Rafz – Weinweg, Oberdorf und Ortsmuseum

File:Rafz 225.JPG File:Rafz 225.JPG Foto: Dietrich Michael Weidmann via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Rafz verbindet Weinbau, ein historisches Dorfzentrum und die offene Landschaft des Rafzerfelds. Die Gemeinde liegt im Bezirk Bülach des Kantons Zürich in der Schweiz und an der deutschen Grenze. Wer sich für regionale Geschichte interessiert, findet im Oberdorf und im Ortsmuseum konkrete Spuren der Entwicklung des Ortes; Wege durch das Rafzerfeld ergänzen diese kulturelle Seite um Landschafts- und Weinerlebnisse.

Landschaft und Wege

Das offene, leicht hügelige Rafzerfeld ist von Feldern, Wäldern und Reblagen geprägt. Der grösste Teil des Gebiets wird landwirtschaftlich genutzt, etwa ein Viertel ist bewaldet. Die Landwirtschaft prägte über Jahrhunderte die kulturelle Ausrichtung von Rafz; der Kiesabbau hat die Landschaft mancherorts ebenfalls geprägt. Die vielseitige Landschaft des Rafzerfelds lädt zu Spaziergängen, Radtouren und Ausflügen ein.

Ein beschriebener Spazierweg führt vom Bahnhof Rafz zunächst etwa 1,3 Kilometer der Strasse entlang und anschliessend auf einen Wanderweg. Nach kurzer Zeit wird der Aussichtspunkt Gnal oberhalb von Rafz erreicht; nach Gnal verläuft der Weg vor allem durch Wald. Der ausgeschilderte «Lebendige Weinweg» ist dagegen 38 Kilometer lang und führt von Winterthur nach Rafz. Unterwegs gibt es Begegnungen mit Winzerinnen und Winzern sowie Möglichkeiten zur Degustation lokaler Weine. Für Ihre Planung lassen sich die Angebote nach Weglänge, Aktivitätstyp und dem Verhältnis von Landschaft, Bewegung und Wein nebeneinanderstellen.

Kultur und Geschichte

Rafz wurde 870 erstmals urkundlich erwähnt; im Mittelalter wechselten die Herrschaftsrechte über den Ort mehrfach. Das Oberdorf ist ein grossflächiger historischer Ortskern am Hangfuss. Zwei beziehungsweise drei parallele Gassen verlaufen quer zur Dorfstrasse, dazwischen steht eine dichte Zeilenbebauung mit zwei- bis dreigeschossigen, mehrteiligen Fachwerkbauten und Satteldächern, die vor allem aus dem 17. bis 19. Jahrhundert stammen.

Die reformierte Kirche von Rafz prägt das historische Dorfzentrum wesentlich mit und ist ein wichtiger sozialgeschichtlicher sowie bautypologischer Zeuge. Zusammen mit der zeitgleich erbauten reformierten Kirche in Rorbas handelt es sich um den ersten nachreformatorischen Kirchenbau auf der Zürcher Landschaft. Die Kirche wurde 1585 anstelle eines spätmittelalterlichen Vorgängerbaus, der Nikolauskapelle, errichtet. Zu ihrer historischen Ausstattung gehören insbesondere Spitzbogenfenster mit spätgotischem Masswerk.

Das Ortsmuseum Rafz bewahrt vollständige Werkstätten für Schuhmacherei, Uhrmacherei, Küferei, Malerei und Wagnerei. Die Dauerausstellung «Vom Flachs zum Leinen» zeigt die frühere Bedeutung von Flachs für die Leinenherstellung; Geräte veranschaulichen den Weg von der Pflanze zum Gewebe. An Museumssonntagen von April bis November gibt es jeweils um 15 Uhr eine kostenlose Führung, während das Museum von 14 bis 17 Uhr geöffnet ist.

Örtliche Orientierung

Der Bahnhof Rafz wird von der S-Bahn bedient und bietet direkte Verbindungen nach Zürich, Bülach und Schaffhausen. Regionale Buslinien verbinden Rafz mit den umliegenden Gemeinden. Die Erschliessung von Rafz erfolgte unter anderem durch die S-Bahn Zürich und die Autobahn A51 zwischen Bülach und Zürich.

Das Freibad Rafzerfeld wird von den Gemeinden Rafz, Wasterkingen und Wil gemeinsam betrieben und befindet sich an der Schwimmbadstrasse 20 in 8197 Rafz; Rafz ist die Trägergemeinde. Die Rafzer Herbstmäss findet alle drei Jahre statt und räumt dem lokalen Wein einen starken Auftritt ein.

Weitere Ortsseiten: Zweidlen, Bassersdorf, Rorbas, Lufingen, Bülach, Opfikon, Höri, Kloten

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