Othmarsingen zwischen Bünzaue und Baukultur

File:Ref Kirche KGS-NR209.jpg File:Ref Kirche KGS-NR209.jpg Foto: D.Dubs via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Othmarsingen liegt im unteren Bünztal im Schweizer Kanton Aargau und im Bezirk Lenzburg, knapp drei Kilometer östlich von Lenzburg. Zwischen Othmarsingen und Möriken entstand nach dem Hochwasser im Mai 1999 die 51 Hektar große Bünzaue. Die Bünz gestaltete ihr Tal zu einer Auenlandschaft mit hoher morphologischer Dynamik.

Geschichte

Historisch war Othmarsingen dem Berner Aargau zugeordnet und lag an der Grenze zu den Freien Ämtern und der Grafschaft Baden. 1528 führten die Berner dort die Reformation ein. Durchziehende Truppen verwüsteten das Dorf während des Bauernkriegs 1653 und des Zweiten Villmergerkriegs 1712. Seit 1803 gehört Othmarsingen zum Kanton Aargau. Eine der Maria geweihte Marienkapelle wurde erstmals in einem Brief aus dem Jahr 1421 erwähnt. Die Kirche Othmarsingen wurde 1675 an einem anderen Ort als die bisherige Marienkapelle als Neubau errichtet.

Die Ortsgeschichte verbindet damit kirchliche Baugeschichte mit den politischen Veränderungen des Aargaus. Die Marienkapelle ist bereits für das Jahr 1421 belegt, während der Kirchenneubau von 1675 an einem anderen Ort entstand. Die Zugehörigkeit zum Berner Aargau, die Einführung der Reformation und die späteren kriegerischen Ereignisse gehören zu den markanten historischen Bezügen des Ortes.

Baukultur

Das Urechhaus ist ein dreigeschossiges Bürgerhaus unter einem Walmdach und wurde 1783 von A.C. von Sinner erbaut. Die Alte Mühle gehört zu den ältesten Gebäuden in Othmarsingen. Über der Tür zum Mahlraum der Alten Mühle steht die Jahreszahl 1534. Das Gasthaus zum Rössli ist ein kantonal integral geschütztes, spätklassizistisches viergeschossiges Gebäude unter einem wenig geneigten Walmdach.

Die drei Bauwerke unterscheiden sich deutlich in Funktion, Entstehungszeit und Gestaltung: Das Urechhaus steht für das Bürgerhaus des 18. Jahrhunderts, die Alte Mühle bewahrt mit der Jahreszahl 1534 einen frühen Bezug, und das Gasthaus zum Rössli vertritt die spätklassizistische Bauform. So treten in Othmarsingen Bürgerhaus, Mühle und geschütztes Gasthaus nebeneinander.

Unterkunft

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Wege und Bahn

Der Freiämterweg beginnt in Othmarsingen. Er umfasst rund 190 Kilometer und drei miteinander verbundene Routen: Talroute, Bergroute und Ostroute. Die Ostroute des Freiämterwegs zweigt kurz nach Othmarsingen von der Talroute ab. Für die Einordnung des Weges sind damit sowohl der Ausgangspunkt als auch der Umfang und die benannten Routen maßgeblich.

Der Bahnhof Othmarsingen wurde am 6. September 1877 an der Bahnstrecke Zofingen–Wettingen eröffnet. Ortsgeschichte, Baukultur, Auenlandschaft und Wegbezug setzen damit unterschiedliche Schwerpunkte innerhalb desselben Ortes.

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