Origlio: Origliosee, Wege und Kirchen

File:Lago Origlio im Valle Capriasca im Kanton Tessin.jpg File:Lago Origlio im Valle Capriasca im Kanton Tessin.jpg Foto: Barbara Steinemann via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Origlio verbindet den Origliosee mit einem ländlichen Dorfkern, historischen Kirchen und Naturorten mit eigenem Charakter. Der See entstand in einer Moränensenke, die sich nach dem Rückzug des Addagletschers vor etwa 13.000 Jahren allmählich mit Wasser füllte. Am Nordende bietet das Schilfgebiet Insekten, Tieren und insbesondere Vögeln Lebensraum, die andernorts nicht leben könnten.

Natur

Auf dem Hügel Matterone befindet sich ein Obstgarten mit alten Obstsorten, die heute praktisch nicht mehr existieren. Das Biotop Crano ist eine natürliche Senke, die Wasser von den umliegenden bewaldeten Hängen sammelt und zeitweise Wasser führt. Auch die Torfmoore von Origlio gehören zu den prägenden Landschaftsmerkmalen: Sie gelten als Kultur- und Naturdenkmäler und sind im eidgenössischen Torfinventar erfasst.

Der Parco del Castagno erstreckt sich über zwei Hektar. Zu ihm gehört ein Verpflegungsbereich, der für Grillieren ausgestattet ist, sowie ein Spielplatz mit Schaukeln, Türmen, beweglichen Brücken, Dame und einem Mühlespiel. Der Origliosee hat einen Umfang von 1,2 Kilometern; Schwimmen ist dort nicht erlaubt.

Kultur

Der ländliche Dorfkern von Origlio liegt am Fuß des Hügellands und ist hauptsächlich entlang eines geknickten Wegverlaufs angeordnet, der durch Gebäudefronten und Einfriedungsmauern definiert wird. Am Eingang zum Dorfkern dominiert ein imposantes, mit Fassadendekorationen versehenes vierstöckiges Wohnhaus aus dem 15. Jahrhundert einen kleinen Platz. Sein Dachgeschoss ist in Form einer Loggia gestaltet.

San Vittore Mauro in Carnago, Origlio, stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde im 17. Jahrhundert in seine heutige Gestalt umgebaut. Mehrere Bauphasen verliehen der Kirche ihr Erscheinungsbild aus dem 15. Jahrhundert. In ihr befindet sich ein gut erhaltenes spätgotisches Fresko des heiligen Sebastian aus der Werkstatt der Seregnesi. Die Kirche San Giorgio oberhalb von Origlio ist über eine malerische Treppe erreichbar. Sie besitzt eine imposante, unvollendete Fassade ohne Verputz und beherbergt die hölzerne Statue Madonna della Nivola aus dem 14. Jahrhundert.

Historisch verfügte Origlio über eine Tradition von Stuckateuren, die mit dem Phänomen der „Künstler der Seen“ verbunden war. Diese emigrierten in den vergangenen Jahrhunderten bis zum frühen 19. Jahrhundert nach ganz Europa. Ergänzend können Sie die Ortsseiten Cureglia, Astano, Croglio, Rivera Ti, Morcote, Barbengo, Cadempino und Bioggio aufrufen.

Wege und Aktivitäten

Der Sentiero Lago di Origlio ist ein leicht begehbarer Weg, der größtenteils durch die Wälder der Capriasca führt und zum Origliosee gelangt. Er umfasst den mittelalterlichen Torre di Redde und das angrenzende Oratorio di San Clemente. Bei der Torre sind Teile der Ruinen des gleichnamigen Dorfs sichtbar, das unterirdisch erhalten ist.

Der Sentiero Lago di Origlio–Tesserete weist von Tesserete nach Origlio 200 Höhenmeter und von Origlio nach Tesserete 300 Höhenmeter auf. Die Angaben zu den beiden Richtungen lassen sich bei der Planung getrennt betrachten. Die Laufstrecke San Clemente führt nach Origlio; dort können Läufer um den kleinen See laufen und durch das Ortszentrum gehen. Die Reitschule Schimmel bietet begleitete Ausritte sowie den Verleih von Pferden mit Begleitung an.

Lokaler Geschmack

Origlio war historisch für den Weinbau und die Herstellung von Käse bekannt, insbesondere von Stracchini, einem Weichkäse. Der Mercato Locale di Origlio bietet ein geselliges Verkostungserlebnis mit Käse, Pâté-Crostini, gemeinsam getrunkenem Wein, Tischen, brennenden Feuerstellen, Bier vom Fass und frisch zubereiteten Crêpes.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Lugano.

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