Oberdiessbach – Schlossgeschichte, Kulturwege und Natur

File:Oberdiessbach Schloss01 P.jpg File:Oberdiessbach Schloss01 P.jpg Foto: Chris ALC via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Das zwischen 1666 und 1668 erbaute Neue Schloss Oberdiessbach wird als erster rein französisch geprägter Landsitz bezeichnet. Ebenso gilt es als erstes Schloss der Schweiz, das bewusst als offener Landsitz in die Landschaft integriert wurde. Die Anlage ist in drei Trakte gegliedert; ein monumentales Treppenhaus verbindet den Nord- mit dem Südflügel. Besichtigungen des Schlosses sind nur im Rahmen einer Führung möglich und werden nach Voranmeldung von Mitte April bis Ende Oktober angeboten.

Kultur

Das Geissbühlerhaus wurde um 1771 erbaut und ist im Wesentlichen mit seiner originalen Ständerkonstruktion erhalten. Im kantonalen Bauinventar ist es als schützenswertes K-Objekt mit der höchsten Schutzstufe eingetragen. Die Kirche in Oberdiessbach wurde 1498 neu erbaut.

Das BuumeHus ist ein repräsentativer klassizistischer Riegstock. Von 1846 bis 1993 befand sich darin einer der ersten Kramläden des Dorfes. Ausstellungen zeigen die Geschichte des ehemaligen Dorfladens, unter anderem das frühere Waschen und Putzen, Kolonialwaren und historische Kleidung. Der Kulturverein Oberdiessbach führt im BuumeHus Veranstaltungen durch.

Die vier Oberdiessbacher Infowege widmen sich der allgemeinen Geschichte, der Kirchengeschichte, der Wirtschaftsgeschichte und der Natur. Der lokale Geschichtsweg umfasst das Alte Schloss als Station zur Ortsgeschichte, das Haus Läderach, das als ältestes Wohnhaus bezeichnet und auf das Jahr 1557 datiert wird, sowie die Burgruine Diessenberg in Aeschlen. Der wirtschaftsgeschichtliche Weg führt zur Unteren Schlossmühle als Station zur Nutzung der Wasserkraft.

Schniggenen ist ein historischer Täuferort und war ein versteckter Versammlungsort. Der Täuferlehrer Hans Burkhalter floh 1658 von Schniggenen, nachdem er wegen seines Glaubens zur Galeerenstrafe verurteilt worden war. Eine Gedenktafel am Haus des Täuferverstecks in Schniggenen bezeugt eine Versöhnung. Am Standort Helisbühl werden vorchristliche religiöse Vorstellungen der Kelten und Alemannen thematisiert.

Weitere Ziele: Oberhünigen, Kiesen, Aeschlen, Linden, Herbligen, Walkringen, Zäziwil, Münsingen

Wege

Die Wanderung von Linden nach Oberdiessbach ist 11,4 km lang und dauert 3 Stunden und 15 Minuten. Sie führt durch Wald sowie an Wiesen und Feldern vorbei hinunter nach Oberdiessbach. Auf dieser Strecke bietet die Schafegg Ausblicke über das Mittelland bis zu den Jurahöhen, den grünen Hügeln des Emmentals und den felsigen Alpengipfeln.

Die Wanderung Chuderhüsi–Aebersold–Oberdiessbach ist 11,1 km lang und als leicht eingestuft. Die Rückfahrt erfolgt ab dem Bahnhof Oberdiessbach. Die Stationen der Oberdiessbacher Infowege können bei kürzeren oder längeren Spaziergängen entdeckt werden. Für Ihre Planung lassen sich Länge, Dauer und Einstufung der beiden Wanderungen sowie die Spaziergangsmöglichkeiten an den Infowegen direkt vergleichen.

Natur

Der Naturweg umfasst die Naturschutzgebiete an der Kiese zwischen Freimettigen und Oberdiessbach, wichtige Amphibienstandorte und einen Spaziergang entlang der Schlossallee.

Das Spächteloch ist ein Beispiel typischer Molasse-Wasserfälle in einem Seitentälchen des Diessbachgrabens. An mehreren Stellen stürzt das Wasser mehr als 10 Meter im freien Fall in die Tiefe. Das Spächteloch lässt sich am besten von unten über den Diessbachgraben besichtigen und kann bei trockenen Verhältnissen sowie mit gutem Schuhwerk zu jeder Jahreszeit besucht werden.

Der Gumistein ist ein Findling beziehungsweise ein erratischer Block aus Kalksandstein. Der Hügel, auf dem er liegt, ist glazialen Ursprungs und bildet einen Moränenzug. Der Gumistein ist seit längerer Zeit geschützt.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Konolfingen.

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