Menzonio im Valle Lavizzara: Wege, Kapellen und Almen
File:Intorno della chiesa di Menzonio Lavizzara.jpg
Foto: SchmalspurDVZO via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Menzonio ist eine Fraktion der Gemeinde Lavizzara im Kanton Tessin in der Schweiz. Der Ort liegt auf einer Terrasse auf 731 Metern über dem Meeresspiegel am Anfang des Valle Lavizzara. Auf derselben Gemeindeebene finden Sie auch Cerentino, Linescio, Campo, San Carlo, Brontallo, Cevio, Cavergno und Avegno-Gordevio.
Landschaft und Ortslage
Die Terrasse von Menzonio liegt rund 100 Höhenmeter über dem Fluss und ist von Wäldern und Bergen umgeben. Zu den Bergen hinauf ziehen sich zahlreiche terrassierte Hänge. Pianezza, ein teilweise terrassiertes Plateau 300 Meter nordöstlich des Dorfes, zeigt diese Verbindung von Kulturlandschaft und Siedlungsraum mit Feldern, Wiesen, Ställen und Obstbäumen.
Menzonio liegt abgeschieden und bleibt für den Verkehr im Talboden verborgen. Die Verbindung mit der Kantonsstrasse wurde erst 1949 hergestellt. Die Ortslage und die erhaltenen Terrassen gehören damit ebenso zum Bild des Dorfes wie seine Wege und historischen Gebäude.
Wege und Wanderungen
Der Weg Cortign-Menzonio-Scinghiöra besteht aus einem unteren Abschnitt von der Kantonsstrasse nach Menzonio und einem zweiten Abschnitt, der von Menzonio zu den Monti di Scinghiöra hinaufführt. Der untere Abschnitt gilt als leicht und wenig steil und wird heute vor allem genutzt, um zum Fluss zu gelangen und dort zu baden. Der obere Abschnitt führt von Menzonio zum Monte di Scinghiöra hinauf und ist steiler sowie mit vielen Stufen versehen. Auf halber Strecke befindet sich die Cappella di Fao.
Die Landwirtschaftsstrasse Strada agricola Monti di Margoneggia führt von Menzonio zu den Monti di Margoneggia. Die Fernbedienung zum Öffnen der Sperre muss bei der Gemeindekanzlei von Lavizzara angefordert werden. Der Circuito Menzonio ist ein markierter, zweistündiger Rundweg und gilt als für alle geeignet. Die unterschiedlichen Wegprofile helfen Ihnen, die Tagesplanung an die gewünschte Gehintensität anzupassen.
Kultur und Ortsbild
Zum Ortskern von Menzonio gehören eine Pfarrkirche und ein Oratorium, das der Madonna Assunta gewidmet ist. In der im 17. Jahrhundert errichteten Seitenkapelle der Pfarrkirche steht eine vergoldete Holzstatue der Madonna del Carmelo. Die Decke des Kirchenschiffs wurde 1874 von Giacomo Pedrazzi mit Fresken ausgemalt.
Das Oratorium der Madonna Assunta beherbergt seit 1991 eine Dauerausstellung des in Menzonio geborenen Künstlers Gianfredo Camesi. Die Feier am 15. August im Zusammenhang mit der Madonna Assunta gilt als eigentliches Dorffest von Menzonio; im Oratorium hängen Votivbilder.
Am Rand des Dorfes sind noch neun Grà erhalten, traditionelle Kastanien-Dörrhäuser. Bei Le fontane befindet sich wenige Schritte von der Kirche entfernt ein monolithisches Becken aus dem Jahr 1786, das Wasser aus einer nahe gelegenen Quelle sammelt.
Die beiden erhaltenen Mühlen von Menzonio befinden sich im Talboden. Eine der beiden Mühlen wurde bis 1947–48 häufig von den Einwohnern von Broglio, Menzonio und Brontallo genutzt.
Almen und ehemalige Weiler
Auf der Alpe Lareccio wurden Alphütten wieder instand gesetzt; die Alpe wird weiterhin zur Beweidung von Kleinvieh genutzt. Die wieder instand gesetzten Hütten auf der Alpe Cocco werden an Bergbegeisterte vermietet.
Piantèd ist ein ehemaliger ganzjährig bewohnter Weiler rund 100 Höhenmeter oberhalb von Menzonio. Der Weiler ist nur zu Fuss erreichbar und wird seit 1993 von der Genossenschaft Pianta Monda Menzonio als Ökodorf und Kooperative betrieben und renoviert.
Gemeindegeschichte
Die ehemals selbständige politische Gemeinde Menzonio fusionierte am 4. April 2004 mit Broglio, Brontallo, Fusio, Peccia und Prato-Sornico zur Gemeinde Lavizzara. Menzonio bildet weiterhin eine eigenständige Bürgergemeinde.
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