Baar: Geschichte, Lorzentobel und Wege im Zugerland
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Foto: Bobo11 via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Die Baarburg ist das dominierende Wahrzeichen von Baar. Als plateauartige Höhenkuppe erhebt sie sich nordöstlich des Dorfes und verbindet Landschaft mit einer ungewöhnlich tief reichenden Geschichte.
Geschichte
Archäologische Untersuchungen auf der Baarburg belegen mindestens sieben Siedlungsphasen. Sie reichen von der Mittelbronzezeit ab 1550 v. Chr. bis ins Frühmittelalter um 700 n. Auch die rund 6000 Jahre alten Höllgrotten gehören zu den besonderen historischen Bezügen der Umgebung: Entdeckt wurden sie 1863, als Tuffstein für die Auskleidung von Eisenbahntunneln im Knonaueramt abgebaut wurde.
Der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Martin wurde um 1360 errichtet und ist bis heute von einer barocken Ausstattung geprägt. Ihr Dachstuhl entstand 1557 und gilt weiterhin als bemerkenswert; die Kirche zählt zu den ältesten sakralen Bauwerken im Kanton Zug. Die reformierte Kirche wurde 1866/67 als erster protestantischer Kirchenbau der Innerschweiz errichtet.
Zur Geschichte der Arbeit und der Verkehrswege gehören die älteste Lorzentobelbrücke, eine überdachte Holzbrücke aus dem Jahr 1759, sowie die Obermühle und die Spinnerei Baar. Beide nutzten die Wasserkraft des Mühlebachkanals zum Betrieb ihrer Maschinen. Tafeln entlang des Kanals erläutern seine historische Bedeutung für die Industrialisierung Baars. Die Wildenburg wurde im frühen 13. Jahrhundert als Wohnburg der Herren von Hünenberg errichtet, nach etwa 200 Jahren aufgegeben und 1985 sorgfältig restauriert.
Natur und Wege
Die Höllgrotten Baar bilden ein Höhlensystem in der wildromantischen Flusslandschaft des Lorzentobels. In den Höhlen liegen kleine Seen, dazu kommen Tropfsteinformationen in unterschiedlichen Farbnuancen. Eindrucksvolle Stalagmiten und Stalaktiten gehören ebenfalls zum Höhlenbild. Eine selbstständige Besichtigung dauert etwa drei Viertelstunden.
Die Höllgrottenwanderung führt vom urbanen Baar entlang der wildromantischen Lorze zu den sagenumwobenen Höllgrotten. Ein weiterer Weg folgt der Lorze von Schmittli bei Neuägeri über die Höllgrotten und Baar bis zur Stadt Zug; er eignet sich zum Radfahren, Wandern und Inline-Skaten. Die unterschiedlichen Wegverläufe und die angegebene Besichtigungsdauer lassen sich bei der Tagesplanung getrennt berücksichtigen.
Der Schlaufensteg ist ein 350 Meter langer Baumwipfelweg mit mehreren Aussichtsplattformen und erreicht eine Höhe von bis zu 22 Metern. Er ist ganzjährig frei zugänglich. Für Fahrradtouren im weiteren Umfeld verfügt der Kanton Zug über ein dichtes und attraktives Fahrradwegenetz sowie einen speziellen Veloroutenplaner.
Anreise und Umfeld
Vom Bahnhof Zug bringen die Stadtbahn Zug oder die Buslinie 3 Besucherinnen und Besucher nach Baar. Baar verfügt außerdem über Schnellzughalte der Linie Luzern–Zürich. Die Höllgrotten sind von Baar aus mit dem Auto oder dem Velo erreichbar.
Im nahegelegenen Allenwinden umfasst der historische Dorfkern unter anderem die Pfarrkirche St. Wendelin von 1749. Für Wanderungen im Lorzentobel oder am Zugerberg wird der historische Dorfkern als Ziel empfohlen. Die drei Brücken im Lorzentobel symbolisieren die stets wichtige Verkehrsverbindung zwischen Berg und Tal im Zugerland.
Weitere Orte im Umfeld sind Steinhausen, Zug, Oberägeri, Walchwil, Risch, Cham, Unterägeri und Menzingen.
Brauchtum und Braukunst
Die Baarer Räbefasnacht hat mit dem von Eugen Hotz gestalteten Räbegäuggel eine zentrale Symbolfigur. Gegründet wurde die Fasnacht am 13. Februar 1947 im Restaurant Zur Waage. Bei der Räbefasnacht ist eine aktive Teilnahme an der Inthronisation des Räbevaters und am grossen Umzug am Fasnachtssonntag möglich.
Beim traditionellen Räbevatermöhli wird alljährlich Baarer Räbemues serviert. Am Fest des Kirchenpatrons findet in Baar außerdem die Chilbi statt, die weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt ist.
Die Brauerei Baar wurde 1862 gegründet. Führungen durch die Brauerei Baar vermitteln Einblicke in die Braukunst.
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