Koblenz am Zusammenfluss von Aare und Hochrhein
Koblenz liegt am Zusammenfluss von Aare und Hochrhein unmittelbar an der Grenze zu Deutschland. Bereits 1010 wurde der Ort erstmals unter dem Namen Confluentia urkundlich erwähnt; der Name nimmt Bezug auf den Zusammenfluss von Aare und Rhein. Im Hochmittelalter gehörte Koblenz zum Herrschaftsbereich der Herren von Klingen. 1269 verkaufte Walther von Klingen die Siedlung zusammen mit Klingnau an das Bistum Konstanz.
Flüsse und Auen
Beim Kleinen Laufen liegt das Gelände auf einer Schotterterrasse unterhalb der Stromschnelle. Von dort bietet sich ein guter Blick auf den Zusammenfluss von Rhein und Aare sowie auf die Mündung der Wutach. Direkt am Rhein steht der römische Wachturm Kleiner Laufen; er ist jederzeit frei zugänglich.
Das Koblenzer Giriz beeindruckt mit einem grossen Bestand an mächtigen Silberweiden. Das Gebiet an der Einmündung der Aare in den Rhein ist im Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung als ortsfestes Objekt für die Fortpflanzung der Amphibien erfasst. Im Giriz wurde ausserdem ein 400 Meter langer Seitenarm revitalisiert. Die Flussräume von Rhein und Aare mit Auenwäldern, Inseln und Kiesbänken am Ufer dienen als Naherholungsgebiet.
Das Naturwaldreservat Gippinger Grien ist bei und unmittelbar nach Hochwasser wegen überfluteter Wege nicht durchgängig begehbar. Vom Bahnhof Koblenz führt ein Wanderweg in Richtung Gippingen durch das Naturschutzgebiet Giriz. Er verläuft entlang der Aare und kommt an einer Feuerstelle ohne Unterstand vorbei.
Weitere Orte in diesem Reiseumfeld sind Böttstein, Bad Zurzach, Wislikofen, Siglistorf, Endingen und Tegerfelden.
Kultur und Eisenbahngeschichte
Die 1859 errichtete Eisenbahnbrücke über den Rhein ist Europas älteste noch als Eisenbahnbrücke genutzte Eisenfachwerkbrücke. Zur historischen Bahngeschichte gehört auch die Depotanlage von Koblenz, die zusammen mit dem Aufnahmegebäude und dem Güterschuppen des Bahnhofs ein selten gewordenes Ensemble aus der Frühzeit des schweizerischen Eisenbahnbaus bildet.
Die historische Depotanlage und die Sammlung von Schienenfahrzeugen in Koblenz werden geschützt und erhalten. An diesem Ort befindet sich die grösste Schweizer Draisinen-Sammlung. Im historischen Lokdepot gibt es ein Vereinslokal, eine Werkstatt und präsentierte Draisinen. Das historische Lokdepot Koblenz aus dem Jahr 1872 bietet zudem Räumlichkeiten für Veranstaltungen.
Die reformierte Kirche Koblenz wurde von 1939 bis 1940 gebaut und am 21. April 1940 eingeweiht. Sie ist ein einschiffiger Predigtsaal mit offenem Dachstock aus naturbelassenem Holz und einem Boden aus kleinen roten Tonplatten. Geöffnet ist die Kirche nur während Gottesdiensten und Anlässen; genutzt werden kann sie für Konzerte, gesellschaftliche Anlässe, Trauungen und Abdankungen.
Das Schloss an der Hinterdorfstrasse 21 ist ein spätgotischer, integral kantonal geschützter Bau von regionaler Bedeutung. Es handelt sich um einen markanten spätgotischen Mauerbau aus dem 16. Jahrhundert, der vermutlich als Gutshof des Klosters Sion in Klingnau diente. Als eines der wenigen Koblenzer Häuser überstand das Schloss den verheerenden Dorfbrand von 1795.
Die katholische Pfarrkirche St. Verena wurde 1958/59 nach Plänen des Solothurner Architekten Otto Sperisen erbaut und ist der heiligen Verena geweiht. Ihr Kirchenschiff verjüngt sich im Grund- und Aufriss trapezförmig. Hinzu kommen ein freistehender Glockenturm und weit vorkragende Flugdächer, die für die Kirchenarchitektur der 1950er Jahre charakteristisch sind.
Unterwegs in Koblenz
Eine historische Route von nationaler Bedeutung führt von der Eisenbahnbrücke über Landstrasse, Achenbergstrasse und Tüftelstrasse nach Rietheim und weiter nach Waldshut. Die kantonale Radroute 500 verbindet Koblenz im Westen mit Full und Leuggern sowie im Osten mit Rietheim.
Koblenz verfügt über zwei Bahnhaltestellen: Koblenz Dorf und Koblenz Bahnhof. Park+Ride-Angebote gibt es beim Bahnhof und beim Gemeindehaus; zusätzlich befindet sich beim Bahnhof ein Carsharing-Angebot. Koblenz ist stark vom grenzüberschreitenden Verkehr betroffen, wegen des Grenzverkehrs kommt es dort häufig zu Stau.
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