Aeschlen – Streusiedlung zwischen Geschichte und Aeschlenalp

Ortsbild und Einordnung

Aeschlen ist eine Streusiedlung in der Gemeinde Oberdiessbach, im Verwaltungskreis Bern-Mittelland des Kantons Bern in der Schweiz. Typisch ist die Lage an einem nordwestexponierten Hang; ein eigentliches Dorfzentrum gibt es nicht. Die Hauptstraße von Oberdiessbach in Richtung Linden und weiter nach Röthenbach führt durch Aeschlen. Historisch bezeichnete sich Aeschlen als „kleine hübsche Berggemeinde am Tor zum Emmental“. Aeschlen wird im Zusammenhang mit Oberdiessbach als „Aeschlen bei Oberdiessbach“ geführt; zugleich wird der Ort als Ortsteil bei Oberdiessbach im Kanton Bern in der Schweiz bezeichnet.

Weitere Orte: Walkringen, Kiesen, Wichtrach, Oberdiessbach, Herbligen und Zäziwil.

Geschichte und Kultur

Aeschlen wurde bereits im 15. Jahrhundert als Dorf bezeichnet. Im Ort liegt der Diessenberg, der als wichtiger Ursprung des heutigen Dorfes gilt. Im Weiler Unterhaus steht ein Speicher: Der Hälbling-Blockbau unter einem stark geknickten Satteldach stammt aus dem Jahr 1589 und gilt als eines der letzten zwei Beispiele im Bernbiet. 1592 setzte die Bauernschaft gegenüber den Nachbardörfern die Teilung der gemeinsamen Allmend durch.

Die Burgruine Diessenberg in Aeschlen ist im Oberdiessbacher Infoweg als Standort enthalten; sie wird als Burg zwischen zwei Machtzentren ab dem 12. Jahrhundert beschrieben. Zur Burgruine gibt es keinen Wanderweg; deshalb ist dort äußerste Vorsicht geboten.

Natur im Umfeld

In der Umgebung von Aeschlen liegt das Spächteloch, ein besonders schönes Beispiel typischer Molasse-Wasserfälle in einem Seitentälchen des Diessbachgrabens. Besichtigt wird es am besten von unten über den Diessbachgraben. Bei trockenen Verhältnissen und mit gutem Schuhwerk ist ein Besuch zu jeder Jahreszeit möglich. Im Winter bilden sich dort große Eiszapfen, wenn das von oben nachströmende Wasser gefriert.

Ebenfalls in der Umgebung befindet sich der Gumistein, ein Findling beziehungsweise erratischer Block. Er ist seit längerer Zeit geschützt und liegt auf einem glazialen Moränenzug, einer vom Gletscher aufgeschütteten und sanft modellierten Geländeform.

Aeschlenalp

Auf der Aeschlenalp stehen viele Einzelbäume und Baumgruppen, die den Weidetieren später im Sommer willkommenen Schatten spenden. Die durchschnittliche Sömmerungszeit beträgt 120 Tage; über 180 Rinder werden dort gesömmert.

Infowege und Wanderrouten

Die Oberdiessbacher Infowege behandeln vier Themen: allgemeine Geschichte, Kirchengeschichte, Wirtschaftsgeschichte und Natur. Ihre Standorte lassen sich bei kürzeren oder längeren Spaziergängen entdecken. Die Wanderroute „Über die Falkenfluh“ erreicht nach der Schafegg die aussichtsreiche Waldlichtung Aeschlenalp. Die Route „Fernsicht und Gipfelschau im Voralpengebiet“ führt über die Aeschlenalp am Gehöft Barichti vorbei zur Falkenfluh und zum gleichnamigen Weiler. Benannte Wegpunkte und die unterschiedlichen Spaziergangslängen bieten eine klare Grundlage, um die Routen nach Verlauf und Umfang zu vergleichen. Die Verbindung aus thematischen Infowegen und zwei unterschiedlich benannten Routen zeigt, ob bei einem Spaziergang eher historische und naturkundliche Stationen oder ein Verlauf über Aeschlenalp und Falkenfluh im Vordergrund steht.

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