Tägerwilen am Untersee: Geschichte, Wege und Wasser
Tägerwilen liegt am Südufer des Bodensees, am Untersee. Die Siedlungsgeschichte reicht bis zur Ansiedlung der Alamannen im 7. oder 8. Jahrhundert zurück; erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 990 als Tegirwilare.
Geschichte und Kultur
Eng mit dem benachbarten Konstanz verbunden ist die Geschichte Tägerwilens. Sie umfasst die Burg sowie das später daneben errichtete Schloss Castell, eine der bedeutendsten historistischen Schlossanlagen der Schweiz.
Im neu errichteten Ostturm von Schloss Castell entstand zwischen 1891 und 1894 der Maurische Saal. Das Interieur zählt zu den am besten erhaltenen neo-maurischen Interieurs des späten 19. Jahrhunderts; ausgeführt wurde es im Auftrag von Adrian August Gonzalvo Maximilian von Scherer (1848–1901).
Die Ruine Castell ist öffentlich zugänglich, und für sie werden Ruinenführungen angeboten. Die Ruine Chastel umfasst mit rund 20 × 100 Metern eine der grössten Burganlagen im Thurgau.
Die Alte Säge in Tägerwilen stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie ist eine wasserbetriebene Einstelzensäge und wird nach Absprache im Schaubetrieb gezeigt. Mit der Thurbo-Linie S1 ist sie über die Haltestelle Tägerwilen Gottlieben erreichbar.
Im Gemeindehaus von Tägerwilen zeigt das Ernst-Kreidolf-Zimmer einige Originalwerke von Ernst Kreidolf.
Wege und Velorouten
Der Gripspfad vermittelt elf verschiedene Übungen, die die geistige Fitness von Jung und Alt anregen und erhalten sollen. Er beginnt beim offiziellen Ruinenparkplatz am südlichsten Punkt der Grüntalstrasse.
Der Rebwanderweg am Untersee führt von Tägerwilen nach Steckborn und vermittelt Ausflüglern Wissenswertes über den regionalen Weinbau.
Seit Herbst 2024 sind im nördlichen und südlichen Gemeindegebiet signalisierte Alltagsvelorouten abseits der Hauptstrasse vorhanden. Sie bilden unter anderem eine Alternative zum bestehenden Freizeit-Fahrradweg im Tägermoos.
Wasser und Landschaft
Das Tägermoos in Tägerwilen gehört zum Bundesinventar der Flachmoore von nationaler Bedeutung. Zur historischen Landnutzung gehörten Ackerbau, Viehzucht, Reb- und Obstbau sowie ein grosser Bürgerwald.
Die Badestelle Kuhhorn verfügt über eine Liegewiese mit schattenspendenden Bäumen. Ihr flacher Einstieg ins Wasser eignet sich besonders für Familien.
Das Seerheinbad dient der Erholung, dem Zusammensein und der sportlichen Betätigung und kann von allen genutzt werden.
Verkehr und Umfeld
Die Hauptstrassen 13 und 16 kreuzen Tägerwilen. Durch den Ort führen die Seelinie und die Mittelthurgaubahnstrecke Wil–Kreuzlingen; der Bahnhof im Ort trägt den Namen Tägerwilen Dorf.
Im weiteren regionalen Besuchskontext rund um Tägerwilen stehen die Ferienregion Kreuzlingen und die internationale Bodenseelandschaft. Die Thurgau-Tourismus-Informationsstelle in Kreuzlingen gibt dazu einen Überblick und unterstützt bei der Planung von Ferien und Kurzurlauben.
Weitere Orte: Salenstein, Münsterlingen, Ermatingen, Gottlieben, Altnau, Kreuzlingen, Langrickenbach, Lipperswil
Lokales Ereignis
Der Tägerwiler Märliumzug ist eine lokale Kulturveranstaltung und eine Hommage an die märchenhafte Welt von Ernst Kreidolf.
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