Sonvico entdecken: Mittelalterlicher Ortskern, Kirchenkunst und Walnusstradition

File:Salamander point of view.jpg File:Salamander point of view.jpg Foto: Barbara Magatti via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Der historische Ortskern von Sonvico weist eine gut erhaltene mittelalterliche Anlage auf. Das Oratorio di San Martino hat romanische Ursprünge und ist südlich der Alpen ein seltenes Beispiel für eine aus Holz errichtete Kirche.

Kultur

Der ursprüngliche Bau der Chiesa di San Giovanni Battista stammt aus dem Jahr 1375; 1419 wurde sie zur eigenständigen Pfarrei. An ihrer Gegenfassade befinden sich Gemälde aus dem 15. Jahrhundert mit Heiligen und einer thronenden Madonna. Die Kirche besitzt außerdem Gemälde von Gian Domenico Caresana aus dem Jahr 1614, die Episoden aus dem Leben Johannes des Täufers darstellen. In der Chiesa di San Nazario im Ortsteil Dino enthält das Kirchenschiff romanische Fresken aus dem 11. Jahrhundert. Dort befindet sich auch ein abgelöstes Kreuzigungsfresko von Bernardino Luini aus der Zeit um 1529.

Die Cappella della Madonna d'Arla wurde im 15. Jahrhundert erbaut, um Reisenden auf dem damaligen Weg ins Valcolla Schutz zu bieten. Sie bewahrt ein Fresko von 1519 mit einer thronenden Madonna mit Kind sowie den Heiligen Antonio abate und Rocco.

Geschichte

Die Casa della Ragione steht als historisches Gebäude am Hauptplatz von Sonvico. Ihr Gebäude soll aus dem 17. Jahrhundert stammen; die aufwendig gestaltete Fassade entstand vermutlich um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Sie zeigt die Wappen der zwölf Kantone, jeweils mit einem Schriftband mit dem Kantonsnamen und dem Jahr des Beitritts zur Eidgenossenschaft. An der Fassade sind noch drei eiserne Haken mit Tierköpfen erhalten, die die mündliche Überlieferung mit dem öffentlichen Pranger in Verbindung bringt.

Walnuss und lokale Überlieferung

Die Torchio delle noci ist eine der ältesten erhaltenen piemontesischen Hebelpressen im Tessin; auf ihrem Hauptstamm ist die Jahreszahl 1582 eingraviert. Der Hauptstamm der piemontesischen Hebelpresse in der Casa del torchio ist 10 Meter lang und wiegt 5.000 Kilogramm. Die Presse soll neben Walnüssen auch für das Pressen von Traubentrester verwendet worden sein.

Die Casa del torchio wurde in den 1980er-Jahren restauriert und zu einem kleinen Kulturzentrum unter der Leitung des Vereins Amici del Torchio. Die Dauerausstellung La noce e il suo albero hebt die enge Verbindung des Gebiets mit der Walnuss und dem Walnussbaum hervor. Traditionelle Rezeptveröffentlichungen der mit Sonvico verbundenen Quaderni del torchio behandelten Kastanien, Äpfel, Birnen, Walnüsse und Kürbisse.

Natur und Wege

Der Sentiero storico naturalistico di Sonvico ist nach den vier Elementen Acqua, Fuoco, Terra e Cielo gegliedert; nummerierte Informationstafeln kennzeichnen die Beobachtungspunkte. Der Weg gilt als nicht anspruchsvoll und richtet sich auch an Familien. Eine andere Landschaftsdimension markiert die Capanna Pairolo: Sie liegt auf dem Gebiet des Patriziato di Sonvico in 1.344 Metern Höhe, in der Val d'Usin im oberen Franscinone-Tal, etwa zwei Gehstunden von Sonvico entfernt.

Anreise und Touren

Die Autolinee Regionali Luganesi bedienen die Strecke Lugano–Sonvico. Von der Val Colla aus ist Sonvico mit dem Postauto über die Strecke Tesserete–Sonvico erreichbar. Für Radfahrende führt die vierte Etappe der Lugano-Gravelbike-Tour von Tesserete nach Cadro/Lugano von Madonna d'Arla über eine unbefestigte Straße nach Sonvico.

Weitere Ortsseiten: Maroggia, Breno, Sigirino, Sorengo, Barbengo, Magliaso, Novaggio, Lugaggia

Bei der Auswahl eines Hotels in Sonvico lassen sich auf der jeweiligen Angebotsseite Reisedaten, Zimmerkategorie und Stornierungsbedingungen nebeneinander prüfen; die drei Angaben machen unterschiedliche Angebote leichter vergleichbar und halten die Entscheidung für den geplanten Aufenthalt übersichtlich.

Landschaft und Panorama

Im Umfeld von Sonvico führt die Radtour von Madonna d'Arla auf den Monte Roveraccio; Radfahrende können dort schottischen Rindern auf der Weide begegnen und einen Aussichtspunkt mit 360-Grad-Panorama erreichen, das der Monte Roveraccio von der kleinen Ebene auf der Kuppe aus bietet.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Lugano.

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