Gottlieben am Seerhein: Kultur und Geschichte
Gottlieben am Seerhein
Gottlieben ist eine Ortschaft und politische Gemeinde im Bezirk Kreuzlingen des Kantons Thurgau in der Schweiz. Die städtisch wirkende Kleinsiedlung liegt auf 400 m ü. M. nordwestlich von Kreuzlingen am linken Ufer des Seerheins, wo der Dorfbach in den Fluss mündet. Mit 347 Einwohnern und 32,42 Hektaren ist Gottlieben die einwohner- und flächenmässig kleinste Gemeinde des Kantons Thurgau; zusammen mit der Gemeinde Rivaz ist Gottlieben die flächenmässig kleinste Gemeinde der Schweiz.
Wer Gottlieben als Reiseziel auswählt, kann bei einem Hotel unterschiedliche Reisedaten, Zimmerkategorien und Stornierungsbedingungen mit den eigenen Vorstellungen abgleichen. Im Ort treffen Literaturhaus, Schlossgeschichte und Wege am Wasser aufeinander; diese Themen bilden einen konkreten Rahmen für die persönliche Auswahl. Historische Besichtigungen, handwerkliche Einblicke und der Bezug zum Seerhein stehen dabei als unterschiedliche Schwerpunkte nebeneinander, je nach eigenem Interesse gewichtet.
Geschichte und Baukultur
Der geschichtliche Rundgang durch Gottlieben vermittelt an sieben auf einer Karte dargestellten Standorten Informationen zur Geschichte des Ortes.
Das restaurierte Bodmanhaus wurde im April 2000 als zweites Literaturhaus der Schweiz eröffnet. Im Mittelpunkt der Gedenkstätte steht ein restauriertes Arbeitszimmer, das Besuchern einen vertieften Einblick in den Alltag des Dichterehepaars Clara und Emanuel von Bodman vermittelt.
Das Bodmanhaus mit Bodmanzimmer kann während Veranstaltungen, bei geöffneter Handbuchbinderei oder nach Vereinbarung besichtigt werden.
Die Drachenburg ist einer der reichsten Fachwerkbauten des Thurgaus und ein Wahrzeichen von Gottlieben. Die eichengeriegelte Drachenburg ist durch zwei zwiebelgekrönte Erker geprägt.
Schloss Gottlieben gelangte 1808 in Privatbesitz und wurde 1837 im neugotischen Stil umgestaltet. Im Holzekerker des Westturms von Schloss Gottlieben waren Ende März bis Anfang Juni 1415 der böhmische Reformator Jan Hus und ab dem 3. Juni 1415 für einige Tage der abgesetzte Papst Johannes XXIII. untergebracht.
Im Westturm von Schloss Gottlieben befindet sich ein doppeltes Blockgefängnis in Form eines grossen Holzkäfigs. Die Kirche von Gottlieben wurde zwischen 1734 und 1735 erbaut.
Handwerk und Genuss
Betriebsführungen durch die Manufaktur von Gottlieber Hüppen zeigen Gruppen von 10 bis maximal 40 Personen Schritt für Schritt, wie die Spezialitäten hergestellt werden. Die Betriebsführung endet mit einem reichhaltigen Hüppen-Degustationsbuffet.
In Schoggi-Workshops können Teilnehmer unter Anleitung von Spezialisten Truffes füllen und dekorieren sowie Schokoladentafeln giessen und dekorieren; vorgesehen sind neun Truffes und drei Schokoladentafeln pro Person.
Wege
Vom Bahnhof Gottlieben ist die Schifflände in 15 Gehminuten erreichbar; der Weg führt durch die Unterführung und entlang der Gottlieberstrasse bis zum Wasser.
Der Thronfolgeweg führt von Gottlieben nach Diessenhofen und ist von Monumenten und Zeitzeugen dieser Epoche gesäumt. Am Gottlieber Abschnitt lädt die Gottlieber Leselounge neben dem Literaturhaus Thurgau dazu ein, in den bereitliegenden Büchern zu lesen.
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