Vallemaggia entdecken: Wege, Dörfer und Tessiner Kultur
Torba di Sartüü località Piano Campo Vallemaggia
Foto: Petergenner via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Vallemaggia gilt als das größte Tal der italienischsprachigen Schweiz. Mit traditionellen Tessiner Dörfern, Geschichte und Kultur, Steinhäusern, malerischen Dorfplätzen und traditionellen Grotti ist das Tal verbunden; die Grotti verwöhnen ihre Gäste mit lokalen Spezialitäten.
Der Ortsüberblick führt zu den direkt verknüpften Orten Cevio, Maggia, Campo, Bosco/Gurin, Linescio, Cerentino, San Carlo und Cavergno sowie zu Gordevio, Avegno-Gordevio, Piano Di Peccia, Lodano, Brontallo, Menzonio, Avegno Ti und Lavizzara.
Landschaft und Wasser
Zur erhaltenen Kulturlandschaft von Vallemaggia gehören traditionelle Rebberge, Kastanienhaine, von Trockenmauern gesäumte Wege und sogenannte „Hanggärten“ mit Wiesen und Gärten auf Findlingen. Die Landschaft des Tals umfasst außerdem dichte Wälder, blühende Wiesen, klare Bergseen, Wasserfälle, über 3.000 Meter hohe Berggipfel und den Fluss Maggia.
Der Fluss Maggia schlängelt sich in Vallemaggia über mehr als 60 Kilometer durch die Felsen, bevor er in den Lago Maggiore mündet, und hat Naturerscheinungen wie die Granitschlucht bei Ponte Brolla geprägt. Das Gebiet Val Lavizzara ist eine alpine Landschaft mit kristallklaren Bächen, rauschenden Wasserfällen und den großen Staubecken von Sambuco und Narèt.
Das Waldreservat Valle di Lodano ist für die Biodiversität seiner alten Buchenwälder bekannt und als UNESCO-Weltnaturerbe anerkannt. Außerdem bewahrt es zahlreiche Zeugnisse traditioneller menschlicher Tätigkeiten.
Kultur und Ortsbilder
Cevio Vecchio ist ein historisches Viertel, das größtenteils aus bürgerlichen Häusern des 17. Jahrhunderts besteht, die von den wohlhabenden Familien Franzoni errichtet wurden. Es gilt als seltenes Zeugnis bürgerlicher Bebauung im Alpenraum.
Das Museo di Valmaggia umfasst neben seinen ausgestellten und verwahrten Fundstücken historische Bauten und ländliche Gebäude in unmittelbarer Nähe, die besichtigt werden können. Das Centro Internazionale di Scultura in Peccia ist ein Kulturzentrum für Vallemaggia und die Valle Lavizzara, das sich insbesondere der dreidimensionalen Kunst und dem Cristallina-Marmor aus der einzigen Marmormine der Schweiz widmet; dort werden auch geführte Besichtigungen angeboten.
Bosco Gurin bewahrt einen großen Teil seiner ursprünglichen Bräuche und seine eigene Sprache Ggurijnartitsch, einen schweizerdeutschen Dialekt. Der Ort zeichnet sich außerdem durch eine für den Kanton Tessin ungewöhnliche, stark vom Holz geprägte Architektur aus.
Der Transhumanzweg im Valle Bavona führt durch zwölf bewohnte Ortskerne und macht noch erhaltene Zeugnisse einer früheren ländlichen Zivilisation sichtbar.
Wandern und historische Wege
Vallemaggia verfügt über ein 700 Kilometer langes Wanderwegenetz mit Berghütten. Die Wege führen auch zu antiken Dörfern und vermitteln Einblicke in örtliche Traditionen. Die Via Alta Vallemaggia ist ein 19 Etappen und insgesamt 200 Kilometer langer Weitwanderweg durch mediterrane und alpine Landschaften im Tessin.
Die Via Alta Vallemaggia verläuft teilweise auf alpinen Wanderwegen der Schwierigkeit T3 und teilweise auf alpinen Wegspuren der Schwierigkeitsgrade T4 bis T5−. Stellenweise sind kurze Passagen mit Absturzgefahr und leichter Kletterei zu bewältigen; anspruchsvollere Abschnitte sind häufig mit Ketten und Sicherheitsbügeln ausgestattet.
Im Waldreservat Valle di Lodano gibt es vier thematische Ausflüge: Zwei können jeweils an einem Tag unternommen werden, während zwei weitere jeweils zwei Tage dauern. Bei diesen besteht eine Übernachtungsmöglichkeit in der Hütte bei der Alp da Canaa.
Das Netz der Sentieri di Pietra umfasst Wege von Avegno nach Prato Sornico, von Coglio nach Cevio und von Maggia nach Bosco Gurin. Unterwegs lassen sich alte Dorfkerne, alte Kirchen, historische Gebäude, Naturschutzgebiete, Rebberge, Fresken und Museen entdecken. Das Valle Calnègia ist von Foroglio aus ausschließlich zu Fuß über eine steile, in den Fels gehauene Treppe erreichbar.
Die unterschiedlichen Etappen-, Tages- und Weglängen machen die Angebote gut miteinander vergleichbar, wenn Sie Gehaufwand und Zeitumfang Ihrer Planung gegenüberstellen.
Rad, Klettern und Fluss
Zu den Aktivitäten in Vallemaggia gehören Spaziergänge am Fluss, Velotouren durch Tessiner Dörfer, Klettern und Baden in der Maggia. Ein Teil der Radroute durch Vallemaggia verläuft durch das Gemeindegebiet von Maggia, von Ronchini bis Someo. Der neue Rundkurs der Radroute Gordevio–Maggia wurde 2013 eröffnet und ist 2,8 Kilometer lang.
Zwischen Ponte Brolla und dem Naret gibt es zahlreiche Orte mit Hunderten von Kletterrouten an natürlichen Wänden. An der 102 Meter hohen Staumauer von Sambuco befinden sich fünf Routen, die einen schrittweisen Einstieg ins Klettern ermöglichen. Bei Avegno bietet der Fluss Maggia Sandstrände und natürliche, in den Fels eingeschnittene Becken.
Lokales und öffentliche Verbindungen
Der Verband der Handwerker von Vallemaggia veranstaltet drei Märkte im Frühling, Sommer und Herbst mit mehr als 60 Ständen für Tessiner Handwerk und regionale Gastronomie. Im Geschäft Val Magìa auf dem Platz in Cevio können Besucher ein Picknick mit lokalen Produkten reservieren, es im Geschäft abholen und anschließend den Steinweg „Cevio e i grotti“ erkunden. Das Geschäft verfügt außerdem über einen Infopoint, an dem sich Touristen über örtliche Aktivitäten und Wege informieren können.
Von Locarno aus können Besucher mit der Linie 315 nach Bignasco fahren, mit der PostAuto-Linie 333 nach San Carlo weiterreisen und anschließend mit der Seilbahn Robiei den Ort unterhalb des Basodino-Gletschers erreichen.
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