Cerentino – Wege, Weiler und Kultur
Fontana a Cerentino e Torre delle Chiesa parrocchiale di Santa Maria delle Grazie
Foto: SchmalspurDVZO via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Cerentino erschließt sich über ein traditionelles Siedlungsmuster, Wege durch Weiler und eine dichte Folge sakraler und handwerklicher Zeugnisse. Das traditionelle Siedlungsmuster umfasst elf Hauptsiedlungen, von denen heute nicht mehr alle bewohnt sind. Die Anordnung der kleinen Siedlungskerne geht sicher auf die ersten Besiedlungen zurück.
Zum selben übergeordneten Gebiet gehören auch Avegno-Gordevio, Brontallo, Campo, Gordevio, Lodano, Avegno Ti, Maggia und San Carlo.
Wege und Verbindungen
Die Wanderung Linescio–Campo Vallemaggia ist eine weiß-rot markierte Route zur Entdeckung der lokalen Geschichte und Kultur. Sie führt über Collinasca, Cerentino und Perdipiodi. Alle Weiler von Cerentino lassen sich auf einem ganztägigen Rundgang über verschiedene Wege besuchen, die die einzelnen Siedlungskerne miteinander verbinden. Die empfohlene Route von Cerentino nach Cimalmotto folgt teilweise der alten Saumstraße und führt an mehreren Kapellen vorbei.
Von Corzora–Corsopra führt ein Bergweg zu den Alpen, zur Alpe Piégn Crösc und zum Pizzo Bombögn. Die unterschiedlichen Wegformen – vom ganztägigen Rundgang bis zur weiß-rot markierten Route – lassen sich für die persönliche Tagesplanung nebeneinanderstellen. Für die örtliche Einordnung fährt die PostAuto-Linie 331 in Cerentino die Haltestellen Chiesa und Paese sowie mehrere Haltestellen in Collinasca an und verläuft in Richtung Cevio.
Siedlungen und Landschaft
Corzora–Corsopra ist der höchstgelegene Weiler Cerentinos und hat seinen ländlichen Charakter als von Wiesen umgebener Siedlungskern bewahrt. Pè dal Piod ist ein an einem Hang errichteter Weiler mit Steinhäusern und alten Speichern. Die meisten Siedlungen von Cerentino liegen an aussichtsreichen Orten, die auch im Winter gut besonnt sind.
Cerentino liegt auf etwa 977 Metern über dem Meeresspiegel. In Höhenlagen von über 1.000 Metern gibt es jahrhundertealte Fruchtkastanien- und Walnussbäume. Vom 2.010 Hektar großen Gemeindegebiet sind 66,2 Prozent mit Wald und Gehölz bedeckt; weitere 27,6 Prozent entfallen auf unproduktive Flächen, überwiegend Gebirge.
Die Bäche Rovana di Campo und Rovana di Bosco/Gurin vereinigen sich südlich von Collinasca und münden bei Visletto in der Gemeinde Cevio in die Maggia. Unterhalb des Weilers Collinasca überspannt eine Brücke den Fluss und stellte die Verbindung mit dem übrigen Gemeindegebiet her.
Geschichte und sakrale Orte
In der ehemaligen Handwerkszone am Fluss bei Collinasca gab es bis ins 19. Jahrhundert acht wasserbetriebene Anlagen, darunter sechs Mühlen und zwei Sägewerke. Das ehemalige Sägewerk bei Collinasca befand sich in dem großen Gebäude, das heute eine handwerkliche Papierfabrik beherbergt.
Das Pfarrhaus von Cerentino umfasst einen Speicher aus dem 15. Jahrhundert und trägt an seiner Fassade fünf Fresken mit Marienmotiven. Der Patriziatspalast von Cerentino wurde 1866 abseits der Weiler errichtet. Die heutige Pfarrkirche von Cerentino wurde zwischen dem späten 17. und dem frühen 18. Jahrhundert errichtet. Das Beinhaus von Cerentino enthält Fresken aus dem 18. Jahrhundert und Reste eines Gemäldes aus dem 16. Jahrhundert.
Collinasca, ein Weiler von Cerentino, besitzt ein kleines Oratorium; entlang des Wanderzugangs stehen stattliche Kastanienbäume. Das Oratorio di Sant’Antonio da Padova in Camanoglio wurde 1602 als Votivkapelle errichtet und im 19. Jahrhundert stark umgestaltet. Es besitzt einen kunstvollen Stuckaltar mit einer aus dem frühen 17. Jahrhundert stammenden Statue des Schutzheiligen.
Die Kirche Beata Vergine delle Grazie in Cerentino besitzt Freskendekorationen aus dem 19. Jahrhundert von Giacomo Antonio Pedrazzi aus Cerentino. Ihr Hauptaltar ist im Rokokostil gehalten und auf 1759 datiert. Die Pfarrkirche in Cerentino trägt den Namen Santa Maria delle Grazie. Ein Oratorium in Cerentino wurde 1720 errichtet; um die Mitte des 19. Jahrhunderts schuf Pedrazzi dort Fresken.
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