Müstair: Kloster, Kultur und Wege im Val Müstair
Kultur
Müstair verbindet eine aussergewöhnlich weit zurückreichende Klostergeschichte mit konkreten Einblicken in Architektur, religiöses Leben und regionale Kultur. Das Benediktinerkloster St. Johann wurde um 775 gegründet, wahrscheinlich im Auftrag Karls des Grossen. Seine Klosterkirche beherbergt den bedeutendsten erhaltenen Zyklus karolingischer Fresken in situ. Die religiösen Aktivitäten im Benediktinerkloster werden bis heute ununterbrochen fortgeführt.
Die Ausstellungsobjekte des Klostermuseums dokumentieren zwölf Jahrhunderte Klosterleben. Das Kloster St. Johann wurde in seiner langen Geschichte nie vollständig zerstört und nur teilweise umgebaut. In der Anlage verbinden sich architektonische Elemente aus dem 8., 10. und 11. Jahrhundert: Dazu gehören die Kirche und die Heiligkreuzkapelle aus dem 8. Jahrhundert, der Plantaturm aus dem 10. Jahrhundert und die Bischofsresidenz aus dem 11. Jahrhundert.
Das Klostermuseum befindet sich im über tausend Jahre alten Plantaturm. Eine Führung durch das Museum führt durch den Kreuzgang, den Keller des Plantaturms und dessen drei Obergeschosse. Bei einer Führung durch Kirche und Museum geht es um die frühere Lebenswelt der Mönche und Nonnen, das heutige Leben der Benediktinerinnen und die bis ins Jahr 775 zurückreichende Geschichte des Klosters. Im Rahmen der Führung führt der Weg auch zum Plantaturm, der als ältester Wohn- und Wehrturm des Alpenraums bezeichnet wird.
Zur Ortsgeschichte gehört ausserdem die Chasa Chalavaina. Sie wurde bereits 1254 erstmals als Herberge erwähnt und zählt zu den ältesten Hotels der Schweiz. Eine Führung durch die historische Chasa Chalavaina behandelt ihre Entstehung und Entwicklung, ihre Bedeutung, ihre Architektur, die prägenden Menschen sowie kulturelle Besonderheiten der Region. Bei einer geführten Dorfführung durch Müstair wird die Geschichte des Dorfes lebendig.
Landschaft
Die Route Val Müstair führt von Tschierv entlang des unverbauten und naturnahen Rombachs durch die alten, authentischen Dörfer Fuldera, Valchava und Sta. Maria bis nach Müstair. Der Wanderweg «A la riva dal Rom» beginnt an der Quelle des Rombachs in Süsom-Tschierv und führt bis nach Müstair. Unterwegs verläuft er an Flachmooren vorbei, überwindet Steilstufen des Baches und erreicht am unteren Flusslauf geheimnisvolle, von Elfen bewohnte Auen.
Ein Abschnitt dieses Weges zwischen Schützenhaus und Schulhaus in Müstair ist für Kinderwagen geeignet. Beim Lamatrekking am Bio-Hof Puntetta begleiten Isidor Sepp und seine Lamas die Gäste. Die Schnuppertour zum Lamatrekking am Hof Puntetta ist eine etwa zweistündige Wanderung für Familien und Tierliebhaber. Der kleine Wasserfall «Cascada da Pisch» bietet im Sommer eine willkommene Abkühlung und wird im Winter zu einer natürlichen Eisskulptur.
Wege und Entdeckungen
Die Schnitzeljagd «CHATSCHA JAURA» beginnt in Müstair am Plaz Grond nahe der Postautohaltestelle Clostra Son Jon und endet in Sta. Maria. Sie kann ohne Anmeldung, kostenlos und auf eigene Faust entdeckt werden. Der Rundweg Müstair–Cascada da Pisch–Guad–Müstair ist 4,8 Kilometer lang; der Rundweg Kloster–Pradalai–Kloster ist als leichte, 2,5 Kilometer lange Route ausgewiesen. Die verschiedenen Streckenlängen, Wegarten und Startpunkte lassen sich nebeneinanderstellen, wenn Sie Gehstrecke, Landschaft und kulturellen Schwerpunkt Ihrer Planung vergleichen.
Die erste Etappe des Jakobswegs Graubünden beginnt am Kloster St. Johann in Müstair. Stündliche Postautoverbindungen von Zernez oder Tschierv bedienen Müstair, Clostra Son Jon oder Grenze/Cunfin. Die Route «Val Müstair Bike» führt auf Singletrails von Lü nach Müstair und verläuft durch Moorlandschaften sowie an Arven- und Lärchenbäumen vorbei.
Für den Vergleich weiterer Reiseziele stehen Ihnen Scuol, Remüs, Samnaun, Schleins, Tschierv, Brail, Guarda und Zernez zur Verfügung.
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