Cavergno zwischen Val Bavona und Val Lavizzara
Cavergno liegt nahe dem Zusammenfluss des Val Bavona und des Val Lavizzara. Der Ort liegt im Maggiatal im Kanton Tessin, gehört seit 2006 zur Gemeinde Cevio und befindet sich etwa 29 km nordwestlich von Locarno.
Landschaft und historische Einordnung
Das ehemalige Gemeindegebiet umfasste beinahe 55 km², die überwiegend aus Gebirge und Gewässern bestanden; weitere 31,3 % des Areals waren von Wald und Gehölz bedeckt. Oberhalb des Dorfes liegen zahlreiche Terrassen, auf denen früher Heu für das Vieh gesammelt wurde. Zwischen 500 und 1200 m ü. M. erstreckt sich oberhalb des Dorfes zudem ein Wald mit jahrhundertealten Eichen, Buchen und Kastanien.
Zur ehemaligen Gemeinde Cavergno gehörten elf der zwölf Weiler des Val Bavona: Mondada, Fontana, Alnedo, Sabbione, Ritorto, Foroglio, Roseto, Fontanellata, Faèd, La Bola und Sonlerto.
Wege und Verbindung ins Tal
Der Sentiero Cristallina führt durch Cavergno am Fluss Bavona entlang und weiter bis zum Kraftwerk I Mulitt; die Route ist 13 km lang, dauert 4 Stunden 30 Minuten und weist 900 Höhenmeter Aufstieg auf. Der Circuito Cavergno ist ein ausgeschilderter Rundweg mit einer Gehzeit von zwei Stunden und für alle geeignet. Die unterschiedlichen Gehzeiten der beiden Wege lassen sich bei der Tagesplanung unmittelbar miteinander vergleichen.
Die FART-Verbindung 315 führt von Locarno nach Cavergno.
Ortskern und handwerkliche Zeugnisse
Der historische Ortskern von Cavergno weist lange gepflasterte Gassen auf, die auf der einen Seite ins Val Bavona und auf der anderen ins Val Lavizzara führen. Die alten Ställe von Cavergno lagen an beiden Enden dieses Ortskerns.
Im Ort sind steinerne Carasc-Träger für Pergolen mit amerikanischen Weinreben erhalten. Zwei traditionelle Webstühle sind weiterhin in Betrieb, auf denen vor allem Tischdecken und Teppiche hergestellt werden.
In Cavergno gibt es zwei Waschhäuser; eines davon nutzte das Wasser einer temperierten Quelle. Hinzu kommen grob gearbeitete monolithische Steintroge, die wahrscheinlich älter sind.
Kapellen, Kirche und ältere Bauten
Auf dem Gebiet von Cavergno gibt es 36 mit Fresken geschmückte Kapellen aus verschiedenen Epochen – vom 16. Jahrhundert bis vor wenigen Jahrzehnten. Die erste Kirche von Cavergno wurde 1682 für den Gottesdienst geöffnet und im 18. und 19. Jahrhundert in mehreren Etappen erweitert.
Die heutige steinerne Bogenbrücke über die Gola del lupo wurde 1885 errichtet. In der Pfarrkirche von Cavergno befindet sich ein 1872 von Antonio Rinaldi gemalter Kreuzweg.
Das Oratorio di San Luigi wurde 1883–1884 auf Initiative von Luigi Tuni errichtet und 1886 von Francesco Poroli mit Fresken versehen. Es bewahrt ein wertvolles Gemälde von 1638, das aus einem Oratorium im Val Bavona stammt. Für dieses Gebäude wurden Bäume verwendet, die zwischen 1454 und 1460 gefällt wurden.
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