Linescio – Terrassenlandschaft, Dorfgeschichte und Wanderwege

File:Brücke Linescio.JPG File:Brücke Linescio.JPG Foto: Rmoins via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Linescio verbindet eine historische Dorfstruktur mit einer terrassierten Landschaft am linken Ufer der Rovana. Die Gemeinde liegt in der Schweiz im Kanton Tessin, im Bezirk Vallemaggia und im Kreis Rovana, auf 668 Metern über dem Meeresspiegel und auf felsigem Untergrund. Fast 25 Kilometer Trockenmauern durchziehen die Terrassenhänge. Die Gemeindegrenzen reichen bis zum Madone di Càmedo, zum Pizzo Sascòla und zum Costone di Camedo.

Ortsbild und Geschichte

Der Hauptsiedlungskern von Linescio verbindet öffentliche Gebäude aus dem 19. Jahrhundert entlang der Straße mit stark ländlich geprägten Gebäuden an den Hängen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Unterhalb dieses Kerns liegt Canton Zott, ein besonders kompakter Siedlungscluster, der hauptsächlich aus Gebäuden des 17. und 18. Jahrhunderts besteht. Der Friedhof ist von Mauern eingefasst; in der Achse des Eingangs steht eine Kapelle mit Fresken. Durch Linescio di fuori führt eine alte Straße, die von vollständig mit Fresken versehenen Bildstöcken gesäumt ist. Ein altes Waschhaus liegt unter einem Satteldach und ist an eine Terrassenstützmauer angebaut.

Linescio wurde 1437 erstmals unter dem Namen „Lignazio“ bezeugt. Eine Kapelle San Remigio ist für 1591 überliefert. Die heutige Kirche San Remigio wurde 1640 geweiht und zwischen 1817 und 1819 umfassend umgebaut und erweitert. Im Gotteshaus befinden sich Fresken des Künstlers Giacomo Antonio Pedrazzi aus dem Jahr 1875; in der rechten Seitenkapelle steht außerdem eine Madonnenstatue aus dem 18. Jahrhundert.

Terrassen und Höhenlagen

Die Terrassenhänge oberhalb der Kantonsstraße sind über Stufen zugänglich. In einigen Trockenmauern befinden sich Nischen für die Bienenhaltung. Der Weiler Munt liegt auf 1.000 bis 1.200 Metern Höhe und weist ungefähr 3.500 Meter Trockenmauern auf. Bola liegt auf etwa 1.000 Metern, ist von alten Kastanienbäumen umgeben und war ganzjährig bewohnt.

Wandern und historische Wege

Die Wanderroute Linescio-Campo Vallemaggia verläuft auf einem weiß-rot markierten Weg und erschließt die lokale Geschichte und Kultur. Sie ist 10,1 Kilometer lang und dauert etwa vier Stunden. Ihr Ausgangspunkt ist die Dorfkirche; unterwegs führt sie an Steinhäusern sowie an einer eindrucksvollen Treppe zwischen hohen Trockenmauern vorbei. Die verschiedenen Weglängen und die ungefähren Gehzeiten geben Ihnen konkrete Anhaltspunkte für die Tagesplanung.

Bei Camvera sind Spuren einer alten ländlichen Siedlung erhalten, die bis ins 18. Jahrhundert dauerhaft bewohnt war. Die Brücke Il ponte ist auf das Jahr 1700 datiert und ermöglicht den Zugang zum Weiler Faïd sowie zu den weiterführenden Wegen nach Cevio und zu den Bergen von Morella. In Faïd stehen verlassene Gebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert, darunter Turmhäuser mit umlaufenden Balkonen, große Ställe aus Trockenmauern und eine Kapelle beziehungsweise ein Oratorium; sie bezeugen die frühere ganzjährige Besiedlung. Munt ist zu Fuß in etwa einer Stunde erreichbar. In Bola gibt es insgesamt 39 Gebäude, darunter Häuser und Ställe. Um 1920 begann in Linescio die kommerzielle Gewinnung von Gneisplatten.

Ortslage und Anreise

Die Hauptsiedlungen von Linescio liegen entlang der Straße von Cevio in Richtung Cimalmotto und umfassen Ponte Asciutto, Linescio di Fuori, Linescio-Dorf und Linescio di Dentro. Linescio liegt 26 Kilometer nordwestlich von Locarno. Von Locarno aus ist der Ort mit öffentlichen Bussen über Cevio erreichbar; die Buslinie 331 fährt weiter bis zur Haltestelle Linescio, Paese.

Weitere Ortsseiten in der regionalen Auswahl sind Cerentino, Lavizzara, San Carlo, Bosco/Gurin, Cavergno, Cevio, Gordevio und Campo.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Vallemaggia.

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