Wislikofen – Propstei, Kirchen und Baukultur

File:Wislikofen 03.jpg File:Wislikofen 03.jpg Foto: Lutz Fischer-Lamprecht via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Historischer Ortscharakter

Wislikofen ist ein Ort in der Einwohnergemeinde Zurzach im Schweizer Kanton Aargau und gehört zum Bezirk Zurzach; der Ort liegt etwa zwei Kilometer südlich der Grenze zu Deutschland. Die historische Propstei wurde 1113 als Propstei des Benediktinerklosters St. Blasien gegründet und prägt das Erscheinungsbild des Ortes. Ihre Geschichte reicht bis ins 9. Jahrhundert zurück. Als historische Seminar- und Kulturstätte bewahrt die Propstei einen klösterlichen Charakter; seit 1976 dient sie als Seminar- und Bildungszentrum.

Die Propstei mit Kirche ist ein integral kantonal geschütztes Baudenkmal von regionaler Bedeutung. Zur Anlage gehören ein rekonstruiertes Propsteigebäude, eine Kirche und ein ehemaliges Pfarrhaus. Das ehemalige Pfarrhaus stammt aus den Jahren 1690/92. Zwischen dem ehemaligen Kreuzgang und dem ehemaligen Pfarrhaus steht ein polygonaler Treppenturm aus dem 16. Jahrhundert. Die talseitige nördliche Kirchenfront besitzt große Ovalfenster aus der Zeit um 1730.

Sakrale Baukultur

Die Kirche St. Oswald ist dem heiligen Oswald geweiht und besitzt einen Taufstein aus dem Jahr 1541. Neben den Pfarreigottesdiensten finden dort Feiern des Bildungszentrums und andere kulturelle Veranstaltungen statt.

Zur historischen Sakrallandschaft gehört auch die Kapelle St. Sebastian und St. Fridolin. Sie wurde 1786–1789 neu erbaut, hat regionale Bedeutung und ist integral kantonal geschützt. Normalerweise ist die Kapelle geschlossen; für eine Besichtigung kann bei der Sigristin der Schlüssel geholt werden. Am Altar ist eine Darstellung der 15 Rosenkranzgeheimnisse in bemalten Schnitzereien zu sehen.

Baukultur und Handwerk

In Mellstorf steht mit der Alten Trotte ein weiteres integral kantonal geschütztes Baudenkmal von regionaler Bedeutung. Der wuchtige dreigeschossige Mauerbau spätgotischer Prägung bildet zusammen mit der Pfarrkirche und dem Kirchhof eine wertvolle Baugruppe. Sein steiles, geknicktes Halbwalmdach besitzt auf der Südseite eine offene Flugsparrenkonstruktion.

Im Obergeschoss der Trotte werden Kulturgüter aus der Umgebung gezeigt, vorwiegend aus den Bereichen Landwirtschaft und Handwerk. Besichtigungen des Museums für Landwirtschaft und Handwerk in Mellstorf werden telefonisch vereinbart. Die Trotte wurde 1671 errichtet, um aus den am Sonnenhang geernteten Trauben Wein zu keltern.

Wege und örtliche Einordnung

Der Bus 354 aus Baden oder Niederweningen fährt bis zur Haltestelle Wislikofen Dorf; von dort sind es rund 50 Meter bis zur Propstei Wislikofen. Der Einstieg in einen Wanderweg befindet sich nur wenige Schritte von der Propstei entfernt. Die unterschiedlichen Angaben zu Busweg und Wandereinstieg zeigen zwei klar benannte Wege, den Ort und seine historischen Gebäude in die eigene Tagesplanung einzubeziehen.

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Wislikofen war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein landwirtschaftlich geprägt.

Weitere Orte: Siglistorf, Endingen, Tegerfelden, Bad Zurzach, Koblenz, Böttstein

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Zurzach.

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