Tartar entdecken: Kultur, Geschichte und Wege am Heinzenberg
Unterkünfte in Tartar
Die Kirche St. Stephan in Tartar wird erstmals im Jahr 1505 erwähnt. Das Kulturarchiv Cazis sammelt kulturelle Gegenstände und Schriften aus Gemeindebeständen und Privathäusern und macht sie der Öffentlichkeit zugänglich.
Kultur
Im Kulturarchiv werden Unterlagen zu den Ausgrabungen am Petrushügel und an der Cresta sowie Übersetzungen der Hexenprozesse in Sarn bewahrt. Dazu kommt Anschauungsmaterial zu den Ausgrabungen am Petrushügel und zum Spaltendorf Cresta. Die Fotosammlung der Gemeinde Cazis umfasst dort über 5.500 Bilder von 1870 bis heute; außerdem bewahrt das Archiv 6.000 Fotografien von Cazis und der Region auf. Die Bibliothek umfasst rund 2.500 Werke, darunter viele antiquarische Bücher.
Mindestens einmal jährlich zeigt das Kulturarchiv Cazis eine Sonderausstellung zu einem bestimmten Thema. Jeden letzten Samstag im Monat ist es von 13:00 bis 17:00 Uhr im Gemeindehaus Tartar geöffnet. Kleingruppen können das Archiv außerhalb dieser regulären Öffnungszeiten nach telefonischer Anmeldung unter +41 79 419 31 65 besuchen. Zu zweit können Besucher ein Lieblingsobjekt auswählen und dazu eine eigene Geschichte schreiben.
Geschichte
Vor der Reformation war Tartar kirchlich dem Kloster Cazis angeschlossen und tribut- sowie zinspflichtig. Der Dorfbrand von 1806 zerstörte praktisch ganz Tartar; erhalten blieben das Stecherhaus, die Kirche, zwei weitere Häuser und drei Ställe. Das Stecherhaus ist im Schweizer Kulturgüterschutzinventar als B-Objekt aufgeführt. Heute unterhält die Gemeinde Tartar eine Kirchengemeinschaft mit Portein, Sarn und Präz.
Der Kirchenspruch in der Kirche von Tartar gilt als Aufforderung an alle und als Beschreibung der Voraussetzung, aus der Inspiration entsteht. So verbindet sich die örtliche Bau- und Kirchengeschichte mit den Sammlungen, Bildern und Ausstellungen des Kulturarchivs.
Weitere verknüpfte Ziele sind Sufers, Innerferrera, Scharans, Donath, Rothenbrunnen, Andeer, Rodels und Thusis.
Wege und Landschaft
Der Pelegrinadi ist ein leichter Pilgerweg über 18,6 Kilometer mit sechs Stationen der Einkehr, des Innehaltens und der Besinnung am Heinzenberg. Farbige Stöcke weisen den Weg; ein Pass, Informationen in den Kirchen und Sinnesstationen machen die Wanderung interaktiv. Die Etappen können frei kombiniert werden und reichen vom einfachen Sonntagsspaziergang bis zur ausgedehnten Tageswanderung. Unterschiedliche Weglängen und Etappenformen lassen sich damit für die eigene Planung vergleichen.
Für Radfahrende führt die Rundtour Cazis Mitte über Tartar und durch Tartar zum Abzweiger Vallar. Sie verläuft durch das Porteiner Tobel mit einem Singletrail und Schiebepassagen bis Oberi Baria, entlang der Wasserläufe am Heinzenberg und durch schattenspendende, kühlende Waldpassagen. Die Rundtour kann an beliebiger Stelle begonnen und beendet werden.
Die Rundtour Cazner Fraktionen führt durch vier Fraktionen von Cazis und wird von intakten Dorfbildern, prägenden Bauten und Aussichtsplattformen begleitet. Auf dem Rückweg verläuft sie über Tartar und anschließend über Valleina und Schauenberg ins Tal. Der Höhenweg der Tour Thusis–Glaspass–Thusis führt durch das Cruttiser Tobel und über Tartar zurück nach Thusis.
Die Feuerstelle am Tartarer Schiessplatz liegt an einem kleinen Teich und einem Bach und verfügt über einen geschützten Unterstand. Das Erlebnis „Wildkraut trifft Kochtopf am Feuer“ am Heinzenberg verbindet eine geführte Wanderung zum Sammeln saisonaler Wildkräuter mit deren gemeinsamer Zubereitung und Verkostung am Feuer.
Praktische Hinweise
Tartar ist mit dem Postauto der Linie 90.532 zwischen Thusis und Präz erreichbar. Das Tartar Tower Clock Museum befindet sich an der Kirchgasse 11 in 7422 Tartar. Im Museum sind mehr als 50 mechanisch einwandfreie, betriebsbereite und funktionsfähige Turmuhren zu sehen; bis auf Weiteres bleibt das Turmuhren-Museum Tartar geschlossen. Bei einem Besuch zur vollen Stunde kann dort ein Glockenschlagkonzert erlebt werden.
Für das Tartar Tower Clock Museum sollen Besucher den Parkplatz am Dorfeingang benutzen, da es am Museum keine Parkplätze gibt. Zu den vier idyllisch gelegenen Lesebänkli in Tartar gehört jeweils eine Kiste mit Büchern und Zeitschriften für Jung und Alt. An den Lesebänkli können Besucher Bücher vor Ort lesen, sie für einige Tage ausleihen oder später zum Weiterlesen zurückkehren.
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