Cham am Zugersee: Kultur, Wege und Industriegeschichte
Cham liegt am Nordufer des Zugersees, 5,5 Kilometer nordwestlich von Zug, und an der Mündung der Lorze. Die Ortsteile Kirchbühl und Städtli liegen beiderseits des Flusses. Für die Anreise und die regionale Erkundung verfügt Cham über einen Bahnhof.
Landschaft
Der Lorzenweg ist ein Fußweg zwischen Cham und Hagendorn, der die Flussnatur entlang der Lorze erlebbar macht. Entlang des Weges befinden sich Naturschutzzonen. Bleiben Sie auf den signalisierten Wegen und nehmen Sie Rücksicht auf die Tier- und Pflanzenwelt. Der 58 000 m² große Villettepark ergänzt diese Landschaft mit imposantem altem Baumbestand. Theodor Froebel aus Zürich legte ihn 1865 im englischen Stil an.
Am See liegt der 15 000 m² große Hirsgarten. Vom Frühling bis in den Herbst wird er als Festareal genutzt, unter anderem für Fußball- und Beachvolleyballturniere.
Wege und Bewegung
Der Industriepfad Lorze ist 30 Kilometer lang und erklärt mit 70 Schautafeln entlang der Lorze die Geschichte der Industrialisierung. In Cham bietet der Pfad geführte Rundgänge von etwa 90 Minuten an, bei denen durchschnittlich 2 bis 5 Kilometer zu Fuß zurückgelegt werden. Der Cham-Abschnitt ist von Parkanlagen, Herrschaftshäusern, altem Gewerbe und Industrieanlagen geprägt.
Auf dem George Ham Page Steg können Fußgänger entlang der Lorze spazieren und in die Geschichte der ehemaligen Anglo-Swiss Condensed Milk Company eintauchen. Eine etwa 1,5-stündige Führung durch die industrielle Geschichte von Cham zeigt eine Auswahl aus Bahnhof, Wildwest-Häusern, Villette, Gärtnerhaus, ehemaligem Restaurant Schlüssel, Verwaltungsgebäude von Nestlé, Milchsüdi, Gasometer, reformierter Kirche, Seeabsenkung und Papierfabrik. Der Vita Parcours ist 2,4 Kilometer lang und umfasst 15 Stationen für Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Die unterschiedlichen Streckenlängen und Zeitangaben helfen, Wege und Rundgänge nach dem eigenen Tagesrahmen zu vergleichen.
Kultur und Geschichte
Die Villa Villette ist seit 1988 ein Kultur- und Begegnungszentrum mit Restaurations-, Bankett-, Konzert- und Ausstellungsräumen und steht allen offen. Die Kirche St. Jakob wurde 1783–1796 erbaut; ihr 74,74 Meter hoher Kirchturm gilt als Wahrzeichen von Cham. Das Kloster Frauenthal wurde 1231 gegründet, 1245 in den Zisterzienserinnenorden inkorporiert und 1386 in das Zuger Bürgerrecht aufgenommen.
Die Wallfahrt zur Kreuzkapelle von Heiligkreuz reicht bis 1711 zurück. Im Kloster und Wallfahrtsort Heiligkreuz in Lindencham wachsen in einem nach Hildegard von Bingen konzipierten Kräutergarten über 100 verschiedene Heilpflanzen. Die Schwestern verkaufen sie getrocknet, als Tee oder in anderer Form im eigenen Klosterladen.
Märkte und Ortsleben
Das traditionelle Villette Fäscht findet alle drei Jahre am See statt. Chamer Vereine bieten dort kulinarische Köstlichkeiten und kulturelle Leckerbissen an. Der Chamer Dorfmärt findet von Ende März bis Ende Oktober jeweils samstags auf dem Dorfplatz vor dem Lorzensaal statt; das Marktbeizli wird jeden Samstag von einem anderen Verein geführt.
Zum regionalen Überblick gehören außerdem die Ortsseiten Zug, Baar, Steinhausen, Walchwil, Risch, Menzingen, Neuheim und Oberägeri.
Handwerk
Das Ziegelei-Museum bietet Gruppen auf Anfrage Führungen oder Workshops. Im Museum, im Biotop und auf dem Zwergenwerkplatz gibt es für Kinder vieles zu entdecken und zu begreifen. Auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei Lörch wurden in der Ziegelhütte mit Kammerofen von 1873 bis 1933 von Hand Backsteine, Dachziegel und gebrannter Kalk hergestellt.
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