Glarus – zwischen Bergseen, Geologie und Textilkultur
Das Glarnerland ist ein enges, von steilen Bergwänden gerahmtes Tal mit einer hohen Dichte an Wasserfällen, Bergseen und alpinen Übergängen. Der Kanton Glarus wird vom Linthtal durchzogen und ist von steilen Felswänden, Gletscherresten, weiten Alpen und klaren Bergseen geprägt; der Tödi ist mit 3612 Metern sein höchster Gipfel. Die Glarner Alpen erheben sich über engen Flusstälern und beherbergen den grössten nacheiszeitlichen Bergsturz im zentralen Alpenraum.
Regionale Einordnung
Zur regionalen Gliederung des Glarnerlands zählen Elm, Braunwald, Glarus, Mollis, Engi, Matt, Filzbach, Nidfurn, Näfels, Obstalden, Mühlehorn, Glarus Süd und Niederurnen.
Natur und Erdgeschichte
Die UNESCO-Welterbestätte Tektonikarena Sardona zeigt mit der Glarner Hauptüberschiebung anschaulich, wie sich die Alpen aufgefaltet haben. In der Schweizer Tektonikarena Sardona sind die Glarner Hauptüberschiebung und die darunter und darüber liegenden Gesteinsaufschlüsse dreidimensional sichtbar und für Besuchende anschaulich erlebbar. Eine panoramische Bergwanderung dort führt durch Landschaften, deren Erdgeschichte 300 Millionen Jahre umfasst.
Das UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona bietet Tagesausflüge und mehrtägige Wanderungen mit Gepäcktransport und persönlicher Geo-Begleitung. Die zweite Etappe der Via GeoAlpina von Elm nach Linthal führt durch eine eindrucksvolle Berglandschaft, in der die Glarner Hauptüberschiebung besonders gut sichtbar ist.
Der Freiberg Kärpf ist eines von 42 eidgenössischen Jagdbanngebieten und zugleich das älteste in Europa. Die Luftseilbahn Kies–Mettmen erschliesst die Mettmenalp und den Freiberg Kärpf. Im Naturzentrum Glarnerland befindet sich das Besucherzentrum für die Welterbestätte Tektonikarena Sardona; dort ist die Glarner Hauptüberschiebung, auch «magische Linie» genannt, weithin sichtbar. Das Naturzentrum ist zudem Anlaufstelle für Fragen zur Natur des Glarnerlands.
Wandern, Winter und Wasser
Auf dem Gemeindegebiet Glarus gibt es rund 170 km offizielle Wanderwege. Im Kanton Glarus gibt es Möglichkeiten zum Wandern, Klettern, für Skitouren, Schneeschuhtouren und Winterwandern; die Region ist durch steiles Gelände und Berg- und Alpinwanderwege geprägt. Die Via Glaralpina ist ein Weitwanderweg im Hochland des Glarnerlands, der Glarus Nord, Glarus und Glarus Süd auf rund 230 Wanderkilometern mit 18'500 Höhenmetern im Auf- und Abstieg verbindet.
Die Gemeinde Glarus eröffnete den Bergrundwanderweg um den Klöntalersee am 1. Juli 2023 für die Öffentlichkeit. Um den Klöntalersee gibt es eine leichte Wanderung; der See entstand ursprünglich durch einen Bergsturz. Ein etwa zweistündiger Spaziergang führt am Ufer des Klöntalersees entlang, abschnittsweise ist der Weg schmal. Am Klöntalersee sind Baden, Surfen, Fischen und Eistauchen möglich.
Der Walensee ist eine mit dem Kanton St. Gallen geteilte regionale Sehenswürdigkeit zwischen den Churfirsten und den Glarner Alpen; an seinen Ufern gibt es Möglichkeiten zum Wandern und Wassersport. Wenn Sie Wege und Ausflüge einander gegenüberstellen, lassen sich unterschiedliche Streckenlängen, Zeitangaben und Aktivitätsformen klar vergleichen.
Der Glarus Industrial Trail ist 50 km lang und verläuft durch die Linth- und Sernftäler. Er führt an alten Fabriken, Fabrikantenvillen, Kraftwerken, Kanälen und modernen Fabriken vorbei und ist ein Rad- und Wanderweg. Braunwald ist ein autofreies Dorf in den Glarner Alpen.
Kultur und Industriegeschichte
Das Museum des Landes Glarus im Freulerpalast zeigt ständige und wechselnde Ausstellungen zur Geschichte und Kultur des Kantons Glarus. Die Dauerausstellung «Glarner Textildruck» vermittelt die über 250-jährige Geschichte des Glarner Textildrucks. Anhand von Stoffen, Werkzeugen und Fotografien dokumentiert die Ausstellung die handwerkliche Fertigkeit und den Handel der Glarner Textildruckereien. Das Museum des Landes Glarus bietet dazu Führungen mit einer Dauer von 60 oder 90 Minuten an.
Das Erbe der Textilindustrie ist im Kanton Glarus noch heute in ehemaligen Fabrikgebäuden sichtbar. In der Schiefertafelfabrik Elm sind auch 40 Jahre nach der Einstellung des Betriebs alle Maschinen funktionsfähig. Die Landsgemeinde ist eine langjährige Tradition der direkten Demokratie, bei der die Stimmberechtigten unter freiem Himmel über Gesetze und Wahlen entscheiden.
Das Anna Göldi Museum widmet sich dem Schicksal der 1782 durch das Schwert hingerichteten Magd Anna Göldi und zeichnet die Stationen ihres Lebens nach. Das Kunsthaus Glarus bietet eine Plattform für die Präsentation schweizerischer und internationaler zeitgenössischer Kunst. Das Museum Mollis zeigt in seiner Dauerausstellung zahlreiche Informationen zur Geologie und zu Fossilien des Glarnerlands.
Der Geological City Walk in Glarus macht Fossilien aus dem Zeitalter der Dinosaurier sichtbar. Die deutschsprachige Faltbroschüre «Brunnentrog und Haifischzahn» führt zu 16 geologisch bedeutsamen Bausteinen in Glarus. Die Erlebniswelt «House of Läderach» ermöglicht Besuchenden einen Blick hinter die Kulissen der Herstellung handgefertigter Schokolade.
Zehn Tafeln am Schabziger Mountain Trail erläutern die Geschichte, Herstellung und Vermarktung des Schabzigers. Der Schabziger Mountain Trail ist eine Wanderung mit kulinarischen Höhepunkten und informiert über die alpine und bergwirtschaftliche Entwicklung im Kanton Glarus.
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