Thierstein: Ruinen, Juratäler und Museen

Exterior view of Ruine Neu-Thierstein in Büsserach Exterior view of Ruine Neu-Thierstein in Büsserach Foto: Johann Rudolf Rahn via Wikimedia Commons, Public domain

Im Bezirk Thierstein reichen die Höhenlagen von 326 bis 1205 Metern über Meer. Der Bezirk liegt im Kanton Solothurn, gehört zum Schwarzbubenland in der Metropolregion Basel und hat Breitenbach als Hauptort. In der regionalen Einordnung stehen zudem die Orte Fehren, Bärschwil, Beinwil, Erschwil, Himmelried und Nunningen.

Natur und Wege

Die Landschaft nördlich des Passwangs ist von waldreichen Hügeln geprägt, die von zahlreichen Felsformationen durchzogen sind. Im weiteren Umfeld von Thierstein verlaufen Wanderungen durch wildromantische Juratäler an der Grenze zwischen Basel-Landschaft und Solothurn. Im Bezirk genannte Naturmerkmale sind die Kaltbrunnental-Schlucht, der Chastelbach-Wasserfall und Höhlen entlang des Karstwanderwegs im Chaltbrunnental.

Das Gebiet Riedberg-Chäppeli–Nunningerberg ist als kantonales Naturreservat des Kantons Solothurn ausgewiesen. Die kleine St.-Wendelin-Kapelle liegt am Übergang des Chäppeliwegs über den Riedberggrat in einem charakteristischen Kreten-Föhrenwald. Vom Südgrat des Riedberggebiets reicht der Blick nach Süden zum Hirnichopf, zum Oberschattenberg und bis zu den Ausläufern des Passwangs. Die feucht-schattigen Stellen der Kalkfelsabstürze im Riedberggebiet bieten der Gekerbten Jura-Haarschnecke, einem Endemiten des zentralen Juras, Lebensraum.

Am St.-Fridli-Wasserfall fliesst der Siggbach über eine gewölbte Felswand und fällt rund zwanzig Meter in die Tiefe. Bei anhaltender Winterkälte können sich dort ein Eisstalagmit und ein Eisstalaktit bilden, die schliesslich zusammenwachsen können. Der Wasserfall ist auch über den Nunninger-Berg erreichbar. Die Wanderung Nunningerberg–Stierenberg führt durch grossflächige, artenreiche Magerweiden und eindrückliche Bergwälder und bietet bei klarem Wetter Aussicht bis in die Alpen.

Eine Wanderroute führt über aussichtsreiche Wege zur Ruine Neu-Thierstein und weiter in Richtung Büsserach; der Gratabschnitt über die Chemmiflue erfordert Trittsicherheit und Konzentration. In Thierstein und der Umgebung gibt es Wanderwege für Anfänger, Fortgeschrittene und erfahrene Wanderer, darunter viele Routen mit Hütten, die sich für eine Rast eignen. Das Welschgätterli ist ein Pass zwischen Montsevelier im jurassischen Val Terbi und Erschwil.

Die Wanderung zum Welschgätterli zwischen Grindel und Erschwil ist 11,1 Kilometer lang, dauert 3 Stunden und 40 Minuten und ist als mittelschwer eingestuft. Der Ausgangspunkt «Grindel, Oberdorf» ist mit dem Bus ab dem Bahnhof Laufen erreichbar; vom Endpunkt «Erschwil, Dorf» fährt ein Bus zum Bahnhof Zwingen. Eine Wanderung durch das Kaltbrunnental verläuft für die ganze Familie von der Meltingerbrücke bis nach Grellingen. Nahe dem Ende dieser Wanderung liegt der Wappenfelsen beim Chessiloch, ein militärhistorisches Denkmal.

Im Gebiet Chaltbrunnental-Brislachallmet gibt es einen Karstwanderweg, der typische Wasserwege in Kalkgebieten sowie wichtige Höhlen- und Karsterscheinungen vermittelt. Der Waldlehrpfad Nunningen beginnt bei der Nunningerberghütte und dauert zu Fuss etwa eine Stunde. Der Vitaparcours in Nunningen ist 2,7 Kilometer lang und weist 80 Höhenmeter auf; er beginnt und endet in Barren. Im Gebiet von Nunningen gibt es zwei Ladestationen für E-Bikes. Im Bezirk Thierstein gibt es ausserdem Radrouten mit kurvenreichen Strassen sowie landschaftlich reizvollen Abfahrten und Anstiegen.

Die Familienwanderung «Auf der Flue oberhalb Kleinlützel» ist 7,1 Kilometer lang, dauert etwa 2 Stunden und 5 Minuten und wird als leicht eingestuft. Auf dieser Wanderung steht der acht Meter hohe Remelturm, der im Ersten Weltkrieg ein Beobachtungsposten war und eine weitreichende Aussicht bietet.

Kultur und Geschichte

Schloss Thierstein in Büsserach wurde um 1100 von den Grafen von Saugern-Pfeffingen gegründet und um 1300 unter der Leitung der Grafen von Thierstein neu erbaut. Nach dem Aussterben des Adelsgeschlechts im Jahr 1522 übernahm Solothurn die Anlage. Im 19. Jahrhundert wurde das Gemäuer durch private Initiative vor weitgehender Zerstörung bewahrt; nach dem Einsturz eines Teils der Ruine im März 1997 setzte die Gemeinde Büsserach die Anlage wieder instand.

Die Ruine Neu-Thierstein besteht aus einem imposanten Wohnturm mit Nebenbauten. Bei der Ruine sind schwache Spuren einer Vorburg und eines älteren Zugangs erkennbar. Führungen können bei der Schlosskommission oder beim Schloss-Schryber gebucht werden. Die Ruine ist jeweils am letzten Sonntag der Monate Juni bis Oktober öffentlich zugänglich. Vom nächsten öffentlichen Parkplatz oder von der nächsten Haltestelle des öffentlichen Verkehrs ist sie in rund 15 Minuten zu Fuss erreichbar.

Die Ruine Gilgenberg steht seit 1935 unter kantonalem Altertümerschutz. Sie besteht aus einem mächtigen, fünfstöckigen Palas und bietet einen schönen Ausblick auf die umliegenden Hügel. Die Befestigungsanlagen in Kleinlützel gelten als das grösste vollständig ausgerüstete Infanteriewerk der Nordwestschweiz und werden im Rahmen von Führungen zur Schweizer Militärgeschichte vorgestellt. Führungen durch die Befestigungsanlagen werden vom 1. April bis zum 31. Oktober nach Voranmeldung angeboten; eine Führung im Bunker Kleinlützel Süd dauert etwa 75 bis 90 Minuten.

Die Pfarrkirche St. Lukas in Bärschwil wurde 1548 erstmals urkundlich erwähnt. Ihr Turm stammt aus spätgotischer Zeit im 15. Jahrhundert, während das barocke Kirchenschiff 1727 erbaut wurde. Die St.-Wendelin-Kapelle in Bärschwil wurde 1692 erbaut und 1985 letztmals restauriert. Der Kalkbrennofen in den Stritteren ist zusammen mit einer nicht restaurierten Anlage in Rickenbach einer von nur zwei erhaltenen Kalkbrennöfen im Kanton Solothurn.

Der Kalkbrennofen liegt im bewaldeten Tal des Stritterenbachs direkt neben zwei 1983 angelegten, unter Naturschutz stehenden Weihern. Die ausgegrabene Ofenanlage ist begehbar und wird vor Ort durch eine Informationstafel zu Anlage und Funktionsweise erläutert. Um das Jahr 1100 gründete Abt Esso mit Mönchen aus dem Reformkloster Hirsau im Schwarzwald am Nordfuss des Passwangs eine Niederlassung in Beinwil. Die Kirche des Klosters Beinwil wird weiterhin von der römisch-katholischen Kirchgemeinde Beinwil genutzt; im Dachgeschoss eines Nebengebäudes befindet sich ein kleines Museum.

Die Kirche Maria im Hag in Meltingen wurde nach ihrer legendenumwobenen Stiftung zu Beginn des 15. Jahrhunderts rasch zu einem bedeutenden Pilgerort im Kanton. In Nunningen zeigt das Dorfmuseum historische Gegenstände, die überwiegend aus dem Dorf oder seiner näheren Umgebung stammen. Das Museum besitzt zudem Sammlungen zum Gedenken an den Basler Bischof Dr. Anton Hänggi und den Heimatdichter Dr. h. c. Albin Fringeli.

Nunningen und regionale Traditionen

Das Dorfmuseum Nunningen ist jeweils am ersten Sonntag des Monats von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, ausser im Juli und August. Das Velomuseum in Nunningen zeigt vierzig Fahrräder aus allen wichtigen Epochen der Entwicklung des Fahrrads. Es ist rollstuhlgängig. Zu den ausgestellten Stücken gehört ein Nachbau der 1817 von Karl Drais entwickelten Laufmaschine.

Der Nunninger Herbstmarkt findet seit 1987 jedes Jahr am Samstag vor dem Bettag statt. An den Ständen gibt es handgemachte Lebensmittel, Gestricktes, Genähtes und Kunsthandwerk. Zur Veranstaltung gehören eine Kaffeestube, ein Raclettestübli und ein Grillstand. In Nunningen sind alemannische Bräuche wie Fasnacht, Scheibenschlagen und Kätheriejagen bis heute lebendig.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Solothurn.

Unterkünfte in Thierstein vergleichen

Preise, Verfügbarkeit und Ausstattung für Ihren Reisetermin direkt bei Booking.com prüfen.

Unterkünfte und Angebote ansehenAnzeige · Partnerlink zu Booking.com

Weitere Reiseziele

Weitere Orte unter demselben Reiseziel:

Anzeige
Anzeige
Anzeige