Twann am Bielersee – Dorfgeschichte und Weinbau

File:Twann, lake of Biel-Bienne the wineyards in autumm.jpg File:Twann, lake of Biel-Bienne the wineyards in autumm.jpg Foto: Swissoptimist via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Ortsbild und Lage

Twann liegt im Berner Seeland am Nordufer des Bielersees und umfasst die Ortsteile Twann, Wingreis und Gaicht. Im Gemeindezusammenhang liegt die Gemeinde Twann-Tüscherz am Südhang des Juras oberhalb des Bielersees, am Nordufer des Bielersees und im Berner Seenland. Zum Gebiet von Twann-Tüscherz gehören verstreut liegende Bauernhöfe, die als schön gelten. Twann wurde 1185 erstmals unter dem Namen Duane urkundlich erwähnt und später auch Tuanna genannt. Als Strassendorf besitzt Twann eine geschwungene Hauptgasse. Seine Bebauung ist geschlossen und hat kleinstädtischen Charakter. Twann besitzt einen intakten Dorfkern mit denkmalgeschützten Häuserzeilen.

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Archäologie und Geschichte

Bei der Fundstelle am Bahnhof Twann befanden sich in der Jungsteinzeit nacheinander rund 21 Dörfer; sie gehört seit 2011 zum UNESCO-Welterbe «Pfahlbauten rund um die Alpen». Südlich des Bahnhofs Twann, zwischen Unterführung und Schiffländte, steht eine Stele mit Informationen zur UNESCO-Welterbestätte, zu den Rettungsgrabungen von 1974–1976, zur Siedlungsgeschichte und zur kulturellen Entwicklung.

Die reformierte Kirche in Twann stammt aus dem frühen Mittelalter und wurde vermutlich nicht vor dem 9. Jahrhundert, also in spätkarolingischer Zeit, erbaut. Das Pfahlbaumuseum Dr. h.c. Carl Irlet im Fraubrunnenhaus ist von April bis Oktober geöffnet; ausgewählte Gruppen können es nach vorheriger Absprache besichtigen. Das Museum erzählt von der Zeit vor 5000 Jahren und von den Sammlern, die die Pfahlbauer um 1850 wiederentdeckten.

Die Twannbachbrücke von Robert Maillart ist eine Betonbaukonstruktion aus dem Jahr 1936 und Teil des in den 1930er-Jahren angelegten Rebwegs. Eine geführte Tour durch das Winzerdorf Twann vermittelt Geschichte und Weinbautradition und führt durch erhaltene historische Gebäude und verwinkelte Gassen. Bei einer Dorfführung durch Twann werden dunkle Gassen, verborgene Gärten sowie Geschichten und Sagen aus dem Dorf entdeckt.

Reben und Wege

Beim Wandern durch Twanns Reben und entlang der Gärten mit ursprünglichen Trockensteinmauern können Pflanzen und Tiere aus dem Mittelmeerraum beobachtet werden. Der Rebenlehrpfad Twann–Ligerz ist eine einstündige Wanderung zwischen Twann und Ligerz mit lehrreichen Tafeln zum Weinbau der Region. Der historische Pilgerweg von Twann nach Ligerz ist heute noch gut begehbar.

Der Twannbachschluchtweg hat seinen Eingang bei der Maillartbrücke. Der Wanderweg durch die Twannbachschlucht ist aus Sicherheitsgründen wegen aussergewöhnlicher Trockenheit vom 21. August 2026 bis im Frühling 2027 gesperrt.

Wein und lokale Küche

Der Weinbau gilt als besonders wichtiges Merkmal von Twann. Die Vinitour umfasst den Besuch von drei Weinbetrieben und die Degustation von insgesamt 13 Weinen. Beim Treberwurstessen im Weinkeller der Familie Perrot in Twann werden eine Weissweinsuppe aus Twann, Treberwurst mit Kartoffelgratin, ein regionales Dessert und die Weine des Hauses serviert.

Anreise über Bahn und See

Twann ist über seinen Bahnhof gut an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Schiffstation Twann ist an das Kursschiffnetz des Bielersees angebunden.

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