines bedeutenden Heiligtums in Leytron hinzudeuten. Die Gesellschaft «Li Brindèyeü dè Laïtron» bewahrt das lokale Patois und das Leytroner Kulturerbe durch folkloristische Aktivitäten sowie Gesangs- und Patois-Aktivitäten.

Unterwegs

Leytron ist über die Postautolinie Sion–Martigny, die Rhône-Autobahn mit der Ausfahrt Riddes sowie über die Bahnhöfe Sion, Martigny oder Riddes erreichbar. Die Thermal- und Tourismusstation Ovronnaz liegt an den oberen Hängen der Gemeinde Leytron. Ovronnaz bietet im Sommer und Winter Skifahren, Thermalbäder und Wanderungen. Der Ort ist ein direkt mit dem Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbarer Zugangspunkt und kann als Ausgangspunkt für den Tour des Muverans gewählt werden.

Die 2024 renovierte Familienalp Alpage d’Odonne liegt auf 1.600 Metern Höhe in der Gemeinde Leytron. Sie bietet Verpflegung, den Verkauf eigener Produkte und Workshops zur Käseherstellung. Von der Ferienstation Ovronnaz aus ist sie in weniger als einer Stunde zu Fuß erreichbar. Das Tourismusbüro von Ovronnaz bietet Wandernden, die den Tour des Muverans in Ovronnaz beginnen, eine Gepäckaufbewahrung an.

Der Chemin du vignoble ist eine kantonal anerkannte Route; der Wanderweg ist mit der Nummer 36 ausgeschildert. Der Chemin du vignoble à pied verläuft zwischen Fully, Saillon, Leytron und Chamoson, während die Weinberge von Leytron zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet werden können. Die Via Farinetta führt durch die Schluchten der Salentze und erschließt Natur- und Kulturräume der Gemeinden Saillon und Leytron. Die Hängebrücke von Farinet überquert die Schlucht der Salentze in der Region um Leytron.

Die Region um das malerische Dorf Leytron ist von den steilen Felswänden der Ardévaz umgeben. Die Radroute Ovronnaz/Mayens de Chamoson – Wallis Velo Tour verläuft parallel zur Salentse durch Weiden und Nadelwälder; in Richtung Ovronnaz eröffnet sie den Blick auf den Grand Muveran. Die Mountainbike- und E-Bike-Route «La villageoise» führt durch den Wald, überquert die Salentse und verläuft über den Weiler Chou und Morthey zurück zur Station.

Der Sentier des Légendes in Ovronnaz verbindet Wandern mit der Entdeckung des Kulturerbes und führt von Tourbillon über die Grande Corniche. Der Mini zoo de Jorasse auf 2.000 Metern bietet im Sommer Besuche bei Hoftieren und bei gutem Wetter Ponyreiten für Kinder. Das nordische Zentrum von Tourbillon in Ovronnaz bietet mehrere Langlaufloipen durch den umliegenden Wald.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Martinach.

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